EcoBoost – Was sich dahinter verbirgt, ist die Bezeichnung der aktuellen Turbobenziner-Generation aus dem Hause Ford. Die Mittel sind bewährt: Eine leichtere Vollaluminium-Konstruktion samt Zylinderkopf aus gleichem Material, doppelte variable Nockenwellenverstellung, weniger Hubraum und Turboaufladung. Erklärtes Ziel der Entwickler: Effizienz mit Sportlichkeit kreuzen. Eine Kreuzung, die im Focus 1.6 EcoBoost gut funktioniert. 182 PS und 240 Newtonmeter – mit Overboost-Funktion sogar 270 Nm – stark, kommt der neue Reihenvierzylinder-Direkteinspritzer nicht gerade als Spaßbremse rüber. Mehr Leistung bietet Ford im Focus derzeit nicht, denn noch lässt der 250 PS starke Focus ST auf sich warten. Das ist aber kein Grund, Trübsal zu blasen, lechzt das gute Grundgerüst doch geradezu nach einer Kraftspritze bei wenig Aufwand. Perfekt also für die Tuner Wolf Racing und MS Design.
Wolf Racing Ford Focus 1.6 Ecoboost
Die "dicke Hose" bleibt im Schrank: Der Wolf schlummert unterm roten Schafspelz.
Bild: Ronald Sassen
Wolf Racing Die Neuensteiner sind kein unbeschriebenes Blatt auf dem Gebiet der Schärfung von Focus-Krallen; so bringen sie den Neuen per zusätzlichem Motorsteuerungsgerät kurzerhand auf 210 PS; dazu steigt das Drehmoment auf 312 Newtonmeter an. Für 1.290 Euro aus finanzieller Sicht eine angemessene Steigerung. Neben der Leistungssteigerung reiht sich ein neues Gewindefahrwerk von H&R in die Liste der Veränderungen ein. Wolf holt seinen roten Flitzer 30 Millimeter tiefer und legt ihn so satter auf die Straße. Optische Highlights stehen für Performance-Tuner Wolf im Falle des Focus 1.6 hinten an, haben keine allzu hohe Priorität. Da übersieht man beinahe die Scheinwerferblenden in Wagenfarbe, die neben Doppelauspuff, 18-Zoll-Rädern mit Edelstahlbett und einem Ladekantenschutz in Schwarz fürs Auge reichen müssen.
MS Design Ford Focus 1.6 Ecoboost
Kontrast macht sich gut: Optisch ist MS Design ein heißes Eisen.
Bild: Ronald Sassen
MS Design Auffälligere und sportlichere Wege gehen da die Kollegen von MS Design. Sie verpassen dem Focus ein rundum gelungenes Bodykit namens "Focus Dynamic", sparen dafür den Innenraum vollends aus. Der Name ist Programm: Weder Dach- noch Frontspoiler wirken protzig, Seitenschweller und Heckschürze runden das Erscheinungsbild ab. Was schick aussieht, der Beschleunigung jedoch abträglich ist, sind die – für einen Kompaktwagen – riesigen 20 Zoll großen MS18-Aluräder. In Anbetracht der Niederquerschnittsreifen und einer Tieferlegung um ebenfalls 30 Millimeter mittels Eibach-Federn steht ein ziemlich barsches Federverhalten zu erwarten. Doch das Fahrwerk arbeitet überraschend gut und gibt dank ausreichendem Restkomfort keinen Grund zur Klage. Welcher der beiden Tuner den besseren "ST" auf die Räder stellt, erfahren Sie oben in der Bildergalerie.

Fazit

von

AUTO BILD
Wolfs Performance-Focus gewinnt, weil er sich aufs Wesentliche konzentriert – die Fahrleistungen. Etwas mehr optischer Pfiff hätte es aber schon sein dürfen. Wie das geht, zeigt MS Design. Das reicht aber nicht, um die aus der mauen Leistungssteigerung resultierende schlappe Längsdynamik wettzumachen.