Nach tödlichem Crash: wachsende Kritik an Teslas Sicherheitsstandards
Tödlicher Tesla-Unfall wirft erneut Fragen zur Fahrzeugsicherheit auf

– Ein tragischer Unfall in Toronto entfacht erneut die Diskussion um Teslas Sicherheitsstandards. Könnten elektrische Türmechanismen lebensgefährlich sein?
Bild: Brandon Bell /Getty Images
Anscheinend noch keine Lehren aus der Vergangenheit gezogen: Bereits 2022 berichteten wir über Tesla-Modelle, die sich nach einem Unfall nicht zuverlässig öffnen ließen und Fahrern einen wahren Höllenritt bescherten. Nun ist es im kanadischen Toronto erneut zu einem schweren Unfall mit einem Tesla gekommen, bei dem vier Menschen ums Leben kamen. Der Vorfall ereignete sich im Oktober 2024 und wirft abermals Fragen zu den Sicherheitsmerkmalen der elektronischen Türmechanismen von Tesla-Fahrzeugen und anderen E-Autos auf.
Tragödie in Kanada
Angaben der kanadischen Zeitung "Toronto Star" zufolge war das Elektroauto der US-Marke mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Betonpfeiler geprallt und in Flammen aufgegangen. Vier der fünf Insassen überlebten den Aufprall nicht. Für die einzige Überlebende begann ein wahres Martyrium: Wie die Zeitung berichtet, gestaltete sich ihre Rettung kompliziert. Sie konnte das Fahrzeug nicht verlassen, weil die elektronische Tür nicht funktionierte. Nur durch die Zivilcourage mehrerer Ersthelfer – die mit einer Metallstange die Scheibe des Fahrzeugs einschlugen – konnte die 25-Jährige aus den Flammen befreit werden.
Wie gefährlich sind elektrische Türgriffe?
Die versenkbaren Türgriffe von Tesla und anderen Premium-Automarken stellen laut ADAC ein massives Sicherheitsrisiko dar: Teilweise ließen sie sich nur über elektrische Stellmotoren betätigen, warnt der Automobilklub. So kann es passieren, dass Türgriffe eingefahren bleiben, wenn die Stromversorgung des Autos nach einem Unfall ausfällt – etwa wenn die Batterie in Brand geriet. Rettungskräfte können dadurch oft nicht rechtzeitig zu den Insassen vordringen.
Der ADAC weist außerdem darauf hin, dass einige Pkw Türen von innen elektrisch per Knopfdruck entriegelten. Die dazugehörigen Schalter befänden sich aber nicht in jedem Fahrzeug an der gleichen Stelle und seien in vielen Fällen wenig intuitiv zu bedienen.
Eine Kritik, die auch schon bei Tesla-Modellen geäußert wurde. Demnach sind die Hebel der Notentriegelung optisch nicht klar von der angrenzenden Abdeckung der Fensterheber zu unterscheiden. Autobesitzer, die ein Fahrzeug mit elektrischer Türöffnung von innen ihr Eigen nennen, sollten sich daher vor Fahrtbeginn in der Bedienungsanleitung mit der Notentriegelung vertraut machen – und diese am besten auch Beifahrern zeigen.
Im Fall des tragischen Unfalls in Kanada untersuchen die Behörden derzeit, ob das Versagen des Türmechanismus tatsächlich dazu beigetragen hat, dass die Insassen nicht aus dem brennenden E-Auto entkommen konnten.
Tesla in der Kritik
Modelle der Automarke Tesla stehen nicht nur wegen Sicherheitsmängeln an den Türgriffen in der Kritik. Mitte 2024 starb ein 34-jähriger Motorradfahrer bei einem schweren Verkehrsunfall. Ein Tesla Model 3 rammte ihn im Autopilot-Modus mit einer Geschwindigkeit von 120 bis 130 Kilometern pro Stunde, das löste eine Debatte über die Marktreife der automatischen Fahrassistenz-Software aus.
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