Rund ein Jahr nach dem ersten Transport hat eine Sojus-Trägerrakete zwei weitere Satelliten des geplanten europäischen Ortungssystems Galileo in die Erdumlaufbahn gebracht. Der Start vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana bis auf gut 23.000 Kilometer Höhe verlief pünktlich und ohne Komplikationen. Gesteuert werden die Flugobjekte vom Galileo-Kontrollzentrum des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Standort Oberpfaffenhofen.

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Soyus Lift off
Bis jetzt sind es vier, bis 2020 sollen es 30 Satelliten sein, die für Galileo punktgenaue Daten zur Positionsbestimmung liefern.
Bild: ESA / Carril
Mit den nunmehr vier Satelliten im All können im Frühjahr 2013 die ersten Positionsbestimmungen getestet werden. Bis 2020 sollen sich insgesamt 30 Galileo-Satelliten auf drei verschiedenen Umlaufbahnen befinden und metergenaue Positionsbestimmungen auf der Erde ermöglichen. Davon profitieren sollen Navigationsgeräte für Autofahrer, aber auch Militär, Rettungskräfte und Flugzeuge. Deutschland ist ein Hauptgeldgeber für das prestigeträchtige EU-Projekt, das bis zum Ende des Jahrzehnts das bekannte US-Pendant GPS ablösen soll. Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) pries es anlässlich des zweiten Raketenstarts als "Musterbeispiel für die erfolgreiche europäische Zusammenarbeit in der Hochtechnologie". Wegen seiner Kostensteigerung von ursprünglich 3,4 Milliarden auf vermutlich mehr als fünf Milliarden Euro steht Galileo allerdings stark in der Kritik.