Auch nach dem Report über im Internet angebotene gestohlene Navis von VW und Skoda bleibt Ebay bei seiner Darstellung: "Wir können nicht bestätigen, dass der Anteil gestohlener Navigationsgeräte an den gesamten Angeboten bei Ebay in diesem Bereich auch nur annähernd so hoch ist wie von AUTO BILD dargestellt", so Sprecherin Maike Fuest.
Vorsicht vor gestohlenen Navis bei Ebay
Ein Schnäppchen? Bei Auktionen wie dieser ist Vorsicht geboten. Nach AUTO BILD-Recherchen ist das Gros solcher Navis illegal.
Bild: Auto Bild
AUTO BILD hatte bei Ebay und Händlern zehn Geräte gekauft, von denen neun gestohlen waren. Redakteur Claudius Maintz hatte dieses Ergebnis am 17. Oktober bei "Stern TV" vorgestellt und Ebay vorgehalten, zu wenig gegen Hehler zu unternehmen. Das Online-Auktionshaus bestreitet das. Fuest: "Es ist Teil unseres Selbstverständnisses und unserer Geschäftsstrategie, die Behörden bei ihren Ermittlungen so gut wie möglich zu unterstützen und enge Beziehungen zu den Behörden zu pflegen."

Navis im Test: Mobil gegen Festeinbau

Die Idee eines verpflichtenden Fotos der Seriennummer habe Ebay wieder verworfen, da Täter falsche Bilder verwenden könnten. Auch eine automatische Befragung verdächtiger Verkäufer lehnt Ebay ab. Hehler würden sich dann "glaubwürdige Geschichten ausdenken“. Zurzeit diskutiere der Internet- Marktplatz mit den Behörden "andere Maßnahmen, die wir für effektiver halten", so Fuest. Zum jetzigen Zeitpunkt könne man darüber aber "keine konkreten Details nennen".

Fazit

von

Claudius Maintz
Neulich war ich im Fernsehen. Habe da erzählt, dass man lieber die Finger von gebrauchten Navigationsgeräten der Marken Skoda und VW lässt. Neun von zehn Stichproben bei Ebay und anderen Händlern waren illegal, die Geräte gestohlen. Das habe ich auch in AUTO BILD geschrieben. Was tut das Internet-Auktionshaus dagegen? Ruft mich erst mal an, beschwert sich über die angeblich "absolut unseriöse" Berichterstattung. Ich hätte zwischen neuen und gebrauchten Geräten unterscheiden, auch Festpreisangebote berücksichtigen, gewerbliche Ebayer einbeziehen müssen, und, und, und. Klar, am liebsten hätte die Ebay-Pressestelle meine Reportage geschrieben.
Wesentlich effektiver wäre es, wenn das Online-Auktionshaus diese Energie gegen Hehler einsetzen würde. Die Käuferschutzfrist ist mit 45 Tagen zu kurz, Diebesgut wird als Reklamationsgrund nicht explizit aufgeführt. Natürlich sieht man Ware nicht sofort an, ob sie geklaut oder legal ist. Und natürlich ist auch die Polizei in der Pflicht. Aber Ebay muss es Kriminellen schwerer machen. Zum Beispiel mit einer unbefristeten Geld-zurück-Garantie bei nachgewiesenem Diebstahl. Das wäre ein klares Bekenntnis zu mehr Sauberkeit und Sicherheit.