"Realität trifft Zukunft", sagt Mercedes zu seinem faszinierenden Konzeptfahrzeug Vision One-Eleven. "Realität trifft Vergangenheit" wäre vielleicht treffender. Immerhin wurde die Vision eines künftigen Sportwagens mit Elektroantrieb inspiriert durch die legendären Modelle SL 300 und C 111.
Drei Dinge fallen bei dem Gerät spontan ins Auge: Die Fahrzeughöhe von gerade mal 1,17 Metern, die Flügeltüren und im Cockpit das eckige Lenkrad. Yoke-Steuerung heißt das und ist ein rechteckiges Steuerhorn. Damit sollen die Instrumente über oder hinterm Lenkrad vom Fahrer besser abgelesen werden können.

Neue Lenkrad-Form für mehr Sicherheit

Und es gibt Experten, die meinen, dass diese futuristisch anmutende Form auch der Verkehrssicherheit dient. Lenken mit einer lässig oben aufs runde Lenkrad abgelegten Hand ist bei dieser Formgebung jedenfalls nicht mehr möglich. Fahrerin oder Fahrer sind quasi gezwungen, das Steuerhorn links und rechts Hand auf mittlerer Höhe in der optimalen Viertel-vor-drei-Stellung zu halten.
Lenkrad Mercedes Vision One-Eleven
Lenkräder sind meistens eine runde Sache. Das will Mercedes ändern und plant für die neue S-Klasse angeblich ein eckiges Steuerhorn.
Bild: Mercedes

Yoke-Lenkrad in der Mercedes S-Klasse mit E-Antrieb

Nach übereinstimmenden Medienberichten plant Mercedes die Einführung einer Yoke-Steuerung in Kombination mit einem neuen Steer-by-Wire-System fürs Jahr 2027. Dann werden die Baureihen EQS und die S-Klasse wieder vereint und erhalten einen gemeinsamen Nachfolger. Nach derzeitigem Stand der Dinge wird das dann wohl die erste vollelektrisch angetriebene S-Klasse sein.
Dafür soll die neue Yoke-Steuerung mit einer ebenfalls neuen Software kombiniert werden, die in der Lage sein soll, das Lenkverhalten variabel an die gerade aktuellen Fahrbedingungen anzupassen.
In der Vergangenheit wollte schon Tesla mit so einem Steuerhorn in seinen Modellen in die Zukunft steuern. Mittlerweile hat Tesla allerdings den Rückwärtsgang eingelegt und verbaut serienmäßig wieder klassische runde Lenkräder. In den USA gibt es die Yoke-Steuerung nur noch gegen Aufpreis in Model S und Model X.