Tesla Emergency Drive Away
Tesla erlaubt Notfallflucht vom Supercharger

Ein Tesla-Update erlaubt die Flucht vom Supercharger in einer Notfallsituation. Der Haken: Dabei können Fahrzeug und Ladesäule beschädigt werden.
Bild: Tesla / X
Bisher galt bei Tesla: Solange das Ladekabel steckt, bleibt das Auto stehen. Mit einem neuen Software-Update lockert der Elektroauto-Hersteller diese Regel nun erstmals. Die neue Funktion namens "Emergency Drive Away" ermöglicht es Fahrern, ihr Fahrzeug auch dann zu bewegen, wenn es noch mit einem Supercharger verbunden ist. Das soll in echten Gefahrensituationen eine schnelle Flucht ermöglichen. Laut Tesla wird die Funktion mit der nächsten Software-Version eingeführt und ist zunächst auf den US-Markt beschränkt.
Sicherheit vor Technik
Wer den Notfallmodus aktivieren will, muss eine Warnmeldung auf dem Zentraldisplay bestätigen. Anschließend hebt das Fahrzeug die bisherige Ladesperre auf und lässt sich trotz angeschlossenem Kabel fahren. Einen speziellen Trennmechanismus gibt es dabei allerdings nicht. Stattdessen nimmt Tesla bewusst in Kauf, dass Ladekabel, Ladeanschluss und Teile der Ladesäule beschädigt werden.
Das Losfahren kann teuer werden
Tesla weist ausdrücklich darauf hin, dass die Funktion nur für echte Notfälle gedacht ist. Nach Angaben des Unternehmens können die Reparaturkosten an einer Supercharger-Station je nach Standort und Infrastruktur auf bis zu 25.000 US-Dollar steigen. Zusätzlich muss das Fahrzeug nach dem Vorfall in die Werkstatt. In einer von Tesla veröffentlichten Demonstration wird sichtbar, wie sich beim Abreißen des Kabels Kühlflüssigkeit aus dem Ladesystem auf dem Boden verteilt. Bei missbräuchlichem Gebrauch drohen laut Tesla neben den Kosten weitere Strafen.
Als möglicher Auslöser für die Einführung wird ein tragischer Vorfall in den USA diskutiert, bei dem im August 2026 an einer Supercharger-Station in Twin Falls (Idaho) mehrere Menschen in ihren Tesla-Fahrzeugen sitzend einer Schießerei zum Opfer fielen. Tesla betont zwar, dass die neue Funktion schon seit Jahren intern diskutiert worden sei, der Zeitpunkt der Einführung dürfte jedoch kein Zufall sein.
Für deutsche Tesla-Fahrer heißt es vorerst: abwarten. Nach aktuellem Stand wird "Emergency Drive Away" zunächst nur in den USA ausgerollt. Ob und wann die Funktion auch nach Europa und Deutschland kommt, hat Tesla bislang nicht bekannt gegeben.
Service-Links
