Während in Deutschland ein Urgestein der sportlichen Gewalttat ausgestorben ist, zieht es in anderen Teilen der Welt weiter die Aufmerksamkeit auf sich. Fährt in aufgefrischter Form sogar noch stärker, noch schneller, eben noch sportlicher daher. Die Rede ist vom Nissan GT-R. Von der Sportabteilung der Japaner, von Nismo, deutlich verschärft, fährt der liebevoll als "Godzilla" bezeichnete Straßensportler im Frühjahr 2023 zu ausgewählten US-Nissan-Händlern.
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Und damit klar wird, was den deutschen Fans entgeht, kommen wir gleich mal zu den Details: Beim Motor hat sich prinzipiell nichts geändert. Es bleibt beim von Takumi in Handarbeit zusammengeschraubten 3,8-Liter-V6 mit 24 Ventilen und zwei Turboladern. Die Nennleistung liegt wie gehabt bei 565 PS und 600 PS für den GT-R Nismo. Das maximale Drehmoment gibt Nissan mit 637 respektive 652 Newtonmetern an.
Der neue Heckflügel ist jetzt im Schwanenhalsstil angebracht und hat zehn Prozent mehr Fläche als beim Vorgängermodell.

DSG an der Hinterachse

Die Kraft wird durch das serienmäßig verbaute Attesa ET-S-Allradsystem über ein 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe bedarfsgerecht an alle vier Räder verteilt. Allerdings ist das DSG zur besseren Gesichtsverteilung hinten montiert. Zudem lassen sich so aggressive Schaltvorgänge über die Schaltwippen am Lenkrad besser puffern.
Der Luftwiderstandsbeiwert (cw-Wert) des Nissan GT-R liegt jetzt bei 0,26.
Um den dynamischen Qualitäten des GT-R gerecht zu werden, wurden die Doppelquerlenker-Einzelradaufhängung an der Vorderachse und die Einzellenker-Hinterradaufhängung auf maximale Performance abgestimmt. Ebenfalls serienmäßig sorgen Bilstein-Stoßdämpfer mit sogenannter DampTronic für die entsprechende Dämpfung in den drei Fahrmodi "Normal", "Komfort" und "R" (Race). Wie gehabt lassen sich Motorsteuerung, Getriebeschaltzeiten und die gesamte Aufhängung über große, taktile Schalter auf der Mittelkonsole des GT-R steuern.

Verbesserter Luftwiderstandsbeiwert

Natürlich wurde das Urzeitmonster auch optisch und aerodynamisch aufgewertet. So sind die Gitter im Frontgrill schmaler geworden, um die Motorkühlung weiter zu verbessern. Zudem konnte so der Luftwiderstandsbeiwert (cw-Wert) auf 0,26 reduziert werden. Der neue Heckflügel, der jetzt im Schwanenhalsstil angebracht ist, sorgt mit zehn Prozent mehr Fläche für einen besseren Anpressdruck an der Hinterachse. Gleiches gilt an der Front, dank neuer Flaps. Überarbeitet wurde auch der Heckdiffusor.
Vor allem im Nissmo-Trim ist der GT-R auf maximale Performance ausgelegt.
Genaue Daten zu Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit liefert Nissan für den GT-R noch nicht. Die dürften aber nur unwesentlich von denen der Vorgänger abweichen. Es dürften also weiterhin 2,8 Sekunden ausreichen, um die Fuhre aus dem Stand auf Tempo 100 zu beschleunigen, und in der Spitze sind 315 km/h drin.
Damit der Kampfdampfer wieder zum Stehen kommt, haben Nissan und Brembo gemeinsam ein Bremssystem mit Sechskolben-Bremssätteln vorn und Vierkolben-Bremssätteln hinten entwickelt. Gerollt wird auf 20-Zoll-Rädern, die in Serie mit Hochleistungs-Sommerreifen von Dunlop besohlt sind. Vorn im Format 255, hinten 285er.

Frischer Innenraum

Im Innenraum, den Nissan noch nicht zeigt, erwartet den Fahrer nach Angaben des Herstellers ein aufgefrischtes Design. Dazu soll eine "horizontal fließende" Armaturentafel ebenso gehören wie leichte Sitze, die mit Nappaleder bespannt sind. Hinzu kommen die Hoheitszeichen auf der Konsole und auf den Einstiegsleisten in der T-Spec-Variante.
Die Lackfarbe "Millennium Jade" ist eine Hommage an eine der seltensten GT-R-Farben, die es seinerzeit gab.
Das Infotainment wird über ein 8-Zoll-Multitouch-Display gesteuert, das neben der Anbindung von Apple CarPlay auch Navi, Radio sowie Wetterinfos, Kraftstoffpreise, Filmangebote, Sportergebnisse und Aktienkurse bietet.
Was der Spaß die Kunden im Land der unbegrenzten Möglichkeiten am Ende kosten wird, verrät Nissan noch nicht. Doch im Gegensatz zu hiesigen Interessenten kann man den Godzilla dort noch kaufen. In Deutschland wurde er im März 2022 vom Markt genommen.

Von

Holger Preiss