Fahrbericht Nissan GT-R50

Fahrbericht Nissan GT-R50

Nissan GT-R50 by Italdesign: Fahrbericht

So fährt der eine Million Euro teure GT-R

Italdesign und der Nissan GT-R feiern 50. Geburtstag. Das schönste Geschenk? Ein rattenscharfer Sportler mit satten 720 PS. Fahrbericht.
Die beiden Kinofilme "Italian Job" waren Ende der 1960er und Anfang der 2000er Jahre wahre Publikumsmagneten. Beim neuesten Italian Job spielt diesmal kein Mini die Hauptrolle, und trotzdem muss man schnell sein, um zu gewinnen. Denn die 50 Nissan GT-R50 , die sich Nissan und Italdesign als gemeinsames Präsent zum 50. Geburtstag selbst schenken, dürften rasend schnell vergriffen sein. Und das obwohl der Basispreis bei atemberaubenden 990.000 Euro liegt.

Der Nissan GT-R50 hat eine eigene Karosserie

Komplett eigenständig: Italdesign hat dem Nissan GT-R ein ganz neues Blechkleid geschneidert.

Das Team von Italdesign hat aus dem japanischen Supersportwagen eine Sonderserie gemacht, die man abgesehen von Markenlogos kaum erkennen kann. Länger, breiter, flacher und deutlich stärker ist der Nissan GT-R50, der an diesem Mittwochmorgen südlich des Central Parks für jede Menge Aufsehen sorgt. Das Design mit dem goldenen Kühlerschlund, der markigen Taillierung und dem grandiosen Heck wie aus zerflossenem Metall ist eine echte Schau. "Kein Karosserieteil wurde übernommen", freut sich Andrea Porta als Projektleiter von Italdesign als er dem GT-R50 auf das ebenfalls güldene Hinterteil mit zwei fetten Endrohren und vier roten LED-Ringen blickt. "Wie oft hat man denn schon die Gelegenheit, einen GT-R ohne Limits zu gestalten und diesen dann auch wirklich zu bauen?", fragt Nissan-Chefdesigner Alfonso Albaisa.

Mit 120 zusätzlichen PS geht die Post richtig ab

Wahnsinn: Der V6 erstarkt auf 720 PS, die den GT-R50 in unter drei Sekunden auf 100 km/h beschleunigen.

Auch innen ist abgesehen von der Klimaregelung ebenfalls nichts wiederzuerkennen. Statt der bekannten Rundinstrumente blickt der Pilot auf einen grünen Bildschirm aus der GT3-Rennversion, der gut zum üppig verbauten Karbon an Armaturenbrett, Türtafeln und Mitteltunnel passt. Weniger erfreulich ist die um 5,5 Zentimeter abgesenkte Dachlinie, die zwar scharf aussieht, den Kopfraum für groß gewachsene Insassen jedoch schmerzhaft einschränkt. Dabei sieht man aus den schmalen Schießscharten der Fensterflächen ohnehin nicht viel, und die Außenspiegel präsentieren sich eher als hübsche Designstücke denn als ernsthaft zu nutzende Funktionselemente. Hat Italdesign beim Aussehen des GT-R50 alle nur erdenklichen Register gezogen, wollten die Ingenieure aus dem Hause Nissan nicht nachstehen und haben Godzilla eine imposante Kraftspritze verpasst.
Der 3,8-Liter-V6 mit doppelter Turboaufladung bekam mittels Rennsporttechnik eine Leistungskur, die ihn von 600 PS auf 720 PS erstarken lässt. Neben dem größeren GT3-Lader gibt es größere Ladeluftkühler sowie geänderte Kolben, Pleuel, Lager, sowie andere Öl-/Einspritzdüsen und eine modfizierte Kurbelwelle. Für die kräftigen 780 Nm Drehmoment wurden das sechsstufige Doppelkupplungsgetriebe und die Differenziale verstärkt.

An der Kasse verlangt der Nissan gute Nerven

Kostbar: Für den auf 50 Exemplare limitierten GT-R50 verlangt Nissan mindestens 990.000 Euro.

"Details an Motor und Aerodynamik werden beim Serienmodell noch geändert", erklärt Andrea Porta, "wir nehmen an, dass wir noch etwas leichter werden und auch die Höchstgeschwindigkeit des Serienmodells von 315 km/h locker brechen." Für derartige Raserei ist es hier auf der Westseite des Hudson dann doch zu voll, und so wird auf freier Bahn das ein oder andere Mal kraftvoll beschleunigt. Das reicht als Beweis, dass diese Sonderserie noch mehr leistet, als das ohnehin schon sehr potente Serienmodel des GT-R Nismo. Wieder recken Passanten den Daumen nach oben und lassen Handys blitzen, um den japanischen Derwisch zumindest an der Ampel einmal kurz einzufangen. Ein Griff zum mächtigen Kipptaster auf dem Karbontunnel und ein mächtiger Heckflügel reckt sich in die greller werdende Sonne, die Manhattan in ein glitzerndes Licht taucht. Nach hinten kann man mit ausgefahrenen Leitwerk zwar gar nichts mehr erkennen, dafür wirkt der GT-R50 noch heißer.
Ab März 2020 können sich 50 Besitzer über ein hoch individualisiertes automobiles Einzelstück freuen. Der Umbau von der Nissan-GT-R-Rohkarosse bis zum elitären GT-R50 dauert bei Italdesign in Turin rund acht Wochen. Dabei lässt sich der Preis von 990.000 Euro auf bis zu 1.195.000 Euro steigern. "Nahezu alles ist möglich", sagt Italdesign-Mann Andrea Porto, "das gilt für Ausstattungsdetails oder auch die Farbe, die jeweils einzeln für den Kunden angemischt wird und ihm danach auch gehört – mit Zertifikat."

Fahrbericht Nissan GT-R50

Nissan GT-R50 by ItaldesignNissan GT-R50 by ItaldesignNissan GT-R50 by Italdesign
Technische Daten Nissan GT-R50 by Italdesign: • Motor: V6-Biturbo • Hubraum: 3799 cm³ • Leistung: 530 kW/720 PS bei 7100/min • max. Drehmoment: 780 Nm bei 3600–5600/min • Getriebe: Sechsgang-Doppelkupplung • Antrieb: Allrad • Länge/Breite/Höhe: 4784/1992/1316 mm • Leergewicht: ca. 1850 kg • 0–100 km/h: unter 3,0 s • Vmax: über 320 km/h • Preis: ab 990.000 Euro.

Autor: Stefan Grundhoff

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