Die Washington Auto Show ist nicht gerade für die großen Auto-Neuigkeiten bekannt. Bis jetzt, denn auf der Auto-Messe in der US-Hauptstadt (27. bis 31. Januar 2010) stellt die Biotechnikfirma Novozymes einen Ford F-150 und einen Chevrolet HHR mit Flexifuel-Antrieb aus. Nicht spektakulär? Doch, wenn es nach Novozymes geht. Denn der Treibstoff der beiden Autos besteht aus Papier- und Kartonmüll. Ford und Chevy fahren mit E85, einem Mix-Sprit aus Ethanol und Benzin. Und der Ethanol-Anteil im Sprit der Novozymes-Autos besteht aus Müll, ganz genau aus Papier- und Kartonmüll der US-Regierung.

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Novozyme
Bild: Business Wire
Nach biologischem Aufschluss, Vorbehandlung und Reinigung verwandeln von Novozymes entwickelte Enzyme Papier und Karton in Zucker, der dann zu Biokraftstoff fermentiert. Die Biotechnikfirma verspricht sich von der Treibstoff-Gewinnung aus Müll drei Vorteile: weniger CO2-Emission, Einsparung der Kosten für die Förderung fossiler Brennstoffe und keine Notwendigkeit, Nahrungsmittel wie Mais zu Sprit zu verarbeiten. Mit diesem Verfahren ließe sich der CO2-Ausstoß gegenüber einem vergleichbaren Benzin-Aggregat um bis zu 90 Prozent reduzieren. Der Ford F-150 mit Papiermüll-Antrieb und Proben des Sprits werden noch bis zum 31. Januar 2010 im Kongresszentrum in Washington ausgestellt. Der Chevy HHR steht sogar für Probefahrten bereit.