Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Wer zu früh kommt, allerdings auch. Da zeigen die Rüsselsheimer Ende 2011 ein alltagstaugliches Hightech-Auto mit Elektromotor und Vierzylinderbenziner, aber kaum einer kauft es. Warum? Der futuristische Ampera (2015 ausgelaufen, ein völlig neu konzipierter Nachfolger namens Ampera-e startet 2017) war damals mit gut 44.000 Euro vielen zu teuer. Fünf Jahre später gibt es den Plug-in-Hybriden (rein elektrisch fahren möglich, die Batterie kann an der Steckdose aufgeladen werden) schon für rund ein Drittel des Neupreises – ein sauberes Schnäppchen? 

Zwei Kategorien: Langzeit-Vorführwagen und Marathon-Modelle

Opel Ampera
Hybrid-Technik: Der Benziner springt an, wenn der Fahrakku nur noch 26 Prozent Kapazität hat.
Der Gebrauchtmarkt von Ampera und seinem baugleichen Markenbruder Chevrolet Volt teilt sich in zwei Lager: Es gibt ehemalige Langzeit-Vorführwagen mit maximal 30.000 Kilometern auf dem Digitalzähler, die um die 21.000 Euro kosten. Und es gibt echte Marathon-Modelle mit Laufleistungen von 100.000 Kilometern und mehr, die schon für um die 12.000 Euro erhältlich sind. Letztere kommen öfter aus den Niederlanden. Dort war die viersitzige Fließhecklimousine vergleichsweise erfolgreich, weil Hybride steuerlich gefördert wurden. Bei Modellen mit hoher Laufleistung gilt zu beachten: Opel gibt acht Jahre Garantie auf den Akku – oder bis zu einer Laufleistung bis 160.000 Kilometern.

Kein anderer Stromer ist gebraucht so günstig

Auch in Deutschland werden elektrisch betriebene Autos inzwischen subventioniert. 4000 Euro Kaufprämie gibt es, wenn man sich für ein reines E-Auto entscheidet. Wer ein Hybridfahrzeug mit Elektro- und Verbrennungsmotor kauft, der erhält eine als "Umweltbonus" umschriebene Prämie von 3000 Euro. Die Kaufprämie und vermutlich auch der mangelnde Erfolg des Ampera haben Druck auf die Gebrauchtwagenpreise ausgeübt. Aktuell ist kein anderer Stromer mit Reichweitenverlängerer – einem Benziner, der die Batterie lädt oder mechanisch auf die Vorderräder wirkt – mit einer derart großen Reichweite so günstig zu haben.Immerhin bis zu 80 Kilometer rein elektrisch fahren verspricht der Opel-Prospekt, AUTO BILD hatte im ersten Test 2012 allerdings nur 57,6 Kilometer ohne Abgase geschafft. Dennoch: Dass es bei uns nicht so recht mit dem Verkauf geklappt hat, liegt jedenfalls nicht an der Spitzentechnologie. Und schwerwiegende Macken hat ein Ampera auch nicht. Was bei unserem Testwagen aufgefallen ist, und auf welche Mängel Käufer beim gebrauchten Opel Ampera außerdem achten sollten, erfahren Sie in der Bildergalerie.



Fazit

von

Stefan Diehl
Wer hat Angst vorm E-Auto? Niemand! Mich hat der Ampera wegen seiner klugen Technik und dem modernen Design schon immer begeistert, er war halt nur zu teuer. Aber für weniger als die Hälfte des Neupreises wird er jetzt so richtig interessant.

Von

Stefan Diehl