Opel Astra Sports Tourer im Test

Opel Astra Sports Tourer (2019): Test, Diesel, Motor, Preis

Was taugt der neue Astra Diesel?

Im Opel Astra Diesel soll künftig nur noch ein 1,5-Liter-Dreizylinder zum Einsatz kommen. AUTO BILD hat den Motor im Sports Tourer getestet.
Sparen heißt ja oft auch verzichten. Also weniger ist mehr und so. Blöder Spruch? Nee, Opel zum Beispiel setzt die dicke Säge an – und kappt dem Astra einen Kolben. Im Facelift-Modell kommen künftig per se nämlich nur noch Dreizylindermotoren zum Einsatz. Verteilt großzügig über die ganze Baureihe, das spart Produktionskosten. Der recht zierliche Motor selbst spart dann Sprit. Und wir als PS-Fans? Sparen uns jeglichen Kommentar. Aber abseits aller subjektiven Einschätzungen: Was taugt dann so ein Astra mit so einem kleinen Aggregat wirklich?

Den versprochenen Verbrauch verpasst der Astra

Statt 5,6 nimmt sich der Astra 1.5 D 6,2 Liter Diesel im Schnitt – das ist aber immer noch ganz ok.

Wir testen den neuen Sports Tourer (so heißt der Caravan ja jetzt) mit 1,5-Liter-Diesel – und Neunstufenautomatik. Wie jetzt? Zylinder fallen weg, Gänge kommen dazu? Ja, genau das soll dem kompakten Kombi höchstes Sparpotenzial bescheren. Ein Getriebe mit derart üppiger Spreizung hält die Drehzahlen niedrig und das Drehmoment auf Habacht. 5,6 Liter Dieselverbrauch auf 100 Kilometer sollen das Ergebnis sein. Gleich vorab: So wenig haben wir nicht geschafft. Auf unserer Praxisrunde hat der Opel über einen halben Liter mehr Sprit weggenascht. Das ist trotzdem ziemlich okay für einen Wagen, der immerhin über 200 Sachen schnell ist – doch allenfalls mäßig im Verhältnis zum technischen Aufwand. Auch insgesamt sind wir geteilter Meinung über den Astra.

Beim Fahrwerk kann der Opel überzeugen

Gut abgestimmt: Bis auf die hart abrollenden Reifen überzeugt der Opel bei Lenk- und Ausweichverhalten.

Da ist zunächst der typische Opel-Kombi. Mit hervorragend stützenden Sitzen, einfach klappbarer Rückbank, bis zu 1630 Liter Fassungsvermögen im Kofferraum und schlauen Technikspielereien wie dem adaptiven Fahrlicht, der aktiven Spurhaltefunktion oder einer zigfach einstellbaren Cockpitdarstellung. Auch die Federung arbeitet bis auf arg prall abrollende 225er-Reifen sehr verbindlich, Ausweich- und Lenkverhalten stechen positiv heraus, und die Bremsen verdienen sogar ein fettes Lob. Aber dann ist da die Antriebseinheit. Auf der Habenseite stehen dank des Getriebes sauber dosierbares Rangieren und (danke, Opel!) ein angenehm griffiger wie eindeutiger Wählhebel. Eine Seltenheit heutzutage – wo doch alles auf diese Haptik-Katastrophen in Form elektronisch auslösender Mini-Knubbel geht.

Die Motor-Getriebe-Kombination passt nicht wirklich

Der Ampelstart verläuft derart ungeschmeidig, dass man die Start-Stopp-Automatik deaktivieren möchte.

Auto läuft, D ist eingelegt, sachte geht's los. Knurr, rumpel, dröhn – leider liegt dem Astra dezentes Beschleunigen gar nicht. Der Motor ist viel zu deutlich als Selbstzünder zu identifizieren – das können Vierzylinder meist besser. Außerdem überspringt die Automatik programmiert immer mal wieder Gänge, das klingt irritierend defekt und passiert gelegentlich sogar unter spürbaren Schaltrucken. Den Ampelstart aus der Schlafphase der Start-Stopp-Funktion heraus bringt das Auto so unflätig zuckend und renitent langsam hinter sich, dass man sofort die Taste zum Deaktivieren sucht. Schade, denn läuft der 1.5er-Dreizylindermotor mit zartem Gasfuß und entsprechend druckarm vor sich hin – zum Beispiel bei knapp 50 km/h in der Stadt – summt er in der sechsten Fahrstufe außerordentlich leise und geschmeidig.
Auch unter Last bei Drehzahlen jenseits von 3000 Touren klingt er angenehm. Dann vermischt sich das sonore Dreizylinder-Klangbild mit einem wachen Dieselsurren – das passt viel besser. Kurz: Der Motor kann je nach Situation gut oder schlecht.
Das Fazit von Jan Horn: "Der Astra ist ein guter Kompakt-Kombi. Die Antriebseinheit aus Dreizylinder und Neunstufenautomatik ist aber keine gute Kombination. Auch der von uns gemessene Verbrauch ist zu hoch." AUTO BILD-Testnote: 3+

Opel Astra Sports Tourer im Test

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Autoren: Dennis Heinemann,

Stichworte:

Kombi

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