Opel Astra Sports Tourer GSe Hybrid 225: Test
Der Dreifachlader: Opel Astra Sports Tourer mit Plug-in-Hybrid im Test

Drei Dinge auf einmal gibt's eigentlich nur beim Überraschungsei. Und beim Astra Plug-in-Kombi. Was macht den kompakten Opel so vielseitig?
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Das Rüsselsheimer Dreierlei im Opel Astra Sports Tourer GSe Hybrid geht so: Vorn werkelt ein Vierzylinder mit Turbolader. Unter der Fondsitzbank versteckt sich der Akku für die E-Maschine, der mit bis zu 7,4 kW geladen werden kann. Und im Heck wartet reichlich Laderaum. Macht laden hoch drei. Was dabei rauskommt? Lesen Sie selbst.
Zäumen wir den GSe von hinten auf: Der gut nutzbare Kofferraum schluckt 516 bis 1553 Liter Gepäck. Nicht schlecht und genauso viel wie der Vollelektriker, aber 81 Liter oder zwei Kisten Cola weniger als beim sortenreinen Verbrenner.

Gut nutzbar: Der Kofferraum des hybriden Sports Tourer fasst zwischen 516 und 1553 Liter. Genauso viel wie der Vollelektriker.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Auch das Platzangebot für die Passagiere geht in Ordnung. Im Fond finden Kerle ab 1,90 Meter zwar keine optimale Sitzposition, vorn gibt es aber reichlich Luft und hervorragende AGR-Sitze. Der Bedienmix aus Touch und Tasten erfordert kein IT-Studium.
Der Hybridantrieb arbeitet harmonisch
Wer den Astra sportlich bewegen will, kommt am Plug-in nicht vorbei. Diesel und Benziner enden bei 130 PS, der Stromer liefert 156 PS – Dynamik kommt tatsächlich erst mit dem Doppelherz auf. Ein bisschen bei der 180-PS-Variante, ein bisschen mehr bei der hier gefahrenen 225-PS-Version.

Ordentlich: In 7,6 Sekunden ist der GSe auf Tempo 100 und erreicht maximal 235 km/h. Verbrenner und E-Motor harmonieren gut.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Zeigt der 12,4-kWh-Akku 100 Prozent Ladung, kommt der immerhin rund 1,7 Tonnen schwere Kombi mit begeisternder Lässigkeit aus den Startblöcken und macht den Astra bis zu 235 km/h schnell. Kein Wunder, immerhin bringt es bereits der 1,6-Liter-Turbo auf maximal 180 PS und 250 Nm, die E-Maschine steuert weitere 110 PS und 320 Nm bei.
Als Systemleistung nennt Opel 225 PS und 360 Nm
Diese Werte lassen sich zwar nicht einfach addieren, als Systemleistung nennt Opel 225 PS und 360 Nm, das Zusammenspiel der so unterschiedlichen Motoren funktioniert aber sehr unauffällig und harmonisch.
Fahrzeugdaten
Modell | Opel Astra Sports Tourer GSe Hybrid 225 |
|---|---|
Motor Bauart/Zylinder | R4, Turbo + E-Motor (PHEV) |
Hubraum | 1598 cm³ |
Systemleistung | 165 kW (225 PS) |
Systemdrehmoment | 360 Nm |
Antrieb/Getriebe | Vorderrad/Achtstufenautom. |
0-100 km/h | 7,6 s |
Vmax | 235 km/h |
Testverbrauch** | 4,4 l S + 9,2 kWh/100 km |
Reichweite | 567 km + 50 km elektrisch |
Tank/Batterie | 42 l Super/12,4 kWh |
Länge/Breite/Höhe | 4642/1860-2062*/1481 mm |
Radstand | 2732 mm |
Sitzhöhe | 545 mm |
Kofferraumvolumen | 516-1553 l |
Leergewicht | 1746 kg |
Zuladung | 424 kg |
Anhängelast gebr. | 1400 kg |
Garantie | 2 Jahre |
Preis | ab 47.960 Euro |
Ja, im Schiebebetrieb beim Heranrollen an die Ampel kann es aus dem Antriebsstrang auch mal ruckeln, das trübt den guten Gesamteindruck aber kaum. Schlimmer finden wir, dass die Rekuperation sich per Knopfdruck zwar verstärken lässt, trotzdem aber sehr gering bleibt. Hier würden wir uns eine bessere "Motorbremse" wünschen, um dem Akku zwischendurch genügend Saft zurückzugeben. Dann wären womöglich mehr als die von uns ermittelten 50 Kilometer E-Reichweite drin.
Passend zum lebendigen Antrieb wurden beim GSe Fahrwerk und Lenkung etwas nachgeschärft. Die Karosserie liegt zehn Millimeter tiefer, spezielle Koni-Stoßdämpfer passen sich der Fahrsituation automatisch an, die Lenkung bietet bessere Rückmeldung – daraus ergibt sich dann ein wunderbar agiles, aber immer noch komfortables Fahrerlebnis.
Der Verbrauch von 4,4 Litern Super plus 9,2 kWh auf 100 Kilometer für einen Mix aus 60 Prozent hybrider und 40 Prozent elektrischer Nutzung geht absolut in Ordnung, die weitgehend komplette Ausstattung des GSe sowieso.

Weitgehend komplett: Die Ausstattung des Astra GSe lässt kaum Wünsche offen. Allerdings kostet der Sports Tourer auch 47.960 Euro.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Allerdings kostet der Top-Astra auch einiges, in der Liste geht der GSe Sports Tourer mit 225 PS erst bei 47.960 Euro los. Wer dann noch adaptive LED-Matrix-Scheinwerfer (1300 Euro), den 7,4-kW-Onboard-Charger (500 Euro) und das Ladepaket mit drei Adaptern (990 Euro) will, reißt die 50.000-Euro-Marke.
Service-Links

























