Opel Corsa GS 1.2 Hybrid 48V: Fahrbericht
Opel baut den E-Benziner: Corsa Hybrid gefällt mit One-Pedal-Driving
Opel Corsa Hybrid im ersten Check
Der Opel Corsa kommt erstmals als Hybrid mit 48-Volt-Technik – und lässt sich so fast wie beim E-Auto nur mit dem Gaspedal fahren. AUTO BILD hat's ausprobiert.
Bild: AUTO BILD
Und was fährst du so? Ach, einen Hybrid. Ja, es gab Zeiten, da war diese Form der automobilen Elektrifizierung wenig freudig. Lahmer Saugbenziner plus stufenlose Automatik plus E-Unterstützung gleich gähn. Und jetzt kommt Opel und baut einen Hybrid für alle, die (noch) gar kein E-Auto wollen, aber trotzdem eins bekommen.
Wir dürfen vorstellen: Opel Corsa Hybrid 48V. Der erste Opel, der fährt wie ein E-Auto, obwohl er auch noch einen Verbrenner an Bord hat. Also die perfekte Einstiegsdroge.
Im neuen Getriebe steckt der E-Motor
Die ist so neu, das müssen wir Ihnen erklären. Sie haben den 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner mit einem neuen elektrifizierten Sechsstufen-Doppelkupplungsgetriebe verbandelt, und das ist die erste News, schließlich gab es den Corsa neben der Handschaltung bis jetzt nur mit einer Wandlerautomatik.

Doppelherz: Die Unterstützung für den Dreizylinder steckt in Form eines 28 PS starken E-Motors im neuen Doppelkupplungsgetriebe.
Bild: Stellantis
Ins Getriebe haben sie den E-Motor integriert, der 21 kW oder 28 PS leistet. Eine kleine 48-Volt-Lithium-Ionen-Batterie haben sie unterm Fahrersitz eingebaut, für sanfte Übergänge von Elektro auf Verbrenner einen Riemenstartergenerator implantiert, fertig ist die Technik.
Fahrzeugdaten
Modell | Opel Corsa GS 1.2 Hybrid 48V |
|---|---|
Motor | Dreizylinder, Turbo, vorn quer |
Hubraum | 1199 cm³ |
Leistung | 74 kW (100 PS) bei 5500/min |
max. Drehmoment | 205 Nm bei 1750/min |
Antrieb | Front, 6-Gang-eDCT |
Länge/Breite/Höhe | 4061/1765-1960*/1435 mm |
Leergewicht | 1267 kg |
Kofferraum | 309–1081 l |
0–100 km/h | 9,9 s |
Vmax | 188 km/h |
Verbrauch | 4,5 l S/100 km |
Abgas CO2 | 101 g/km |
Preis | ab 30.190 Euro |
Und wie fährt sich das Ganze? Völlig unkompliziert! Als Erstes müssen Sie wissen, dass der Hybrid-Corsa nicht an die Steckdose muss, die Batterie lädt sich beim Verzögern, also beim Tritt aufs Bremspedal oder wenn der Fuß vom Gas geht.
Hybrid-System arbeitet perfekt verschliffen
Zweitens müssen Sie wissen, dass der Wagen eine Adam-Opel-Gedenksekunde braucht, bevor er loslegt. Und die geht so: Fuß auf die Bremse, Startknopf drücken, eine Sekunde warten, System fährt hoch, Motor läuft, Fuß aufs Gas, Abfahrt. Je nach Ladezustand der Batterie (sie hat bescheidene 0,89 kWh Kapazität) sind die ersten Meter rein elektrisch.

Fährt vollkommen problemlos: Verbrenner und E-Motor arbeiten perfekt zusammen, das One-Pedal-Driving ist ein echter Vorteil.
Bild: Stellantis
Dann meldet sich der Dreizylinder zu Wort, und zwar so zurückhaltend, dass du schon das Radio leise stellen musst, um das zu vernehmen. Ja, sie haben Elektro- und Verbrennerwelt schön miteinander bekannt gemacht, perfekt verschliffen.
Die kleine Ausbaustufe reicht schon
Noch schöner ist aber das Elektrogefühl im Fahrbetrieb. Beim Anrollen an die rote Ampel könnte es tatsächlich ein E-Corsa sein. Lupfst du den Gasfuß, verzögert das Auto ganz ohne Tritt auf die Bremse, und die Batterie lädt wieder auf. Also der Stromer für alle, die eigentlich noch gar keinen haben wollen, aber so vielleicht auf den Geschmack kommen.

Den neuen Corsa Hybrid gibt es mit 100 oder 136 PS. Die große Ausbaustufe kann man sich sparen, die kleine reicht vollkommen.
Bild: Stellantis
Und es muss noch gar nicht mal einer in Vollfettstufe sein! Den Hybrid-Corsa gibt es mit Halbpension (also 100 PS) und Vollverpflegung (also 136 PS). Sie haben uns den Kleinen gegeben. Wissen Sie was? Der reicht!
Beim Verbrauch bleibt der Corsa bescheiden
Und jetzt kommt der Zahlenteil dieser Story. Wir sind auf unserer Rhein-Main-Tour durch zwei Bundesländer gefahren, Hessen und Rheinland-Pfalz, wir haben den Corsa durch mehrere kleine Orte rollen lassen (das mag er am liebsten), ihn über die Landstraße bewegt (mag er auch) und es auf der Autobahn nur kurz krachen lassen (mag er eigentlich, dann säuft er aber). Ergebnis: 4,4 Liter Verbrauch. So was geht sonst nur mit einem Diesel.
Werfen wir einen Blick in die technischen Daten: Der Corsa mit 100 PS, aber ohne Hybrid und mit Achtstufen-Wandler, nimmt im Schnitt 5,4 bis 5,5 Liter Super. Die gleiche Motorisierung, aber mit Hybridtechnik und Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe, verbraucht laut WLTP-Messung zwischen 4,5 und 4,8 Litern, also im Idealfall einen Liter weniger.
Hybrid-Vergnügen beginnt bei 26.100 Euro
Ob sich das lohnt? Kommt drauf an. Der Standard-Corsa mit 100 PS und Automatik kostet 24.400 Euro, der Hybrid ist 1700 Euro teurer, kommt auf mindestens 26.100 Euro. Wir finden: Das ist gerechtfertigt, denn er kann Spaß und Sparen. Spaß, weil du wie beim E-Auto quasi im "One-Pedal-Modus" unterwegs sein kannst, Sparen, weil er im Idealfall einen Liter weniger schluckt und somit seine CO2-Emissionen um rund 18 Prozent senkt.
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