Er ist ein brandaktuelles Modell, und gleichzeitig ein sehr alter Bekannter. Er wirkt stattlich, ist aber im Preis mickrig. Er ist schlicht konstruiert, doch technisch voll modern.

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Opel Frontera

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Der Opel Frontera ist irgendwie anders. Genau das macht ihn gut. Wir haben nämlich nach Einordnung durch unser Einzeltest-Schema festgestellt: Von Typen wie dem Opel Frontera 1.2 Direct Injection Turbo eDCT hätten wir gern mehr.

Gute Raumausnutzung im Frontera

Das beginnt beim Karosseriekonzept. Steile Flächen und der bis zum Heckabschluss höhere Aufbau erlauben nämlich eine gute Raumausnutzung. In der Folge ist der Wagen bei knapp 4,40 Meter Außenlänge im Innenraum gut durchorganisiert. Fahrer und Passagiere finden auf ihren Plätzen ein passabel-luftiges Raumangebot vor, müssen sich auch vor den Knien nicht einschränken.
Opel Frontera 1.2 DI Turbo 48V
Familientransporter: Auf knapp 4,40 Metern bietet der neue Frontera ein luftiges Platzangebot für alle Passagiere – auch vor den Knien.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Auch die aufgeräumt gestaltete Mittelkonsole trägt zum lockeren Sitzgefühl bei, nichts beklemmt, alles passt. Für das Gepäck bedeutet die Karosserieform: Bis zu 1600 Liter lassen sich hineinfüllen, bei aufgestellter Rückenlehne der Klapp-Fondbank (angenehm geringe Bedienkräfte!) sind es mindestens 460 Liter Fassungsvermögen.

Am Arbeitsplatz ein typischer Opel

Außerdem hat Opel die typisch pfiffige Markenhandschrift hinterlassen. So halten beispielsweise elastische Gurte an der Mittelkonsole Papierkram oder Tablet, ein stabiler Türgriff öffnet das Auto, ein richtiger Schlüssel startet den Motor, unter dem Ladeboden wartet ein besonders großes Fach – gut so! Dazu schultert der robuste Aufbau satte 240 Kilogramm Dachlast (stationär, dynamisch 65 kg) – das taugt für XL-Aufstellzelte.
Opel Frontera 1.2 DI Turbo 48V
Markenhandschrift: Im Frontera finden wir einige pfiffige Details. Zudem ist die Bedienung angenehm reduziert und fehlerfrei.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Kleine Schrullen haben wir dennoch entdeckt. Dabei stören die (soll wohl Offroadcharakter herstellen) künstlich verbreiterten Schwellerblenden enorm beim Aussteigen, gleichzeitig könnten die (ansonsten sehr bequemen) Sitze deutlich mehr Flächenlänge beziehungsweise eine ausziehbare Oberschenkelstütze vertragen. Die mickrigen 1250 Kilogramm Anhängelast passen leider so gar nicht zu den ansonsten angenehm robusten Qualitäten.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart/Zylinder
Dreizylinder, Turbo, Mildhybrid
Einbaulage
vorn quer
Ventile/Nockenwellen
4 pro Zylinder/2
Nockenwellenantrieb
Kette
Hubraum
1199 cm³
kW (PS) bei 1/min
100 (136)/5500
Nm bei 1/min
230/1750
Vmax
194 km/h
Getriebe
Sechsgang-Doppelkupplung
Antrieb
Vorderradantrieb
Bremsen vorn/hinten
Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung
215/65 R 16 H
Reifentyp
Goodyear EfficientGrip 2 SUV
Spurweite vorn/hinten
1552/1559 mm
Abgas CO2*
119 g/km
Verbrauch*
5,2 l/100 km
Tankinhalt
44 l
Kraftstoffsorte
Super
Ottopartikelfilter
Serie
Vorbeifahrgeräusch
67 dB(A)
Anhängelast gebr./ungebr.
1250/610 kg
Stützlast
65 kg
Kofferraumvolumen
460–1600 l
Länge/Breite/Höhe
4385/1849–2020**/1635 mm
Radstand
2670 mm
Grundpreis
25.700 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
27.700 Euro
Das Bedienkonzept hat Opel dann wieder fehlerfrei durchdacht – obwohl es ungewöhnlich reduziert geraten ist. Nur wenige Menüebenen lassen sich über den Berührbildschirm abrufen, die Klimatisierung steuert der Nutzer über eine eigene Tastengruppe in der Mittelkonsole, in der Basisversion erfordert das abgespeckte Multimediasystem eine Koppelung mit dem Smartphone – unterm Strich ein erfrischend einfacher Ansatz, der insgesamt viel weniger ablenkt als die meisten "vollumfänglichen" Systeme.
Ein weiteres positives Detail: Die Fahrassistenten Geschwindigkeitswarnung und Spurüberwachung lassen sich über eigene, feste Tasten deaktivieren. Das finden wir die beste Lösung. So weit, so brauchbar.

Antriebsduo zeigt sich angenehm sparsam

Für den Fahrbetrieb gilt das ebenfalls. Die 136 PS aus einem Motoren-Mix (1,2-Liter-Dreizylinder arbeitet mit 48-Volt-E-Maschine zusammen) beschleunigen das Auto nicht überragend vorwärts stürmend, doch brauchbar zügig. Unter wenig Tempo und bei sachter Beschleunigung aus dem Stand heraus geht es sogar elektrisch voran, bald danach startet der gut hörbare Turbobenziner.
Opel Frontera 1.2 DI Turbo 48V
Genügsam: Im Testdurchschnitt genehmigte sich der Frontera 6,4 l/100 km, Verbräuche unter fünf Liter sind problemlos möglich.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Die Maschine sortiert ihre Kraft über ein elektronisch geregeltes Doppelkupplungsgetriebe und läuft dank defensiver Programmierung dieser Automatik angenehm sparsam. Unter fünf Liter auf 100 Kilometer sind problemlos möglich, im Testdurchschnitt genehmigte sich der 1.2er exakt 6,4 Liter Super/100 km. Bis hierhin also alles der Liga entsprechend und positiv.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
3,2 s
0–100 km/h
8,7 s
0–130 km/h
14,0 s
0–160 km/h
22,8 s
Zwischenspurt
60–100 km/h
4,7 s
80–120 km/h
5,9 s
Leergewicht/Zuladung
1343/487 kg
Gewichtsverteilung v./h.
63/37 %
Wendekreis links/rechts
11,2/11,4 m
Sitzhöhe
690 mm
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
36,9 m
aus 100 km/h warm
35,2 m
Innengeräusch
bei 50 km/h
60 dB(A)
bei 100 km/h
66 dB(A)
bei 130 km/h
70 dB(A)
bei 160 km/h
73 dB(A)
Verbrauch
Sparverbrauch
4,9 l S/100 km
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
6,4 l S/100 km
(+23 %)
Sportverbrauch
9,2 l S/100 km
CO2 (Testverbrauch)
152 g/km
Reichweite (Testverbrauch)
687 km
Allerdings hat uns die bunte Geräuschkulisse des Hybridkonzepts irritiert. Vom Fiepen des elektrischen Aggregats über (je nach Gang) Brummen des Dreizylinders, Rauschen der Ladeluft, gelegentliches (dabei kaum zuzuordnendes) Hochtouren des Verbrenners und Rumoren des Antriebs ist alles dabei, was Autos an Geräuschen so produzieren. Schade, denn ansonsten ist der Wagen doch kein stressig-lauter Bursche, rollt sogar ausgesprochen sanft ab.

Ein Dynamiker ist der Opel nicht

Hier helfen die "weichen" 16-Zoll-Reifen im Format 215/65 und eine sensibel ansprechende Federung. Dicke Buckel in der Straßenoberfläche filtert der Frontera sauber aus, kleine Kanten dringen nur minimal bis in den Innenraum vor, Schlaglöcher verpuffen in den höheren Reifenflanken. Gleichzeitig halten sich die Karosseriebewegungen in engen Grenzen – es geht unerwartet bequem zu im neuen Opel-SUV.
Opel Frontera 1.2 DI Turbo 48V
Wenig leichtfüßig: In Kurven gerät der Frontera ins Untersteuern, abrupte Richtungswechsel hält das strenge ESP im Zaum.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Allerdings nicht so fahraktiv. Der 1343 Kilogramm schwere Fronttriebler gerät bald ins Untersteuern, wird bei abrupten Richtungswechseln stramm vom ESP ins Gebet genommen, unsere Bremsprüfung hat darüber hinaus nur durchschnittliche Anhaltewege ergeben. Eine Folge der Reifen mit hoher Flanke und Sparlauffläche. Traktionsvermögen, das Lenkgefühl und der Geradeauslauf des Frontera passen ansonsten aber zur Größen-, Leistungs- und Preisliga.

Preisliste beginnt bei 25.700 Euro

Das bringt uns zum spannendsten Punkt: Ab 25.700 Euro kostet der 136 PS starke Frontera mit Automatik, hinzu kommen bei uns zwei je 1000 Euro teure Pakete (Tech und Komfort).
Opel Frontera 1.2 DI Turbo 48V
Für den Frontera 1.2 DI Turbo 48V verlangt Opel mindestens 25.700 Euro. Auch der Testwagen ist mit 27.700 Euro immer noch günstig.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Darin sind die speziell konturierten Sitze oder auch das Multimediasystem mit großem Bildschirm enthalten. Zusätzlich baut Opel Bequemlichkeiten wie zum Beispiel Sitzheizung oder eine Rückfahrkamera ein. Doch Achtung: Das war es dann auch schon.

Wertung Opel Frontera 1.2 DI Turbo 48V

Wertung Opel Frontera 1.2 DI Turbo 48V
Karosserie
Platzangebot ordentlich, Einstieg hinten erschwert. Schlichte Materialien, mäßige Anhängelast.
3,5 / 5
Antrieb
Elektrisches Anfahren möglich, angenehmer Turbobenziner. Geräuschquellen ungewöhnlich.
3,5 / 5
Fahrdynamik
Seitenneigung vorhanden, kein agiles Auto, dafür sehr sicher über das ESP abgestimmt.
3,5 / 5
Connected Car
Nur einfache und wenig Fahrassistenz vorhanden, Multimedia vorrangig über Smartphone-Kopplung.
3 / 5
Umwelt
48-Volt-Unterstützung, geringerVerbrauch möglich, verhältnismäßig leichtes Auto, Freilauf möglich.
3 / 5
Komfort
Sitze bequem, Federung verbindlich, Abrollverhalten angenehm, Fahrgeräusche nicht zu hoch.
3 / 5
Kosten
Geringer Kaufpreis, günstige Unterhaltskosten (Versicherung), Verbrauch niedrig. Extras in Paketen.
4 / 5
AUTO BILD-Testnote
2,3
Speziell in Sachen Fahrassistenz (nur Not-Stopp und Spurführung sind vorhanden) sieht es mau aus, Luxus wie Augmented Reality fehlt gänzlich, dazu vermissen wir "moderne" Extras wie ein Head-up-Display oder die Navi-Karte in der Fahreranzeige. Wer ohne solche Späßchen leben kann, bekommt dafür ein modernes und funktionales Auto für alle Tage und Strecken. Wobei genau das ja immer Opels Wesen war.

Bildergalerie

Opel Frontera 1.2 DI Turbo 48V
Opel Frontera 1.2 DI Turbo 48V
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Opel Frontera im ersten Test

Fazit

Im Frontera geht es angenehm reduziert zu. Das Auto ist bequem, sparsam und sorglos im Umgang. Die ungewöhnliche Geräuschkulisse verzeihen wir ihm – zumal er günstig zu haben und zu unterhalten ist. AUTO BILD-Testnote: 2,3