Schon komisch: Kaum wird Frau speiübel und verspürt Appetit auf saure Gurken mit Nutella, schon muss man sich nach einem Riesen-Van umschauen. AUTO BILD sagt: gemach! Erstens bekommt die deutsche Frau heute nur noch durchschnittlich 1,4 Kinder im Leben, zweitens muss so ein Van nicht unbedingt größer sein als ein Kleinwagen. Aber flexibler. Wir helfen werdenden Eltern bei ihrer Suche nach einem gebrauchten Van – unterteilt in drei Größen. Und wir sagen, woran der Wagen krankt. Übrigens: Ein kleiner Van ist auch durchaus etwas für werdende Omas und Opas. Man sitzt so schön hoch in Meriva und Co – das schont den Rücken.

Überblick: Alle News und Tests zu VW Sharan und Opel Meriva

Opel Meriva
Ab in die Kurve: Der Meriva ist straff abgestimmt, stellt auch den Kurvenkünstler selten vor Probleme.
Rost, klapprige Fahrwerke, miese Verarbeitung – das ist bei Opel Schnee von gestern. Opel baut schon lange wieder gute Autos. Eines der besten heißt Meriva, ein Van im Kleinformat. 2007 gewann er im AUTO BILD TÜV-Report, belegt seitdem immer vordere Plätze. 2003 kam der Meriva auf Basis des Corsa C auf den Markt. Besondere Kennzeichen? Steigen Sie ein, am besten hinten. Der mittlere Sitz lässt sich versenken, die beiden äußeren Sitze rücken nach innen und einzeln nach hinten. Bei dem Fotowagen, einem 1,4 Liter großen 90-PS-Benziner von 2006, klappt das wie geschmiert.So reisen vier baumstarke Männer entspannt zum Fußball – oder Papa und Mama mit Baby, Kinderkarre und reichlich Gepäck in den Urlaub. "Flex Space" heißt das Sitzsystem, das den Meriva zum Verschiebe- und Klappstar macht. Der drei Jahre alte Test-Meriva hat mit CD-Radio und Klimaanlage mal 18.000 Euro gekostet – jetzt will Händler Dello in Hamburg noch 9990 Euro. Kein Sonderangebot, aber gut angelegtes Geld. Bestätigt auch der AUTO BILD-Dauertest. 2006 schrammte ein Meriva 1.7 CDTI knapp an einer Zwei vorbei. Das DVD-System, das einmal die Batterie leersaugte, verhagelte die ansonsten gute Bilanz.
VW Sharan
Schön teuer: Neu hat dieser Sharan 40.000 Euro gekostet. Nach sechs Jahren ist er für 15.480 Euro kein Schnäppchen.
Familien mit drei Kindern fehlt es oft an einem: Geld. Wenn der fahrbare Untersatz dann ein VW Sharan sein soll, wird der Traum vom Raum oft zum finanziellen Albtraum. Anfang der 90er-Jahre entwickelten VW und Ford gemeinsam den Van mit bis zu sieben Sitzen. 1995 kamen Sharan und Galaxy, ein Jahr später machte der Seat Alhambra das Trio komplett. Im Klartext: Bis zum Facelift im Mai 2000 waren Sharan und Co grottenschlechte Klapperkisten. Als ein Sharan 1.9 TDI im März 2000 den AUTO BILD-Dauertest hinter sich hatte, war das für den Wagen wie eine Erlösung. Achtmal musste er außerplanmäßig in die Werkstatt. Kunststoffteile lösten sich, Sitzlehnen knarrten, Armlehnen baumelten lose herum.
VW Sharan
Schöner reisen: Dank Lederlenkrad, Navi und Automatik ist dieser Facelift-Sharan (ab 2000) ein Luxus-Bus.
Weit schlimmer: Spurstangenköpfe und Koppelstangen überlebten den Dauertest nicht. Mit dem Facelift (zu erkennen an den Klarglasscheinwerfern und dem geänderten Cockpit) wurde die Qualität im Innenraum besser. Grundlegende Probleme wie das viel zu schwache und unterdimensionierte Fahrwerk blieben. Aber die Preise für Facelift-Modelle sind hoch. Der Fotowagen, ein fünfeinhalb Jahre alter 1.9 TDI mit 115.000 km, Navi und Xenon, soll noch mehr als 15.000 Euro kosten. Ein Preis, der schwer nachzuvollziehen ist.

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Fazit

13 Vans für Familien mit Kindern. Die Auswahl ist riesig. Aber nicht alle diese Autos sind eine Empfehlung. Meine Wahl steht fest: Familien mit einem Kind fahren im Opel Meriva am besten. Müssen zwei Kinder mit, bieten sich Toyota Corolla Verso, Mazda5 oder auch der günstige Ford C-Max an. Wer drei Kinder chauffiert, nimmt den neuen Ford Galaxy oder S-Max. Der sieht auch noch richtig gut aus, so
gar nicht nach Van.