(dpa) Was soll mit dem verlustreichen Autobauer Opel geschehen? Das Wall-Street-Haus Morgan Stanley rät den Verantwortlichen des Mutterkonzerns General Motors zur Radikallösung: Trennt Euch von Opel, fordern Analysten der Bank in einer 37 Seiten langen Studie mit dem Titel "Leben ohne Opel". Das sei auch für die Rüsselsheimer das Beste. Opel habe in den vergangenen zwölf Jahren 16 Milliarden Dollar (12,6 Mrd. Euro) verbrannt, rechnete das Trio Adam Jonas, Ravi Shanker und Yejay Ying vor. "Die Verluste in den kommenden zwölf Jahren könnten sogar noch höher ausfallen", warnten sie in der am 6. September 2012 erschienen Studie.
Opel sei die größte einzelne Gefahr für die langfristiges finanzielle Gesundheit und Zukunftsfähigkeit von GM. "Aus unserer Sicht ist eine Trennung – wenngleich teuer – die beste Möglichkeit sowohl für die Beteiligten bei General Motors als auch bei Opel." Die Analysten sind der Überzeugung, dass es Opel unter einem neuen Besitzer besser ergehen würde. Für eine derartige Loslösung müsste GM ihrer Meinung nach aber 7 bis 13 Milliarden Dollar berappen, etwa für Pensionsverpflichtungen.

Bildergalerie

Opel-Firmenlogo
Gründer Adam Opel
Opel-Fabrikgebäude 1868
Galerie "150 Jahre Opel: Die Opel-Story" mit 143 Bildern öffnen
150 Jahre Opel: Die Opel-Story
Gespräche bei Opel über Kurzarbeit
Kostensenkung und neue Produkte in Wachstumssegmenten sollen Opel wieder stabilisieren, kündigte Interimschef Thomas Sedran an.
Bild: dpa
Ein GM-Sprecher wies die Forderung auf Nachfrage zurück: "Wir stehen zu Opel und sind überzeugt, dass wir das Geschäft erfolgreich sanieren können, um langfristig profitabel zu sein." Opel-Interimschef Thomas Sedran hatte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa erläutert, wie er die Wende schaffen will: mit neuen Modellen, einer günstigeren Herstellung sowie höheren Verkäufen im Ausland, vor allem in Russland.

Lesen Sie auch: Die Opel-Story