Panama P10+: Campern, Test, Preis
Oh wie schön, ein Panama!

Extra für Campervans hat die französische Trigano-Gruppe eine neue Marke gegründet. Wir drehen eine Runde mit dem ersten Modell!
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Sie kennen sie doch auch noch, oder? Die herzerwärmende Geschichte vom kleinen Bär, der mit seinem Freund Kleiner Tiger und dessen Tigerente loszieht, um das Glück in Panama zu finden? Aber da kommen die beiden ja gar nicht an!
Vielmehr stranden sie nach ihrer Reise wieder in ihrem alten Zuhause, dass sie nicht wiedererkennen, neu gestalten und am Ende viel toller als vorher finden. (Tonke Van XL: Willkommen in Bullibü)
Ob es dieses vom guten alten Janosch erdachte Abenteuer war, dass zu dem neuen Campervan namens Panama inspiriert hat? Schauen wir mal. Passen würde es schon, denn schließlich ist er ja zum Reisen gemacht.
Dass er wegen seiner kompakten Maße nebenbei auch noch Alltag kann – umso besser! Mit fünf Dreipunktgurtsitzen, von denen zwei serienmäßig mit dem Isofix-System ausgerüstet sind, eignet er sich sogar prima für den Einsatz als multifunktionale Familienkutsche.

Der Tisch hängt in einer Schiene und lässt sich mit einem Klappfuß auch draußen nutzen.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Und wo wir gerade beim Thema Familie sind: Der Panama stammt aus der Trigano-Gruppe. Deren Ursprünge reichen bis in die 1930er- Jahre zurück.
Anfangs wurden Zelte, seit 1971 auch Caravans und mittlerweile Reisemobile 24 unterschiedlicher Marken produziert. Da wundert es nicht, dass ein dem Panama ähnliches Modell unter dem Namen Karmann Duncan vertrieben wird.
Das ist der Panama
Im Prinzip ein ganz klassischer Campervan. Fast wie aus dem Bilderbuch könnte man sagen. Nur dass er auch gegen Aufpreis keine gelb-schwarzen Streifen wie die Tigerente trägt. Höchstens schicken Metalliclack (1200 Euro).

Oben schläft sich's bequemer, denn die Matratze ruht auf Tellerfedern.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Vier Räder hat er aber auch! Und eine große Schiebetür, hinter der sich ein überraschend heller Innenraum eröffnet. Die mit nützlichen Ablagen versehenen Seitenverkleidungen aus strukturiertem Kunststoff sind in einem leicht gräulichen Weiß gehalten, die Möbelfronten hingegen in strahlendem Weiß. Dazu passen Akzente in Grau wie auf der Arbeitsfläche.
Links geht es zwischen den drehbaren Vordersitzen ins Cockpit, das sich mit beiliegenden Isomatten für die Scheiben verdunkeln lässt. Hinter dem Fahrersitz ist der Möbelblock eingebaut, der wie ein schlankes Sideboard wirkt.

Komfortablen Zugang zu den Stauräumen bieten die platzsparenden Kunststoffrollos.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Darin sind vorn die Kocher-Spüle-Kombi mit separaten Glasabdeckungen und der Kompressorkühlschrank untergebracht, und auch der Tisch wird dort in einer Schiene eingehängt – ansonsten verschwindet er in einer Aussparung der Schiebetürverkleidung.
Hinten gibt es einen Stauraumaufsatz mit einer Ablagefläche obendrauf. Frischwassertank, Elektroinstallation und Gaskasten finden hier im unteren Teil Platz.
Die Dreiersitzbank kann in vier Schienen von der Heckklappe bis zu den Vordersitzen rollen, denn alle drei Teile des aus ihr herstellbaren Doppelbetts sind an ihrem Gestell verankert. Das schafft maximale Variabilität auch im Kofferraum, wo keine fest installierte Betterweiterung stört.

Unter anderem das Multimediasystem mit 8-Zoll-Farbdisplay gehört zum Plus-Paket für 3500 Euro.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Ins Obergeschoss geht’s nach dem Ausklappen des Daches, wobei zwei Gasdruckdämpfer helfen, über eine Aluleiter. Hier oben gibt es drei Fenster, zwei Lesespots und den wegen seiner Tellerfederung deutlich bequemeren Schlafplatz.
Das hat der P10+
Ein durchdachtes Konzept und tolle Verarbeitungsqualität. Am Mobiliar aus robusten Hochdruck-Schichtstoffpressplatten sind die Kanten sanft abgerundet, an sinnvollen Punkten stehen Steckdosen sowie im Heck eine Außendusche bereit.
Kochtopf, Fischerrute, Hut und Tigerente finden hinter Rollos Platz oder lassen sich in den Bodenschienen verzurren. Einzeln schaltbare LED-Leisten sowie die indirekte Beleuchtung tauchen den Innenraum in angenehmes Licht. Ein weiteres praktisches Feature ist der ausklappbare Fuß, in den sich das Tischbein für den Außeneinsatz stecken lässt.
Technische Daten | Panama P10+ |
|---|---|
Motorisierung | 2.0 TDCi EcoBlue |
Leistung | 96 kW (130 PS) bei 3250 U/min |
Hubraum | 1995 cm3 |
Drehmoment | 360 Nm bei 1500 U/min |
Höchstgeschwindigkeit | 165 km/h |
Getriebe/Antrieb | 6-Gang manuell/Vorderrad |
Tankinhalt/Kraftstoffsorte | 70 l/Diesel + 21 l AdBlue |
Länge/Breite/Höhe | 4972/1986/2080 mm |
Radstand/Bereifung | 2933 mm / 215/65 R 16 C |
Leergew. fahrbereit/Zuladung (Testmobil) | 2498/502 kg |
Anhängelast (gebremst/ungebremst) | 2500/750 kg |
Material Wand/Dach/Boden | Stahlblech/GfK/Stahlblech |
Isolierung Wand/Dach/Boden | XPS/XPS/XPS |
Liegefläche Heck L x B | 1870 x 1140 mm |
Liegefläche Aufstelldach L x B | 2000 x 1200 mm |
Innenhöhe/-breite max. | 2030/1775 mm |
Kühlschrank/Eisfach | Kompressor, 42/4 l |
Herd | Gas, 2 Flammen |
Bordbatterie | AGM, 12 V/75 Ah |
Frisch-/Abwassertank | 50/30 l |
Gasvorrat/Heizung | 1x 2,8 kg/Diesel, Webasto Air Top 2000 |
Preis/Testwagenpreis | ab 48.450/54.750 Euro |
Zwei Airbags, Start-Stopp-System, Klimaanlage, Audiosystem, beheizte Vordersitze inklusive Höheneinstellung sind schon in den Einstiegsvarianten P10E und P10 serienmäßig.
Sinnvolle Extras wie das Paket Living (Warmluftheizung, Wechselrichter, tragbare Toilette, elektrische Trittstufe, 1600 Euro) gibt es aber nur für das Topmodell P10+ (ab 51.950 Euro). Und wo wir gerade schon am Mäkeln sind: die 1,14 Meter schmale Sitzbank ist beim Einsatz von zwei Kindersitzen voll.
So fährt der Panama P10+
Sehr agil. Die Ford-Transit-Custom-Basis fühlt sich mehr nach Pkw als nach Transporter an, punktet zudem mit besserer Übersichtlichkeit und für die eingenommene Verkehrsfläche hervorragendem Platzangebot.

Unter der weit aufschwingenden Heckklappe lässt sich bei Regen auch ohne Markise ein trockener Sitzplatz finden.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Mit etwas über zwei Meter Außenhöhe sind wegen des Aufstelldaches aber viele Parkhäuser tabu. Das schränkt die Alltagstauglichkeit im städtischen Raum etwas ein.
Die Basisversion P10E kommt mit 105-PS-Diesel, ab dem P10 ist eine 130-PS-Variante serienmäßig. Starke 170 PS (2500 Euro) gibt es wie die Sechsstufen-Automatik (1800 Euro) optional nur für den gut ausgestatteten P10+.
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