Die Feinstaub-Sünder vom Bau

Paris will Dieselfahrzeuge verbieten

Der Diesel als Sündenbock

Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo will bis 2020 Dieselfahrzeuge verbieten. So soll die Smog-Belastung in Frankreichs Hauptstadt sinken.

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(rtr) Im Kampf gegen die Luftverschmutzung will Paris Diesel-Autos in der französischen Hauptstadt verbieten. "Ich will ein Aus für die Diesel bis 2020", sagte Bürgermeisterin Anne Hidalgo dem "Journal du Dimanche". Für ärmere Autobesitzer könne es jedoch noch Ausnahmen geben. Hidalgo will stattdessen vor allem den Fahrradverkehr und den Mietwagenverleih fördern und mehr Fußgängerzonen schaffen. Bereits jetzt hätten 60 Prozent der Pariser kein Auto mehr. Im Jahr 2001 seien es nur 40 Prozent gewesen.

Die Feinstaub-Sünder vom Bau

Luftverschutzung in Paris: E-Autos gegen den Smog
Diesel-Fahrzeuge sind in Frankreich besonders populär, mehr als jedes zweite Auto ist ein Selbstzünder. Sie gelten zwar tendenziell als effizienter als Benzin-Motoren, produzieren aber Feinstaubpartikel, die besonders krebserregend sind. Andere große europäische Städte versuchen ebenfalls, den Staus und der Luftverschmutzung durch Autos Herr zu werden: So haben London und Stockholm eine City-Maut eingeführt.

Alles zum Thema Feinstaub

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Als Feinstaub, Schwebstaub oder englisch "Particulate Matter" (PM) bezeichnet man Teilchen in der Luft, die nicht sofort zu Boden sinken, sondern eine gewisse Zeit in der Atmosphäre verweilen. Je nach Korngröße der Staubteilchen wird der Feinstaub in sogenannte Fraktionen unterteilt: Unter PM10 versteht man alle Staubteilchen, deren aerodynamischer Durchmesser kleiner als 10 Mikrometer (= 10 Millionstel Meter) ist. Teilchen, deren aerodynamischer Durchmesser weniger als 2,5 Mikrometer beträgt, bezeichnet man als "Feinfraktion" oder PM2,5. Die kleinsten mit einem aerodynamischen Durchmesser von weniger als 0,1 Mikrometer (das sind 100 Milliardstel Meter) sind die ultrafeinen Partikel. Wichtige vom Menschen geschaffene Feinstaubquellen sind Kraftfahrzeuge, Kraft- und Fernheizwerke, Abfallverbrennungsanlagen, Öfen und Heizungen in Wohnhäusern, der Schüttgutumschlag, die Tierhaltung sowie bestimmte Industrieprozesse. In Ballungsgebietenist vor allem der Straßenverkehr eine bedeutende Feinstaubquelle. Dabei gelangt Feinstaub nicht nur aus Motoren - vorrangig aus Dieselmotoren - in die Luft, sondern auch durch Bremsen- und Reifenabrieb sowie durch die Aufwirbelung des Staubes auf der Straße. Es ist erwiesen, dass das Einatmen von Feinstaub negativ auf den Gesundheitszustand des Menschen wirkt. Neben Lungenkrankheiten werden auch Herzinfarkte, Frühgeburten und Thrombosen mit Feinstaub in Verbindung gebracht. Die Weltgesundheitsorganisation sieht in Feinstaub die Ursache für 350.000 Todesfälle in Europa pro Jahr, davon 47.000 in Deutschland. Die EU verpflichtet ihre Mitglieder seit 2005, hohe Feinstaubwerte einzudämmen. Um die Belastung zu reduzieren, wurden in Deutschland unter anderem Dieselrußfilter und Umweltzonen in Großstädten eingeführt. Per Verordnung ist ein Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft festgeschrieben. (Quellen: Umweltbundesamt, dpa)

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