Peking 2012: Die Highlights
Mehr Luxus wagen

Die Europäer zeigen auf der Auto China 2012 viel begehrenswertes Blech im Luxussegment – SUVs, Sportler, Hybriden. Hier sind die Highlights aus Peking.
- Burkhard Knopke
Ein offener Zweisitzer mit grimmigem Blick, Schwenktüren, die steil nach oben zeigen, dazu eine Karosserie aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff und ein richtungweisender Plugin-Hybrid-Antrieb, der es auf 250 km/h bringt. Der BMW i8 Spyder macht Lust auf die automobile Zukunft – so ähnlich soll schon 2014 ein reales Traumauto aus Bayern aussehen. Und doch läuft auf der Auto China ein anderer dem rasanten Sportler den Rang ab. Die Langversion der 3ers ist der unumstrittene Star auf dem BMW-Stand in Peking. Elf Zentimeter länger als das Standardmodell bietet die nur für den chinesischen Markt produzierte XXL-Variante mehr Fußraum für Passagiere im Fond. Wer sich in China Luxus made in Germany gönnt, der lässt sich gerne chauffieren.
Überblick: Die Stars der Auto China 2012 in Peking
Video: Auto China 2012
Die Stars aus Peking
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Der Porsche Cayenne GTS positioniert sich zwischen dem S-Modell und dem Turbo.
Bild: Imaginechina
Auch Citroën kämpft wieder um Marktanteile im Premiumsegment. Die Studie des DS9, ein Shooting Brake mit Hybridantrieb, soll einmal das neue Flagschiff der Marke werden und wird zunächst nur für China entwickelt. Dafür platziert man den DS9 auf der Messe in Peking so exklusiv auf einem eigenen Stand fern der buckligen Verwandtschaft. Ohne umweltfreundliche Konzepte geht auch in China nichts mehr auf den Automessen. Besonders in der Oberklasse stellen Käufer Fragen über die Zukunft der Antriebstechnik. Über den Millionenstädten im Osten des Landes hängt dicker Smog, in Peking wird an einigen Tagen bis zu 400 mg Feinstaub pro Kubikmeter gemessen. Und im Hinblick auf die steigenden Zulassungszahlen fürchtet das Reich der Mitte die zunehmende Abhängigkeit vom Öl. Immer drastischere Verordnungen sollen Hersteller und Bevölkerung zum Umdenken bewegen. Für die Hauptstadt gelten Fahrverbote, die umlaufend 20 Prozent der Autos betreffen. Chinas Autoindustrie unterliegt einem rasanten Wandel.
Von den dreisten und kuriosen Kopien europäischer Erfolgsmodelle müssen sich die Besucher chinesischer Messen verabschieden. Einerseits wehren sich Porsche, BMW und Co inzwischen erfolgreich vor chinesischen Gerichten gegen Designpiraten und schützen die Patente ihrer Modelle. Andererseits werden die heimischen Hersteller spürbar erwachsen. So gibt es bei Geely, Great Wall & Co eigenständige Entwicklungen, die zumindest beim Design mit der Konkurrenz aus Japan und Südkorea mithalten. Auch technisch sucht die aufstrebende Industrie Anschluss. Shanghai Automotive Industry (SAIC) entwickelt einen eigenen Brennstoffantrieb für den Rover-Nachfolger Roewe. Und mit der einst britischen Marke Morris Garage (MG) traut sich SAIC zu, im europäischen Heimatland Marktanteile zu gewinnen. Das Crossover-Konzept MG Icon soll eine Kehrtwende im Design ankündigen, es erinnert an die stilistischen Wurzeln von MG und schafft mit einer Mischung aus Retroelementen und modernen Proportionen einen eigenen Stil.
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