Peugeot 308 SW: Kaufberatung
Benzin oder Elektro – mit welchem 308 SW fährt man besser?

Am SUV-Trend vorbei hat sich der klassische Kombi Peugeot 308 SW bei uns etabliert. AUTO BILD vergleicht Mildhybrid und Elektro und sagt, welcher günstiger ist.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Inhaltsverzeichnis
Ein Gigant wie Stellantis (unter anderem: Citroën, Peugeot, Opel, Fiat, Chrysler, Jeep) sieht sich oft mit der Vorhaltung konfrontiert, immer das gleiche Auto anzubieten und nur die Karosserien zu variieren.
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Auch der Peugeot 308 SW (SW= Station Wagon, also Kombi) rollt auf der allgegenwärtigen EMP2-Plattform, die Zahl der technisch verwandten Modelle ist endlos. Der Opel Astra ist das populärste.
- Peugeot E-308 SW: Der Stromer eignet sich vor allem für Fahrer, die bewusst elektrisch unterwegs sein möchten und ihre täglichen Strecken überwiegend im regionalen Umfeld zurücklegen.
- Peugeout 308 SW Hybrid: Der Benziner richtet sich an Käufer, die einen modernen und sparsamen Kombi suchen, ohne sich mit Ladeinfrastruktur oder Reichweitenplanung beschäftigen zu müssen.
308 SW bietet insgesamt vier Antriebe
Die Gleichteilestrategie hat für Kunden auch Vorteile: In vielen Ländern der Welt kennen sich Werkstätten mit der Technik aus, und Stellantis kann eine große Antriebsvielfalt anbieten: Der Peugeot 308 SW ist als Mildhybrid- Benziner, als Plug-in-Hybrid, vollelektrisch und auch als Diesel erhältlich – vier Antriebsarten kann nicht jeder anbieten.

Große Auswahl: Neben den von uns verglichenen Elektro- und Hybrid-Varianten, gibt es den 308 SW noch als Diesel und Plug-in-Hybrid.
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In diesen preissensiblen Zeiten lassen wir hier die Einstiegsmotorisierung, den 1,2-Liter-Mildhybrid, gegen die Elektroversion antreten. Beide rollen seit 2021 im Werk Mulhouse/Elsass vom Band, vor knapp einem Jahr gab’s ein Facelift. Den 15 PS schwächeren reinen Benziner bietet Peugeot seit Ende 2024 nicht mehr an.

Platz in der zweiten Reihe gehört nicht zu den Kernkompetenzen des 308 SW, viel größer als 1,80 Meter sollten die Fahrgäste im Fond nicht sein.
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Platz bietet der 308 SW vorn reichlich, hinten ist er vergleichsweise eng geschnitten. Fondgäste bis etwa 1,80 m kommen klar; ein Toyota Corolla Touring Sports etwa bietet hier aber mehr Platz.
Die schnittig wirkenden Karosserien liegen tatsächlich gut im Wind, Windgeräusche sind erst ab etwa 160 km/h hörbar – beim Stromer besonders irrelevant, denn er ist bei 170 km/h abgeregelt. Den feineren Akustik-Komfort bietet der Vollelektriker. Er fühlt sich massiver an, was er mit 215 kg Mehrgewicht ja auch ist.

Bei beiden Varianten des 308 SW gibt es bis 160 km/h keine Windgeräusche. Den etwas feineren Akustikkomfort bietet der Stromer.
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Der Dreizylinder des 1.2 Hybrid klingt nach hochtourigem Kleinwagen, aber auch dieses leicht Knurrige kann man mögen. Übrigens zirpte der Stromer auch weniger auf unserer derben Kopfsteinpflaster-Teststrecke, aber das dürfte sich im Rahmen der Serienstreuung bewegen.

Sparsamer: Während der alte Basisbenziner ohne E-Unterstützung noch 7,0 l/100 km verbrauchte, gibt sich der Mildhybrid jetzt mit 6,3 l/100 km zufrieden.
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Der 1.2 Hybrid belegt ähnlich wie etwa ein VW T-Roc, dass Mildhybridisierung tatsächlich etwas bringt. Der alte, nicht hybridisierte Benziner hatte in unserem Verbrauchstest 7,0 Liter Super/100 km konsumiert, dem aktuellen Mildhybrid reichen 6,3 Liter.
Ladezeit und Reichweite könnten besser sein
Zum Testverbrauch des Stromers ist anzumerken, dass wir ihn an einem sehr kühlen Morgen bei neun Grad Celsius ermittelt haben. Den Testverbrauch von 20,5 kWh/100 km haben technisch identische Elektroautos des gleichen Konzerns bei höheren Temperaturen in der Vergangenheit unterboten.

Um den Akku von 20 bis 80 Prozent zu laden, braucht der E-308 SW 32 Minuten – das ist vergleichsweise lang. Bei der Reichweite von 292 Kilometern dürfte es dagegen gerne etwas mehr sein.
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Beim Laden steht der 308 SW Elektro nicht an der Spitze des Fortschritts, weder an der AC-Wallbox (nur 11 kW) noch am DC-Schnelllader (Ladeleistung 100 kW maximal). Die Schnellladezeit gibt Peugeot mit 32 Minuten von 20 bis 80 Prozent an – realistisch. Es gibt allerdings längst Schnellere. Auch eine einstellbare Rekuperation oder One-Pedal-Fahren bietet der 308 Elektro nicht. Immerhin ist die Wärmepumpe Serie.
Der 1,2-Liter verfügt hinten über eine Mehrlenkerachse, die Elektroversion über eine schlichte Verbundlenkerachse. Beim Federungskomfort schenken sich beide nicht viel. Sie kamen auf den etwas kantig abrollenden 18-Zoll-Rädern der GT-Ausstattung, kurze Anregungen reichen die Federn herb an die Insassen durch. Lange Wellen verarbeiten beide gekonnt, der Aufbau bewegt sich auch beim schweren Stromer kaum.
Fahrzeugdaten
Modell | Peugeot E-308 SW | Peugeot 308 SW Hybrid 145 |
|---|---|---|
Elektro | Benziner | |
Motor | Elektromotor | Dreizylinder, Turbo, Mildhybrid |
Leistung/Systemleistung | 115 kW (156 PS) | 107 kW (145 PS) |
Drehmoment | 270 Nm | 230 Nm |
0-100 km/h | 10,0 s | 9,3 s |
Spitze | 170 km/h | 210 km/h |
Antrieb/Getriebe | Vorderrad/Einganggetriebe | Vorderrad/Sechsgang-Doppelkupplung |
Verbrauch/Reichweite WLTP | 15,1 kWh/100 km | 4,8 l S/100 km |
Reichweite (WLTP) | 444 km | k.A. |
Testverbrauch/Reichweite | 20,5 kWh/100 km | 6,3 l S/100 km |
Reichweite | 292 km | 825 km |
Batteriekapazität/Tank | 55 kWh | 52 l |
Länge/Breite/Höhe | 4636/1852-2062/1438 mm | 4636/1852-2062/1438 mm |
Radstand | 2732 mm | 2732 mm |
Kofferraum | 548-1483 l | 598-1487 l |
Leergewicht/Zuladung | 1745/430 kg | 1530/475 kg |
Anhänge-/Stützlast | –/– | 1100/70 kg |
Typklassen (HPF/TK/VK) | 17/20/23 | 14/21/22 |
Grundpreis | 43.635 Euro | 35.340 Euro |
Kraftstoff-/Stromkosten (60.000 km)* | 5412 Euro | 8206,60 Euro |
Wartung (4 Jahre) | 440 Euro | 1220 Euro |
Steuer (4 Jahre) | 0 Euro | 256 Euro |
Versicherung (HPF/VK 4 Jahre) | 7031,88 Euro | 5500,44 Euro |
Wertverlust (4 Jahre; 60.000 km)** | 24.036,93 Euro | 17.538,37 Euro |
Gesamt | 36.920,81 Euro | 32.717,41 Euro |
Kosten pro Kilometer | 0,62 Euro | 0,55 Euro |
Die Lenkung mit dem Peugeot-typischen Arrangement aus kleinem Steuerrad unter dem Fahrerdisplay wirkt agil, ist aber mit 2,5 Umdrehungen von Anschlag zu Anschlag eher indirekt.
Keine Unterschiede beim Cockpit-Design
Schöne Details wie die Waschdüsen in den Wischern oder die individuell belegbaren Schnellwahl-Sensortasten in der Mittelkonsole bieten beide. Beiden gemein ist auch die Neigung, Fahrerwünsche nur zeitverzögert umzusetzen. Man nennt der Spracherkennung seinen Lieblingssender; der ertönt dann auch, aber mit Verspätung. Auch das TomTom-Navi gehört nicht unbedingt zu den schnellsten Systemen, die Sprachbedienung zeigt sich zudem empfindlich gegen Nebengeräusche.


Die Arbeitsplätze von Benziner (links) und Elektroversion (rechts) sind beim 308 SW identisch. Beide haben die Stellantis-typischen Schalter und einen Touchscreen, der arg weit vom Fahrer entfernt ist.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Die Interieurs sind liebevoll gemacht und werden dem gehobenen Anspruch von Peugeot gerecht. Was sich von den Stellen, auf die nicht jedermann sofort schaut, nicht sagen lässt. Über der Hinterachse der Elektroversion sehen wir frei liegende Kabel und Stecker ohne jede Ummantelung – etwas sorglos, der Korrosion derart viel Angriffsfläche zu bieten.
Als Zugfahrzeug taugt nur der Verbrenner. Er darf 1100 kg ziehen, der Stromer gar nichts. Am Ende des Tages ist das Ergebnis eindeutig: Die Elektroversion kostet in der Anschaffung 8300 Euro mehr, Versicherungskosten und Wertverlust liegen deutlich höher. Steuerbefreiung, niedrigere Kraftstoff- und Wartungskosten machen das nicht ansatzweise wett.
Die wichtigsten Fragen zum Peugeot 308 SW
Welcher Antrieb ist wirtschaftlich sinnvoller?
Die Kosten sprechen klar für den Mildhybrid. Der Elektro-Kombi ist deutlich teurer in der Anschaffung, seine niedrigeren Energie- und Wartungskosten gleichen die höheren Gesamtaufwendungen nicht vollständig aus.
Wer hat das größere Transporttalent?
Der 308 SW Hybrid ist hier im Vorteil, beim Kofferraum bietet er mit 598-1487 Litern Volumen etwas mehr als der Stromer (548 bis 1483 Liter). Zudem darf er Anhänger bis 1100 Kilogramm ziehen.
Mit welchem kommt man weiter?
Bei der Reichweite liegt der Hybrid-308 klar vorne. Mit einer Tankfüllung kommt er bei einem Testverbrauch von 6,3 l/100 km 825 Kilometer weit. Der E-308 verbrauchte im Test 15,1 kWh/100 km; eine volle Akkuladung reicht damit lediglich für 292 Kilometer.
Wie schnell lädt der E-308 SW?
Der E-308 SW kann mit bis zu 11 kW an einer Wallbox und mit maximal 100 kW an einer DC-Ladesäule laden. Laut Hersteller dauert die Schnellladung von 20 auf 80 Prozent etwa 32 Minuten.
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