Hybrid-Kombis im Vergleich

Peugeot 508, Skoda Superb: Hybrid-Kombis im Test, Elektro-Antrieb

Das Duell der Hybrid-Kombis

Viel Platz und Power: Als Plug-in-Hybride werden Peugeot 508 und Skoda Superb zu Kombis für Genießer. AUTO BILD macht den Vergleich.
Platz 1 mit 550 von 800 Punkten: Skoda Superb Combi iV. Überlegenes Raumkonzept, gut abgestimmter und schneller Antrieb, einfach zu bedienendes Infotainment. Preis: ab 42.590 Euro (Ersparnis bei carwow.de bis zu 10.539 Euro).
Platz 2 mit 514 von 800 Punkten: Peugeot 508 SW Hybrid 225. Spürbar enger als der Skoda, rumpelige Vorderachse, leiser, angenehmer Antrieb, sehr individuell. Preis: ab 45.100 Euro (Ersparnis bei carwow.de bis zu 9987 Euro).

Parken mit PayByPhone

Bei diesen so herrlich unterschiedlichen Mittelklassekombis geht es um den Geschmack. Hier der rasant-verspielte Peugeot 508. Mit vielen Grüßen an den erfolgreichen 504, dennoch modisch tief geduckt, breit und bullig fordert er seit letztem Jahr die deutsche Premiumkonkurrenz mit französischer Haute Couture heraus. All die, die es etwas handfester mögen, wähnen im Skoda Superb Combi den perfekten Partner für den Alltag.

Der hübschere Testkandidat ist der Peogeot 508 SW

Mit seiner grimmigen Front und der eng gespannten Silhouette hat der 508 hohen Wiedererkennungswert.

Als iV hat das tschechische Familienschiff sogar einen grünen Anstrich. Dem 1,4-Liter-TSI wird hier ein E-Motor zur Seite gestellt. In der Summe leistet das Duo stramme 218 PS. Kein Problem für den Löwen aus Frankreich, der mit potentem Plug-in-Hybrid und 225 PS ein ebenbürtiger Jäger ist. Ein Schönling ist er ohnehin. Auf 4,77 Meter Länge und mächtigen 1,91 Meter Breite ist er ein rollendes Statement für mehr Eigenständigkeit. Egal ob grimmige Front, eng gespannte Silhouette oder das durchgehende Leuchtenband, das mit den jeweils drei schräg angeordneten Rückleuchten das alte 504 Cabrio zitiert – den verwechselt keiner. Durch die rahmenlosen Türen setzen wir die Entdeckungsreise im Innenraum fort. Man fällt tief in die gemütlichen, breiten Sessel, aber die hohe Gürtellinie erschwert die Übersicht – zumal große Fahrer weit hinter der B-Säule verschwinden.

Gebrauchtwagensuche: Peugeot 508

Im Skoda herrscht geradezu verschwenderisch viel Platz

Wohnzimmer: Der Superb umschmeichelt seine Gäste mit unglaublich viel Platz – vor allem in Reihe zwei.

Mit zu erwartendem Pragmatismus empfängt dagegen der Superb, dem spätestens im direkten Vergleich seine fast fünf Jahre Bauzeit deutlich anzusehen sind. Daran ändert auch das Facelift von 2019 – erkennbar am ausgeschriebenen Markenschriftzug und der überarbeiteten Frontpartie – nichts. Schmal und hochbeinig sieht er neben dem Franzosen aus. Tatsächlich hat er in der Breite fünf Zentimeter weniger Speck auf den Rippen. Wer deshalb aber Platznot im Innenraum fürchtet, hat die Rechnung ohne die Tschechen gemacht. Sie sind die Großmeister der Raumökonomie, holen allein in der Innenbreite nicht nur die fehlenden fünf Zentimeter von außen rein, sondern schlagen sogar noch weitere fünf Zentimeter raus. Möglich wird der Zaubertrick durch geschickt ausgeformte Türtafeln. Sein Längenplus von acht Zentimetern reicht der Superb direkt an die zweite Sitzreihe weiter, wo er ein Räkelparadies bietet, das man sonst eher in einer Mercedes S-Klasse in Langversion erwartet.

Gebrauchtwagensuche: Skoda Superb

Geradezu klaustrophobisch wirkt dagegen der Fond des 508, in dem von großgewachsenen Mitfahrern Gelenkigkeit erwartet wird. Knapper Knieraum, niedrige Sitzhöhe und kaum Platz für die Füße machen wenig Lust auf die nächste Frankreichtour. Obwohl zumindest bei aufgestellter Bank mit 530 zu 510 Litern immer mindestens eine Kiste Rotwein mehr reinpasst als bei Skoda. Doch der zieht nicht nur beim maximalen Volumen vorbei.

Beim Verbrauch tun sich die beiden Hybriden nicht viel

Fast Gleichstand: Mit vollem Akku verbrauchte der Skoda 4,9, der Peugot 4,8 Liter auf 100 Kilometer.

Vor allem punktet er im Alltag mit seinen zahlreichen, gut nutzbaren Fächern im Ladeboden. So lässt sich auch das Ladekabel schnell und problemlos verstauen. Bei Peugeot ist dafür eine umständliche Tasche vorgesehen, die einiges an Falt-und Wickelkünsten voraussetzt. Das macht auf Dauer niemand, also Kabelsalat. Genießer werden hingegen den Peugeot-Antrieb zu schätzen wissen. Leise summt er dahin, das Zuschalten des Verbrenners geschieht fast unmerklich. Gerade im Stadtbetrieb kann er seine zwei zusätzlichen Fahrstufen, die sich zudem sanft und nervenschonend via Wandler abwechseln, voll gegenüber dem deutlich ruppigeren Sechsgang-DSG des Skoda ausspielen. Der fährt zwar gefühlt öfter im reinen E-Modus, die Messwerte sprechen aber eine andere Sprache. Bündelt er jedoch seine Kräfte in der Boost-Funktion, sieht der Peugeot-Pilot nur noch die Rückleuchten. Zumindest bis zur Richtgeschwindigkeit, dann kann der Franzose seine Mehrleistung wieder ausspielen. Patt herrscht beim Verbrauch, wo der 508 nur minimal vorne liegt.
Vertauschte Rollen dagegen beim Fahrwerk. Während der Skoda mit seinem Verstellfahrwerk auf der weichen Welle surft und dabei reichlich Aufbaubewegungen produziert, reagiert der 508 spürbar härter, aber auch verbindlicher. Ein Entgegenkommen, das wir uns auch bei der Bedienung wünschen. Spiegelnde Tasten, verwirrende Menüs mit reichlich Unterfunktionen im Franzosen; das regelt Skoda besser und intuitiver. Weil der Superb am Ende auch noch einen knappen Tausender günstiger und später wertstabiler ist, geht der Sieg klar nach Tschechien. Frankophile wird das sicher nicht stören. Sie definieren Lebensart eh über Genuss statt über Punkte.
Das Fazit: Charmant, eigenständiges Design – der 508 gefällt. Dass er nicht gewinnt, liegt an seinem fehlenden Feinschliff bei Raumökonomie, Komfort und Bedienung. Hier zeigt der pragmatische und ausgewogene Skoda, wie es geht. Am Ende liegt der Superb verdient und recht deutlich vorn.

Hybrid-Kombis im Vergleich

Peugeot 508 SW Skoda Superb CombiPeugeot 508 SWSkoda Superb Combi

Stichworte:

Kombi

Anzeige

Automarkt

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.