Peugeot holt einen Namen zurück, der bei vielen Fans noch immer für eines der aufregendsten Modelle steht: RCZ. Mit der Studie RCZ Vision präsentieren die Franzosen allerdings kein klassisches Retro-Comeback. Stattdessen soll das Concept Car zeigen, wie Peugeot künftig mehr Emotion, Sportlichkeit und Designleidenschaft in die Marke bringen möchte.

RCZ kehrt als Studie zurück

Aber blicken wir doch erst mal ein paar Jahre zurück. Der ursprüngliche Peugeot RCZ wurde zwischen 2009 und 2015 gebaut und gehörte damals zu den ungewöhnlichsten Modellen im Programm. Zwar war das Coupé technisch nie der kompromisslose Sportwagen (Ausnahme: der 2013 eingeführte RCZ R), doch seine flache Silhouette und die markante Dachlinie machten ihn zu einem echten Hingucker. Genau an diese DNA knüpft der neue, zweitürige RCZ Vision an. Gleichzeitig wirkt die Studie deutlich futuristischer als ihr indirekter Vorgänger.
Peugeot RCZ Vision Concept
Die geschlossene Front samt RCZ-Schriftzug und die über die gesamte Fahrzeugbreite gezogene Lichtsignatur sorgen für einen äußerst modernen Auftritt.
Bild: Dani Heyne
Das beleuchtete Peugeot-Logo wird von einer Neuinterpretation der markentypischen "Drei-Krallen-Lichtsignatur" eingerahmt, die sich beim Concept Car über die gesamte Fahrzeugbreite erstreckt. Akzente setzen ein schwarz abgesetzter Frontsplitter sowie ein in die Schürze integrierter RCZ-Schriftzug. In der Seitenansicht erinnert die Studie mit ihren Proportionen stellenweise an einen Audi TT, der schon damals als direkter Konkurrent galt. Hinzu kommen extrem scharf gezeichnete 22-Zoll-Felgen, die zu einer besonders dynamischen Erscheinung beitragen.
Peugeot RCZ Vision Concept
Aus dem Profil versprüht der RCZ Vision leichte Audi-TT-Vibes.
Bild: Dani Heyne
Am Heck zeigt sich der Aufbau des RCZ Vision mit seinen breiten Kotflügeln besonders stattlich. Die schmalen Lichtstreifen an der Front finden sich auch hinten wieder. Dazwischen sitzt ein beleuchteter Peugeot-Schriftzug.
Peugeot RCZ Vision Concept
Die "Drei-Krallen-Lichtsignatur" von vorne greifen die Designer auch am Heck auf.
Bild: Dani Heyne
RCZ-Kenner dürften ein kleines Déjà-vu-Erlebnis haben: Das "Double-Bubble-Roof" mit seinen zwei Erhebungen wurde von den Designern bewusst wieder aufgegriffen. Die charakteristischen Elemente sorgen nicht nur für einen hohen Wiedererkennungswert, sondern sollen laut Peugeot auch zusätzliche Kopffreiheit für die hinteren Passagiere schaffen. Ein großer Diffusor und ein aktiver Heckspoiler unterstreichen den sportlichen Anspruch der Studie und könnten bei einem Serienmodell Abtrieb sowie Stabilität verbessern.
Peugeot RCZ Vision Concept
Das Concept Car lässt das bekannte "Double-Bubble-Roof" des einstigen RCZ neu aufleben.
Bild: Dani Heyne

Hypersquare statt klassischem Lenkrad

Mindestens genauso spektakulär wie das Exterieur fällt der Innenraum aus. Hier orientiert sich Peugeot am Polygon Concept, das die Marke Ende 2025 vorgestellt hat. Im Mittelpunkt steht das sogenannte "Hypersquare-Lenkrad". Die rechteckige Einheit dient nicht nur als auffälliges Designelement, sondern kündigt gleichzeitig eine wichtige technische Neuerung an – denn Peugeot plant die Einführung eines Steer-by-Wire-Systems. Dabei entfällt die klassische mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Rädern, die Lenkbefehle werden stattdessen elektronisch übertragen.
Innenraum Peugeot RCZ Vision
Der Innenraum der Studie ist in einem hellen Blauton gestaltet. Dazu kommen das Hypersquare-Lenkrad und transparente Displayflächen.
Bild: Stellantis
Dazu kommen sportliche Schalensitze in einem auffälligen Hellblau, transparente Glasflächen als Instrumentenanzeigen sowie mit einem geometrischen Muster bedruckte Türverkleidungen. Trotz aller Zukunftsvisionen verzichtet Peugeot zum Glück nicht vollständig auf klassische Bedienelemente – ein paar Tasten und Schalter sind nämlich in der Mittelkonsole platziert.

Feststoffbatterie und 1000-Volt-Technik

Doch der RCZ Vision ist nicht nur eine Designstudie. Peugeot nutzt das Concept Car auch als Technologieträger für kommende Serienmodelle. Die Studie basiert auf einer 1000-Volt-Architektur der neuen Plattformgeneration "STLA One", die speziell für künftige X-by-Wire-Systeme entwickelt wurde. Ziel sind kürzere Entwicklungszeiten, eine höhere Flexibilität bei Antrieben und Batterien sowie eine einfachere Wiederverwertung von Bauteilen am Ende ihres Lebenszyklus.
Dabei setzt Peugeot auf eine Feststoffbatterie, die gemeinsam mit Factorial Energy entwickelt wurde. Dank ihrer höheren Energiedichte soll sie mehr Strom auf kleinerem Raum speichern können, was sowohl die Reichweite als auch die Effizienz von Elektroautos verbessern dürfte. Der Akku soll sich außerdem in nur zehn Minuten von 10 auf 80 Prozent laden lassen. Ob und wann diese Technik tatsächlich in einem Serienmodell landet, lässt Peugeot allerdings noch offen.
Doch auch ganz Konkretes gibt es: Chefdesigner Matthias Hossann hat bereits angedeutet, dass sowohl das Steer-by-Wire-System als auch die neue Lichtsignatur ihren Weg in künftige Serienmodelle finden werden. Ersteres planen die Franzosen bereits mit der nächsten Generation des E-208 zu implementieren.

Fazit

Mit dem RCZ Vision zeigt Peugeot, wie ein modernes Sportcoupé aus französischer Hand aussehen könnte – denn ein emotionales Modell dieser Art fehlt derzeit im Marken-Portfolio. Das nötige Know-how für mehr Fahrspaß und Leidenschaft hat Peugeot im Motorsport und auch mit dem E-208 GTi längst bewiesen. Jetzt fehlt eigentlich nur noch der nächste Schritt. Ein neu interpretierter RCZ auf der Straße? Darüber würden sich sicher nicht nur Peugeot-Fans freuen.