Porsche 911 GT2 RS: Fahrbericht
Der König aller Elfer

Der Porsche 911 GT2 RS ist der stärkste Serien-911er aller Zeiten. Wie sich das 620-PS-Geschoss auf der Rennstrecke schlägt, lesen Sie hier. Erster Fahrbericht.
- Jörg Maltzan
Leistung kann man nie genug haben. Porsche-Fahrer sowieso nicht. Und darum ist der 911 Carrera erst der Anfang, absolute Basis, der Einstieg in die gehobene Sportwagenwelt, die im furiosen Turbo-Trio bestehend aus 911 Turbo (500 PS), Turbo S (530 PS) und – Tusch – 911 GT2 RS mit 620 PS gipfelt. So viel Dampf hatte noch kein Straßen-Porsche zuvor. Kein Wunder also, dass der Top-Elfer mit dem Basismodell nicht mehr allzu viel zu tun hat. Rund 600 Teile wurden modifiziert. Die Literleistung des 911 GT2 RS auf 172 PS zu treiben, war dabei noch die leichtere Übung. Dafür verantwortlich: Turbodruckerhöhung (1,6 Bar) und ein vergrößerter Ladeluftkühler. Schwieriger umzusetzen war der konsequente Leichtbau. Karosserie, Fahrwerk, Ausstattung – überall knappsten die Porsche-Ingenieure an den Pfunden und senkten das Gewicht auf einen DIN-Wert von nur 1370 Kilo. Anders gesagt: Jedes PS muss nur 2,21 Kilogramm bewegen – ein Rekord. Respekt! Oder gar Angst? Völlig unbegründet.
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Der 911 GT2 RS fährt sich überraschend handzahm. Kein unruhiges Leerlaufsägen, kein bockiges Anfahren – der Über-Porsche rollt ganz unspektakulär an. Gut, das Kupplungspedal fordert eine stramme Wade. Tiptronic oder PDK gibt es nicht. Aber sonst benimmt er sich ziemlich normal und man kann mit dem Geschoss gesittet und unauffällig durch die Stadt rollen. Sein angestammtes Revier findet der GT2 RS aber auf der Rennstrecke. Dort verzahnen sich die 325er-Hinterrad-Walzen mit dem Asphalt und schieben den RS brutal voran. Gutmütig nimmt der GT2 RS Kurven aller Art ihren Schrecken und beeindruckt mit einem Höchstmaß an mechanischem Grip. Und dann diese Lenkung! Besser kann die Verbindung zwischen Straße und Fahrer nicht sein. Extrem präzise und dabei unfassbar schnell zieht der Porsche seine Runden.
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Bild: Angelika Emmerling
Richtig leiden müssen "nur" die Reifen. Ein Abo für die sündhaft teuren Michelin-Cup-Pneus wäre sinnvoll. Auch diejenigen, die es nicht zwingend auf die Rennstrecke treibt, finden im GT2 RS ein packendes Stück Technik. Erstmals gibt es einen 911 mit Kohlefaser-Motorhaube und Frontkotflügel aus Carbon (Aufpreis 5616 Euro). Wer noch mehr Gewicht sparen will, lässt Klimaanlage und Radio weg – eine entsprechende Gutschrift dafür darf man von Porsche dafür aber nicht erwarten. Außerdem findet sich eine ultraleichte, fast 2000 Euro teure Lithium-Ionen-Batterie in der Aufpreisliste. Klar, Porsche zieht eben alle Register. Warum auch nicht? Die Fans warten schließlich schon. Und müssen sich beeilen. Nur 500 Stück werden gebaut. Dann ist auch dieser GT2 wieder Geschichte.
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