Porsche Cayenne S E-Hybrid im Langzeittest
Cayenne S E-Hybrid: ein Porsche für alle Fälle

Bild: Ronald Sassen / AUTO BILD
Über 20.000 Kilometer haben wir nun schon mit unserem aktuellen Langzeit-Testwagen Porsche Cayenne S E-Hybrid abgespult. Und wir können hier in der Zwischenbilanz sagen: Es läuft, richtig gut sogar!
S-GO 517E hat uns in den letzten Monaten nicht ein Mal im Stich gelassen. Sein Sechszylinder wurde gefühlt nie richtig kalt. Doch schauen wir einmal genauer ins Fahrtenbuch. Was haben die Kollegen alles angemerkt, gelobt oder getadelt?
Ganz großes Lob verdiente das Navigationssystem mit seiner Sprachbedienung. Denn oftmals läuft es bei uns im stressigen Redaktionsalltag so: schnell ins Auto, schnell die Adresse von Ort, Rennstrecke, Bahnhof oder Flughafen eingeben, wir haben doch keine Zeit.
Zum Tippen in den Bildschirm reicht es dann oft nicht. Aber: Die von uns eingesprochene Zieladresse wird trotz teils abenteuerlicher fränkischer oder thüringischer Akzente stets sofort korrekt erkannt und übernommen. Und in fast allen Fällen lotste uns das Navi sehr zeiteffizient an diversen Staus vorbei. Da können sich einige Hersteller mal ein Beispiel nehmen.

Auch für unsere große Highlights-Sause musste der Cayenne herhalten. Mit Bravour fungierte er als Fotoauto, Proviant-Transporter oder Führungs-Shuttle-Fahrzeug.
Bild: AUTO BILD
Wo noch? Der Kofferraum ist mit 627 Litern ordentlich groß. Und lässt sich durch die umklapp- und verschiebbare Rückenlehne bis auf 1563 Liter erweitern. Beim Cayenne weniger praktisch: die hohe Ladekante. Vor allem, wenn wir doch mal einen Satz Räder oder sperriges Equipment verladen. Es ging, sogar ohne Kratzer, aber niedriger wäre besser.
Dafür sind die Sitze unglaublich bequem und bieten guten Seitenhalt. Einige Kollegen trauen dem Gestühl sogar Schlafmöglichkeiten zu. Und hinten gibt's für die Passagiere richtig viel Beinfreiheit. Assistenten? Ist man vom Spurhalter und anderen Helfern genervt, lässt sich das mit wenigen Fingertipps deaktivieren.
Fahrzeugdaten | Porsche Cayenne S E-Hybrid |
|---|---|
Motor | V6, Turbo, vorn längs |
Hubraum | 2995 cm3 |
Systemleistung | 382 kW (519 PS) bei 5000-6500/min |
max. Drehmoment | 750 Nm bei 1000-4750/min |
L/B/H | 4930/2194/1678 mm |
Leergewicht | 2410 kg |
Kofferraum | 627–1563 l |
0–100/200 km/h | 4,7/16,8 s |
Spitze | 263 km/h |
Verbrauch | 1,7 l SP/ 100 km |
Preis | ab 124.600 Euro |
Antrieb? So langsam haben wir uns mit der Hybridunterstützung des V6-Biturbos angefreundet. Zwar können wir immer noch nicht abschätzen, ob es auf Dauer gut geht, wenn man (mit halbwegs vollem Akku) erst 15 Kilometer elektrisch bis zur Autobahn fährt, dann beschleunigt und der eiskalte Sechszylinder direkt alles geben muss.
So wirklich oft an der Ladesäule standen wir seit Langzeittestbeginn auch nicht. Mit dem kleinen 11-kW-Onboardlader müsste man theoretisch zwei Stunden an der Säule hängen, für 70 bis 80 Kilometer Reichweite. Dafür haben wir in der Redaktion oft nicht die Zeit.
Porsche Cayenne mit 519 PS Systemleistung im Sport-Modus
Es geht aber auch ohne Kabel ganz gut. Bis jetzt haben wir uns immer zirka 20 bis 40 Kilometer über den E-Charge im Hybrid- oder Sport-Fahrmodus geholt. Zarte Gasfüße schaffen's so oft vollelektrisch in der Stadt oder im Stau; nicht zuletzt aufgrund der kleinen Batterie schaltet sich aber oft der Verbrenner hinzu.
Und dieser ist nach wie vor ein Wonneproppen. Der V6 klingt so richtig sahnig gut, mit der optionalen Sportauspuffanlage ist das echter Hörgenuss. Und in den Sport-Modi geht es mit der Systemleistung von 519 PS richtig gut voran. Tempo 200 rollt der Cayenne ohne Anstrengung, sollen es mal 250 sein, geht auch das entspannt.

Die vielfach einstellbaren Sportsitze sind bequem und langstreckentauglich. An den neuen Getriebewählhebel rechts hinter dem Lenkrad gewöhnt man sich nur schwer.
Bild: Ronald Sassen / AUTO BILD
Reichweite? Es bleibt auch nach mehreren Monaten immer bei den üblichen 500 Kilometern und einem Schnitt von 9,5 bis 10 Litern. Der Benzintank ist mit 70 Litern auf den ersten Blick nicht der kleinste, doch halten immerhin 2,4 Tonnen dagegen, und die Karosserie steht gut im Wind.
Zweikammer-Luftfederung mit Zweiventil-Dämpfern begeistert
Fahrwerk? Nach wie vor ein Traum. Die Zweikammer-Luftfederung mit Zweiventil-Dämpfern begeistert mit einer Spreizung, die von ultraweich bis verdammt steif reicht. Die Vorderachse nicht zu nervös, dennoch viel Gefühl in der hervorragenden Lenkung.
Und wie war das mit der nicht so feinfühligen Bremse? Porsches Entwickler hatten uns empfohlen, einmal die Unterschiede in den Fahrmodi auszuprobieren. Und ja, Sport und Sport Plus geben eine deutlich bessere, echtere Rückmeldung. Doch im Alltag nutzen wir häufiger den Hybrid-Mode. Und da ist das Bremsen nach wie vor schlecht dosierbar.
Service-Links










