Mit zehn Jahren hatte ich ein Traumauto: den Opel Blitz aus der Kinderserie "Das feuerrote Spielmobil". Vierzig Jahre später wird mein Traumwagen diesem Titel immer noch gerecht, er kommt aktuell aber von Porsche und heißt Macan GTS. Neben der Farbe eint die beiden Traumwagen ihr Seltenheitswert. Der Blitz des Bayerischen Rundfunks war ein Einzelstück, der Macan GTS dürfte im Vergleich zum Diesel nur in homöopathischen Dosen verkauft werden.

Bei den Fahrleistungen liegt der GTS nicht weit hinter dem Turbo

Porsche Macan GTS
Sportwagenwerte: In 4,9 Sekunden stürmt der Macan GTS auf Tempo 100 und schafft 256 km/h Spitze.
Bild: Sven Krieger
Macht aber nichts, denn der GTS verspricht mehr Spaß als alle Spielmobile zusammen. Rot mit sportlichen Akzenten in Schwarz, gedrungenes Profil, feiste Nüstern wie beim Macan Turbo – sieht fett aus. Und enttäuscht beim Fahren nicht. Sonor brummelnd erwacht der auf 360 PS erstarkte V6 und schickt uns aus dem Stand in 4,9 Sekunden auf Landstraßentempo. Das kann der 40 PS stärkere Turbo auch nur 0,3 Sekunden schneller. Dank 500 Nm Drehmoment hechelt der GTS im Eiltempo durch die sieben sauber abgestuften Gänge des Doppelkupplungsgetriebes, der Allradantrieb verteilt die Kraft schnell und schlupffrei an die vier Räder. Erst jenseits der 230 km/h lässt der Schwabe nach und verlangt beim Sturm auf die Höchstgeschwindigkeit von 256 km/h ein wenig Geduld. Doch das verschmerzen wir locker.
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Einen schweren Gasfuß bestraft der Porsche an der Tankstelle

Porsche Macan GTS
Wer den Macan GTS bestimmungsgerecht bewegt, darf sich über den Spritdurst des V6 nicht wundern.
Bild: Sven Krieger
Erstens fährt heutzutage kaum jemand so schnell. Und zweitens verbraucht der GTS auch so schon mehr als genug. Im Test rauschten 10,5 Liter pro 100 Kilometer durch die Einspritzdüsen – und wer die 360 PS ausreizt, schafft auch das Doppelte. Die 21-Zoll-Aluräder sehen extrem gut aus, kosten allerdings 1737 Euro extra und schmälern den Komfort. Bröselige Bundesstraßen bringen einige Unruhe ins Auto. Das legt sich auf der Rennstrecke – so oder so. Mit der feinnervigen, präzisen Lenkung treffen selbst Sonntagsfahrer die Ideallinie, der GTS gibt sich auch in schnellen Wechselkurven keine Blöße – die elektronisch geregelten Dämpfer des Luftfederfahrwerks (1476 Euro) müssen nicht mal auf "Sport plus" gestellt werden, um richtig flott unterwegs zu sein.
Ein bisschen kniffelig wird es dann doch noch mal, und zwar an der Kasse. Mit 73.400 Euro kostet der Macan GTS 12.257 Euro mehr als der 340 PS starke Macan S. Das mit dem feuerroten Spielmobil wird also ein Traum bleiben.
Der Macan GTS fährt erstklassig und zeigt sich auch beim Antrieb über jeden Zweifel erhaben – als feuerrotes Spielmobil erfüllt er alle Anforderungen. Allerdings wird der dritte Benziner im Programm wohl ein Nischenmodell bleiben. Trotz scharfer Optik und leckerem Handling dürften die meisten Macan-Kunden auch weiterhin zum Diesel greifen.