Von Hause aus ist das Basismodell des Porsche Macan alles andere als sportlich. Dafür ist das Bestseller-SUV aus Zuffenhausen mit rund 65.000 Euro der günstigste Einstieg in diese Welt. Dass man dafür keinen dicken V6-Biturbo mit 400 PS und mehr erwarten kann, versteht sich von selbst.

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Stattdessen haben sie bei Porsche allen Ernstes einfach den Motor des aktuellen Golf GTI unter die Haube geschnallt. Jenen EA888 Evo4, der in so vielen Modellen verwendet wird. Im Macan leistet der Zwoliter 265 PS; bei 1,9 Tonnen eher ein Jammer. Was die Zahlen bestätigen: 6,2 Sekunden auf hundert, 232 km/h Spitze. Das haut einen wahrlich nicht vom Hocker. Genauso wenig wie der Vierzylinder-Sound in so einem Trumm.
Speedart Macan
Tempo 200 schafft der Speedart-Macan nun viel flinker. Die 95 steht für die Baureihe 95B.
Bild: Tobias Kempe / AUTO BILD

Das dachte auch Björn Striening, der Macher von Speedart: "Klar kaufen die Leute mehr die V6. Doch ich wollte versuchen, der Basis mehr Sport einzuhauchen. Zumal der Motor kein Neuland ist." So war es dann relativ einfach, mit einer neu aufgespielten Software 310 PS aus dem GTI-Motor herauszuholen. (Wie gut ist ein gebrauchter Porsche Macan?)
Damit das Powerplus auch akustisch erkennbar ist, hat Striening eine dicke Sportauspuffanlage unters Heck geschraubt. Und für Optik und Kurvenlage gab es neben ein bisschen Folie einen Satz 21-Zöller, Gewinde-Sportfedern und einen neuen Dachspoiler.
Motorbauart 
R4 
Aufladung 
Turbo 
Einbaulage 
vorn längs 
Ventile/Nockenwellen 
4 pro Zylinder/4 
Hubraum 
1984 cm³ 
kW (PS) b. 1/min 
228 (310)/5600 
Literleistung 
156 PS/l 
Nm b. 1/min 
450/3500 
Getriebe 
7-Gang-Doppelkupplung 
Antriebsart 
Allrad 
Maße L/B/H 
4726/2097/1601 mm 
Tank-/Kofferraumvolumen 
65/458-1503 l 
Normverbrauch • CO2 
10,7 l/100 km • 243 g/km
Abgasnorm 
Euro 6d-ISC-FCM 
Testwagenpreis
76.312 €

So weit, so gut. Und wie fährt sich so ein Vierzylinder-Macan? Die rund 130 Kilo schwereren Turbo- und GTS-Modelle fanden wir bisher ganz lustig, sie haben einen nicht so richtig geflasht, doch sportlich war das schon irgendwie.

Mehr Sportlichkeit als gedacht

Und bei den ersten Kilometern im Speedart-Auto kommt tatsächlich viel mehr Sportlichkeit rüber, als wir dachten. Die 265er- und 295er-Conti-Gummis bieten zusammen mit dem Fahrwerk erstaunlich viel Kurvenspaß. Der eher hecklastig ausgelegte Allrad sorgt immer für genügend Traktion. Und das Schöne: Trotz der Tieferlegung um 50 Millimeter geht der Komfort nicht flöten. Kein Wippen oder Hoppeln, das ist wirklich noch angenehm.
Speedart Macan
Fette Rohre, viel Sound? Auf jeden Fall! Mit der Anlage klingt der Vierzylinder-Macan deutlich männlicher.
Bild: Tobias Kempe / AUTO BILD

Einen direkten Vergleich zur Serie haben wir in Sachen Motor nicht. Dennoch kann man die 310 PS durchaus als munter bezeichnen. Klar könnte das Chassis noch deutlich mehr Leistung vertragen, doch es geht flott vorwärts, die Auspuffanlage versüßt die Fahrt mit kerniger Musik.

Beschleunigung
0-50 km/h 
1,9 s 
0-80 km/h 
3,8 s 
0-100 km/h 
5,6 s 
0-130 km/h 
9,1 s 
0-160 km/h 
14,0 s 
0-180 km/h 
19,6 s 
0-200 km/h 
24,0 s 
0-402,34 m (Viertelmeile) 
13,91 s 
Elastizität
60-100 km/h im 4./5. Gang 
3,0/4,4 s 
80-120 km/h im 5./6. Gang 
4,0/6,3 s 
80-120 km/h im 7. Gang 
10,7 s 
Bremsweg
100-0 km/h kalt (m/s²) 
35,7 m (10,8 m/s²) 
100-0 km/h warm (m/s²) 
34,4 m (11,2 m/s²) 
200-0 km/h warm (m/s²) 
136,9 m (11,3 m/s²) 
Testverbrauch
Ø auf 100 km 
10,7 l Super Plus 
Reichweite 
600 km 
Gewichte
Leergewicht/Zuladung 
1907/603 kg 
Balance Vorderachse/Hinterachse 
55/45 % 
Leistungsgewicht 
6,2 kg/PS 
Höchstgeschwindigkeit (lt. Hersteller)
245 km/h 

Tempo 200 ist keine Zauberei, auch den angegebenen Topspeed von 245 km/h schaffen wir ohne tagelangen Anlauf. Das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe macht einen guten Job, ultraschnell, trocken, präzise, eindeutig. Schade, dass es keinen echten manuellen Modus gibt. Launch Control hat er, Sprint-Test.
Herrlich, wie die Auspuffanlage im Startblock brasselt und knattert. Der Sprung aus dem Stand ist dann doch eher nur lauwarm. Klar, wo soll es auch herkommen? Doch die 100 sind wirklich schnell erreicht, genauer gesagt in 5,6 anstatt 6,2 Sekunden. Da ist immer noch viel Luft zu Macan S (4,6 s) und GTS (4,3 s).

Kein langweiliger Vierzylinder-Porsche-SUV

Ohne großartig zu beschönigen: Auch 24,1 Sekunden auf 200 klingen alles andere als schnell, aber der Speedart Macan ist wirklich zügig. Keine Spur von langweiligem Vierzylinder-Porsche-SUV.
Speedart Macan
Den Motor kennen wir aus dem aktuellen Golf GTI. 310 statt 265 PS, geht wie? Neue Software plus Sportluftfilter.
Bild: Tobias Kempe / AUTO BILD

Lohnt sich die Leistungssteigerung für 1290 Euro? Klares Ja! Der Vierzylinder macht Spaß, kommt mit den 1,9 Tonnen einigermaßen klar, und mit der Speedart-Optik sieht er aus wie ein GTS. Die Alternative? 10.000 Euro mehr für einen S für ein paar Zehntel schneller auf 100. Wenn Ihnen das wichtig ist, okay. In Sachen Sound steht er den V6-Modellen in nichts nach.
Es muss nicht immer der dicke GTS sein. Speedart versteht es, mit wenigen Mitteln aus dem Basis-Macan einen Sportler zu machen. Längsdynamisch deutlich flotter als die Serie, Kurven machen viel mehr Spaß.