Für eilige Leute mit Transportbedarf baut Porsche jetzt einen Kombi. Der heißt natürlich nicht so, sondern Panamera Sport Turismo. Wir machen den Test.
Eigentlich reine Nebensache, aber auch Porsche besitzen einen Kofferraum. Alle! In den 911 passen 405 Liter, in den Panamera 495 bis 1304 Liter, über die SUVs wollen wir aus Gründen der Fahrdynamik hier nicht reden. Für eilige Eltern sind die vorhandenen Lastenabteile damit vielleicht aber doch ein bisschen zu klein. Ihnen kann geholfen werden, Porsche baut jetzt einen Panamera mit vergrößertem Gepäckabteil. Den nennen sie natürlich nicht Kombi oder Station Wagon oder Variant oder so, sondern Sport Turismo.
Als Sport Turismo wird der Panamera richtig schön
Lang gestreckt, gedrungen, breit: Der Panamera Sport Turismo ist den Porsche-Designern gut gelungen.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
In das Gepäckabteil des Porsche passen 520 bis maximal 1390 Liter, die Rücklehne lässt sich dreigeteilt (im Verhältnis 40/20/40) umlegen, die Ladekante liegt mit 64 Zentimetern recht niedrig. Alles sehr ordentlich und durchdacht gemacht, wie in einem richtigen Kombi. Der Sport Turismo sieht bemerkenswert gut aus, finden wir jedenfalls. Er wirkt schon durch seine schieren Dimensionen – fünf Meter lang, 1,94 m breit und vor allem 1,43 m flach – bullig und gestreckt. Und das Heck haben die Designer gekonnt angepasst, das Ganze wirkt wuchtig, harmonisch und geschlossen. An Bord geht es edel bis luxuriös zu. Der große Drehzahlmesser in der Instrumentenmitte und das Zündschloss links sind klassische Details, das große 12,3-Zoll-Display in der Mitte zur Steuerung von unglaublich vielen Funktionen und die jetzt komplett aufgeräumte Mittelkonsole in schwarzer Glasoptik stammen aus der Neuzeit. Und alles ist bestens verarbeitet.
Fahrdynamisch ist auch der Kombi ein echter Porsche
Geschmeidig und sehr agil: Beim Fahren könnte man fast vergessen, dass der Porsche 2,1 Tonnen wiegt.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Die erstklassigen Sportsitze vorn (1404 Euro) sind das reine Vergnügen, den Fond hat Porsche als 2+1-Sitzer ausgelegt. Bedeutet: Auf den Außenpositionen warten zwei bequeme, schön ausgeformte Sitze, gern auch für größer gewachsene Leute, Platz ist ausreichend vorhanden. Und in der Mitte gibt es eine Sitzgelegenheit für, nun ja, die kürzeren Strecken. Doch der beste Platz im Panamera ist natürlich hinter dem Lenkrad. Denn, gleich vorweg, beim Sport Turismo handelt es sich wirklich nicht um einen Kombi, sondern um einen Gran Turismo mit den Fahrleistungen eines Supersportlers. Die Größe und die 2,1 Tonnen Gewicht kann man natürlich nicht wegdiskutieren, die spürt man in jeder Situation. Aber wie geschmeidig und außerordentlich agil er sich fährt, dirigiert von der präzisen, feinfühligen Lenkung, verrät große Kunst und jede Menge Erfahrung bei der Abstimmung. Dazu gehört Technik vom Feinsten: Der Test-Panamera besaß Wankstabilisierung (Dynamic Chassis Control Sport, 4701 Euro) und Hinterachslenkung (2047 Euro).
Die Fahrleistungen sind über jeden Zweifel erhaben
Dickes Ding im Bug: Mit dem V8-Biturbo sprintet der Sport Turismo in 3,5 Sekunden auf 100 km/h.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Der 4,0-Liter-Doppelturbo-V8 ist ein Triebwerk erster Klasse. Mit brachialem Antritt, spontanem Drehvermögen und hoher Laufkultur. Er macht gewaltig Betrieb, und zwar in allen Lebenslagen. Das Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe verfügt offenbar über telepathische Eigenschaften, schaltet äußerst zügig. Die Fahrleistungen sprechen für sich: Der Testwagen sprang in 3,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und in 12,8 Sekunden auf 200 km/h. Auffällig, und auch wieder typisch Porsche, ist dabei die sehr hohe Traktion, die der Panamera unverzüglich aufbaut. Ach ja, die Keramik-Bremsen (8937 Euro) beißen richtig zu, der Sport Turismo stand beim Nothalt aus 100 km/h schon nach 33,3 Metern. Nein, ein normaler Kombi kann das wirklich nicht sein.
Der Panamera Turbo Sport Turismo liefert eine beeindruckende Vorstellung: großartiger V8, überragende Fahrleistungen mit äußerst agilem Handling, erstklassige Bremsen. Und dazu noch ein hoher Komfort. Okay, in den Gepäckraum passt jetzt keine Schrankwand, aber immerhin ist er spürbar größer als bei der Limousine.