Porsche Taycan 4: erste Fahrt im Allrad-Sportler
Allrad-Doping für den Einstiegs-Taycan

Bild: Porsche
Inzwischen längst etabliert, stellt sich vielmehr die Frage: Welcher Taycan darf's denn sein? Denn die Spannweite reicht vom Taycan mit 408 PS sowie Hinterradantrieb bis zum 1108 PS starken Taycan Turbo GT mit Weissach-Paket.
Nun hat Porsche eine Allrad-Option für die Einstiegsvariante nachgeschossen, den Taycan 4. Mit der von uns gefahrenen Performance-Batterie-Plus, die als Option exakt 5723,90 Euro kostet, leisten Taycan und Taycan 4 maximal 320 kW/435 PS. Und beide erreichen 230 km/h Spitze.

Der vollelektrische Porsche Taycan bekommt neben der bisher nur heckgetriebenen Einstiegsvariante nun eine Allrad-Option.
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Soweit zu den ersten Patts im Auto-Quartett. Denn bereits beim Blick aufs Drehmoment liegt der Allradler mit 610 Newtonmeter deutlich vor seinem heckgetriebenen Bruder, der sich mit 420 Nm begnügen muss. Da ist es dank der besseren Traktion von vier angetriebenen Rädern bereits unter guten Fahrbahnzuständen kein Wunder, dass der Taycan 4 beim Sprint von 0 auf 100 km/h mit 4,6 gegenüber 4,8 Sekunden vorne liegt.
Seine Vorteile so richtig ausspielen kann der Allradler aber vor allem dort, wo die Haftung zu wünschen übrig lässt. Wie auf den im Winter verschneiten Straßen rund um den finnischen Ort Levi. Und im dort gelegenen – mit Schnee und Eis bedeckten – Porsche Arctic Driving Experience Center.
Fahrzeugdaten | Porsche Taycan 4 (2025) |
|---|---|
Motor | 2 × Synchronelektromotor |
Spitzenleistung | 320 kW (435 PS) |
max. Drehmoment | 610 Nm |
Antrieb | Allradantrieb |
L/B/H | 4963/2144/1379 mm |
Leergewicht | 2325 kg |
0-100 km/h | 4,6 s |
Spitze | 230 km/h |
Verbrauch | 17,7 kWh/100 km (WLTP) |
Batteriekapazität brutto/netto | 105 kWh/97 kWh |
Preis | ab 106.200 Euro |
Vier Sekunden auf die Taste des PSM (Porsche Stability Management) gedrückt – und das elektronische Helferlein legt sich in den Winterschlaf. Auf geht's in die Kreisbahn. Einlenken und ein ordentlicher Tritt aufs Fahrpedal, schon bricht das Heck aus. Wie ein Sturm auf hoher See hört es sich an, wenn alle vier Räder um Traktion ringen.
Allradler auf Schnee deutlich im Vorteil
Mit mehr Gefühl lässt sich der Allradler nach etwas Eingewöhnung im Drift nicht nur im Kreis, sondern auch um die breiten Kurven eines Handlings-Kurses zirkeln. Beachtlich ist, wie das auch im Sport-Modus des PSM gelingt. Mit deutlich geringerem Risiko, die Quertreiberei vorzeitig mit einem Dreher zu beenden.

Der Taycan überzeugt – unabhängig vom Antrieb – mit hochwertiger Verarbeitung.
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Umstieg in den Taycan mit Heckantrieb. Wer hier nicht sofort mit Samtschuhen agiert, bringt die Hinterräder unweigerlich zum Durchdrehen, endet blitzschnell in einem Dreher. Das PSM leistet eingeschaltet ganze Arbeit. Trotzdem: Die Allrad-Variante spielt auf Schnee und Eis einfach in einer ganz anderen Liga.
Das beweist sie auch auf den schneebedeckten Straßen rund um das für die Öffentlichkeit gesperrte Gelände. Dort beschleunigt der Taycan 4 trotz mitteleuropäischer Winterreifen souverän. Wer in schneereichen Regionen wohnt oder häufig in diesen unterwegs ist, für den ist der Taycan 4 eine sichere Bank.
Eine Reichweite von 643 Kilometern soll drin sein
Die Nachteile des Allradantriebs bleiben überschaubar. Die zusätzliche Elektromotor-Einheit an der Vorderachse beschert 80 zusätzliche Kilogramm auf der Waage, das Leergewicht steigt auf 2325 kg. Da die Vorderachse aber automatisch entkoppelt und bei Bedarf innerhalb von Millisekunden wieder zugeschaltet wird, hält sich der Mehrverbrauch in Grenzen: 17,7 kWh/100 km verbraucht der Taycan 4 nach WLTP, 17,0 kWh/100 km der Taycan mit Hinterradantrieb – jeweils mit Performance-Plus-Batterie an Bord. Bei der Reichweite büßt der Allrad-Taycan 35 Kilometer ein, schafft aber immer noch 643 km (WLTP).

Für den Taycan 4 werden mindestens 106.200 Euro fällig.
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Jeder Taycan überzeugt – unabhängig vom Antrieb – mit hochwertiger Verarbeitung, Fahrkomfort und Langstreckentauglichkeit. Beide Einstiegsmodelle verfügen bereits über die Schnellladefähigkeit von bis zu 320 Kilowatt an geeigneten Gleichstrom-Ladesäulen. In nur 18 Minuten soll sich die Batterie so von 10 auf 80 Prozent ihrer nutzbaren Kapazität laden lassen.
Für ein Oberklasse-Modell mau ist das Platzangebot im Fond und im hinteren Kofferraum. Während die Beinfreiheit noch passt, sollten die Insassen auf den Rücksitzen nicht über etwa 1,80 Meter groß sein. Denn das wie bei einem Coupé abfallende Dach der Limousine schränkt den Raum nach oben deutlich ein. Abhilfe schaffen beim Raumangebot die Taycan-Varianten Cross Turismo und Sport Turismo.
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