Porsche Taycan im Test

Porsche Taycan im Test

Porsche Taycan 4S: Test, Motor, Preis

Kann der Porsche Taycan Alltag?

E-Mobilität bei Porsche beginnt bei 530 PS und 105.607 Euro. Richtig viel, richtig teuer, richtig gut? Das hat AUTO BILD im Alltags-Test gecheckt!
Och nö! Kaum hat der Spaß so richtig angefangen, erscheint die Schildkröte. Nach 30 Kilometern oder 15 Minuten schneller Hatz auf der Autobahn dreht der Porsche Taycan 4S einfach den Hahn zu. Maximal 150 sind noch drin, der Fahrer des eben erst überholten BMW 2er Active Tourer (ja, ein Van, auch noch ein 216d mit Mini-Diesel) grinst sich einen, als er lässig an uns vorbeirollt. Aber vielleicht war es auch ganz gut, dass uns der Porsche eingebremst hat. Der Bordcomputer zeigt bei der Fahrweise einen Verbrauch von 118 kWh auf 100 Kilometern, der volle Akku wäre nach 71 Kilometern ratzeleer. Auf der A 24 Richtung Berlin kannste dann die nächste Ausfahrt nicht einmal im Ansatz erreichen, von der nächsten Ladestation ganz zu schweigen.

Parken mit PayByPhone

Okay, zurück auf null. Vielleicht ist der Taycan einfach nicht für schnelle Dauerläufe gemacht, wie jeder Tesla eben auch. Und wenn man ehrlich ist, waren das die Elfer bis Anfang der 1990er auch nicht. Die haben nach ein paar Dutzend Kilometern doch nur genervt. Aber was ist der Taycan dann? Versuchen wir eine Annäherung im Alltag. Erste Übung: abends mit vier Personen ins Restaurant fahren. Sollte kein Problem sein, der Porsche ist fast fünf Meter lang, alle erzählen immer, wie wenig die E-Technik an Platz benötigt. Wo der geblieben ist? Keine Ahnung, es wird eng im Taycan. Vorn so nah ans Lenkrad, dass es gerade noch bequem ist, dann kann hinten einer sitzen. Immerhin: Trotz der mächtigen Akkus im Wagenboden bleibt erstaunlich viel Platz über dem Kopf. Kofferraum? Groß genug, aber die kleine Klappe verbietet allzu sperriges Gepäck. Ist halt auch kein Kombi. Der kommt erst später.

Schnellladen mit maximal 270 kW Gleichstrom

Im Idealfall kann der Taycan mit 270 kW Gleichstrom betankt werden. Auf 80 Prozent geht's in handgestoppten 22,5 Minuten.  

Nächste Übung: zu zweit mit Hund von Hamburg an die 126 Kilometer entfernte Ostsee, und weil dem Wuffi schnell übel wird, mit maximal 130. Klappt ganz prima, keine Reichweiten-Angst. Am Ende ist noch Strom für fast 50 Kilometer im Akku übrig. Wobei laden eh ein gutes Thema ist. Das kann der Porsche nämlich so schnell wie beschleunigen. Vielleicht sogar noch schneller. Denn im Idealfall kann der Taycan mit 270 kW Gleichstrom betankt werden, wir kamen an einer Ionity-Schnellladesäule auf 266 KW. Respekt, die 98 kWh von ganz leer auf 100 Prozent brauchen gerade eine Stunde und drei Minuten. Wobei das in der Realität keiner macht, die letzten 20 Prozent ziehen und ziehen und ziehen sich. Besser zwischen fünf und 80 Prozent laden, das geht in pipipausengerechten und handgestoppten 22,5 Minuten. Wo Sie nie, wirklich nie laden sollten, ist an einer Haushaltssteckdose. Dienstag um 22.24 Uhr angeschlossen, zeigt der Taycan an, dass er Donnerstag um 17.26 Uhr (also nach rund 43 Stunden) wieder 100 Prozent Saft im Akku hat. Äh, wahrscheinlich drehst du dabei auch noch aus Versehen der halben Nachbarschaft den Saft ab.
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Auch ein E-Auto löst das Markenversprechen ein

Ein Porsche ist ein Porsche ist ein Porsche: Auch der Taycan hat es querdynamisch richtig gut drauf.

So weit, so neu solche Probleme. Kommen wir zu den porschigen Seiten des Taycan. Und da kann er punkten, E-Antrieb hin oder her. Das beginnt beim Sitzen. Weil sie den Akkus kleine Mulden gegönnt haben, sitzt man wirklich IM Auto, nicht DRIN (wie bei den meisten anderen Elektroautos mit ihrer hohen Sitzposition). Und dann ist da das Cockpit. Piekfein verarbeitet, das klassische Instrumentenlayout ist ebenso einem Bildschirm gewichen wie die Schalter und Tasten in der Mittelkonsole. Überraschung: Sieht aus wie in einem Elfer aus einem Science-Fiction-Film. Wenn das die Zukunft von Porsche ist, gefällt sie uns fast besser als die Vergangenheit. Und auch beim Fahren ist der Taycan ganz Porsche. Okay, den künstlichen Raumschiffsound braucht keiner. Der Rest ist echt, mechanisch, gut. Messerscharfe Allradlenkung und die Luftfederung ergeben eine Agilität, die es ohne Verbrenner bisher noch nicht gegeben hat. Das hohe Gewicht? Gefühlt nicht vorhanden. Klar, dass das alles seinen Preis hat. 105.607 Euro Liste sind nur die halbe Wahrheit, der Testwagen liegt schon bei 161.739,30 Euro. Schildkröte beim Preis? Nee, nicht bei Porsche. Eher Gepard.
Das Fazit: Ja, der Taycan kann Alltag. Kann mit hoher Ladegeschwindigkeit die So-lala-Reichweite ausgleichen. Dafür punktet er mit vielen Porsche-Tugenden, ist schnell, präzise. Und er fällt auf! Zum fiesen Preis. AUTO BILD-Testnote: 2
Technische Daten Porsche Taycan 4S • Motor: zweimal E-Motor, permanent erregt Batteriekapazität netto 83,7 kWh • maximale Leistung: 420 kW (571 PS) • maximales Drehmoment: 650 Nm • Antrieb: Allradantrieb, 1-Gang-Getriebe vorne, 2-Gang-Getriebe hinten • Länge/Breite/Höhe: 4963/2144/1379 mm • Leergewicht: 2344 kg • Kofferraum: vorne 81 l, hinten 407 l • 0-100 km/h: 4,0 s • Vmax: 250 km/h • Verbrauch: 29,9 kWh/100 km • Preis: ab 105.607 Euro.

Stichworte:

Elektro-Sportwagen

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