Postbank präsentiert: Mein erster Traumwagen
Mit einem Hauch von Hollywood

Klaas Akkermann war ein Mann der Rekorde. Beruflich arbeitete der Hamburger Filmpromoter mit allen Hollywoodstars, privat fuhr er über Jahrzehnte Opel Rekord. Seine Tochter setzte ihm ein automobiles Denkmal und küsste seinen letzten 2.0 E wach.
- Sabine Franz
Goldene Zeiten begannen für Eike Hahn im Alter von zwölf Jahren. Damals war der Weg das Ziel, und das war meist die Insel Fehmarn. "Ich werde heute vom goldenen Wagen abgeholt", freute sich das Mädchen, bevor es in den Familienurlaub von Hamburg auf die Insel ging. Im goldenen Opel Rekord 2.0 E.
Der Opel war das Auto ihrer Jugend
Noch heute, über drei Jahrzehnte später, findet Eike Hahn die Farbe großartig, im Einheitsfarbbrei aus Schwarz und Grau auf den Straßen. Der Opel war das Auto ihrer Jugend. Kuschelige Zeiten auf der plüschigen Rückbank mit luftigem Schiebedach, der exklusiven Berlina-Ausstattung sei Dank.
Mr. Hollywood, ein legendärer Charakterkopf

James-Bond-Premiere in Hamburg: "Mr. Hollywood“ Klaas Akkermann (l.) und Roger Moore waren seit den 1970er-Jahren befreundet
Und einer, der in Sachen Image-Schublade eher in einen Sportwagen gesteckt würde. Doch Klaas Akkermann fuhr Opel Rekord. Aus Überzeugung. Dem Modell war er ebenso treu wie der Werkstatt Opel Bleck in der Barmbeker Straße. Seinen Autos gab er Namen. Ivan taufte er gleich mehrere seiner Rekord-Modelle in Folge, erinnert sich Eike Hahn. "Er fand, der Wagen drücke Kraft und Schnelligkeit aus, deshalb Ivan."
Es darf ein bisschen mehr sein
Ein bisschen pimpte er sein 110-PS-Kraftpaket noch auf. Mit einem Kat zum Beispiel. "Da war ich als Teenager stolz, dass er schon 1984 umweltbewusst dachte", so Eike. Dazu kam Cockpit-Tuning wie Verbrauchs- und Temperaturanzeige, Kompass sowie ein XL-Lüfter auf dem Armaturenbrett. Denn wenn die Frontscheibe im Winter beschlug, war die integrierte Lüftung zu schlapp. Was Akkermann nicht bedacht hatte, das Ding war laut. Sehr laut. Und war daher doch selten im Einsatz.
Mehr Urlaubscruiser als Alltagsmalocher

Kinosessel-Feeling versprüht der Innenraum dank Velours. Das Cockpit: schlicht kantig.
Totgeglaubte leben länger
Die Jahre vergingen, der Rekord schlief seinen Dornröschenschlaf, stand sich die Reifen platt, wurde von Staub bedeckt und über die Widrigkeiten des Lebens ein wenig vergessen. Klaas Akkermann erlitt 2003 einen Schlaganfall, musste seinen Job, der doch auch Lebenselixier war, aufgeben. Seine Tochter pflegte ihn bis zu seinem Tod im letzten Jahr. Doch Mr. Hollywood lebt weiter. Denn sein Auto erstand wieder auf – nach knapp 20 Jahren. Eike ließ ihn aus der zum Glück knochentrockenen Garage hinausschleppen. Und es war erstaunlich wenig auf der Liste, bis der Wagen wieder röchelte: neue Reifen, neue Batterie, Ölwechsel, ein paar Schläuche ausgetauscht. Schweißarbeiten waren keine nötig. Was blieb, war der Parfum-Mix aus Oldtimer und Keller in den Plüschsitzen. Dann ging’s zum Gutachter fürs H-Kennzeichen. Das trägt er jetzt mit Klaas Akkermanns Initialen.
Das große Comeback

Eike Hahn in ihrem wach geküsstem Opel Rekord 2.0. E. Das Goldstück ist ihr alleiniges Alltagsauto.
Ein ganz persönliches Goldstück
Eine Sache muss Eike aber noch ändern. In der neuen Zulassung steht unter Farbe "Gelb" statt wie vorher "Braun metallic". Eike plant: „Ich werde hingehen und den Zuständigen fragen: "Gucken Sie sich das Auto an, ist das etwa gelb?" Nein, ihr ganz persönliches Goldstück.
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