Dank seiner 482 PS fährt der Racechip Macan Turbo im Attacke-Modus. Im Visier hat er den großen Bruder Porsche Cayenne Turbo.
Ben Arnold
Der Unterschied ist gewaltig: 37.158 Euro weniger als ein Porsche Cayenne Turbo kostet der von Chiptuner Racechip ausstaffierte Macan Turbo. Diesem rückt er mit 38 Minder-PS und gut 200 Kilo weniger Gewicht aber gefährlich dicht auf die Pelle.
Für die Mehrleistung ist ein Zusatzsteuergerät verantwortlich
Computer-Kraft: Dank eines Zusatzsteuergeräts hat der getunte Macan 482 PS und 682 Nm unter der Haube.
Bild: Ronald Sassen
Längsdynamik: Ein schnödes Zusatzsteuergerät verhilft dem Porsche zu Bärenkräften: In Windeseile an- und abgestöpselt, generiert es 482 anstelle 400 PS und 132 Newtonmeter mehr Drehmoment (682 zu 550 Nm). So dramatisch diese Zahlen klingen, so gekonnt setzen sie sich in Szene: Der getunte Macan schnellt beim Anfahren vehement und unnachgiebig gen roten Bereich – Schaltrucke unter Volllast belegen aber, dass Racechip hart an der Belastungsgrenze segelt. Mit 4,4 Sekunden bis 100 km/h ist der Macan Turbo nicht nur gemessene vier Zehntel schneller als das Serienauto, sondern auch tatsächlich eine Zehntel fixer als besagter Cayenne Turbo. Auf 160 km/h verliert Letzterer weiter an Boden: 10,3 stehen 9,7 Sekunden gegenüber. Lediglich längsdynamisch kann sich der Cayenne mit 279 zu 276 km/h knapp behaupten.
Die Optik des Testwagens hätte dezenter ausfallen dürfen
Geschmacksache: Der Racechip-Macan war beklebt wie eine Litfaßsäule – Aufmerksamkeit garantiert.
Bild: Ronald Sassen
Querdynamik: Die Bestückung des ab Werk schon sehr dynamischen Porsche mit einem KW-Federnsatz ist weder zwingend noch unsinnig: Die daraus resultierende Tieferlegung setzt die 21-Zöller des amerikanischen Herstellers Vossen perfekt in Szene und beschränkt den Komfort spürbar, aber nicht übermäßig. Auch im Agilitäts-Kapitel stellt der Macan somit eine kompakte und quirlige Alternative zum sperrigeren und gewichtigeren Cayenne dar. Emotion: Unser Testwagen präsentiert sich als Litfaßsäule – muss man nicht mögen. Trotzdem überwiegen positive Gefühle: Vortrieb und Fahrwerk lassen Sportwagen-Spaß aufkommen. Nur der Serienauspuff dürfte rotziger klingen. Alltag: Dank Motorgarantie (allerdings nur Regulierung von Schäden bis 5000 Euro) und TÜV-Gutachten steht dem täglichen Genuss ohne Reue nichts im Wege. Preis/Leistung: Für Porsche-Verhältnisse kommt das Tuning sehr günstig. Der Verbrauch scheint auf den ersten Blick hoch – tatsächlich liegen die 14,1 Liter aber auf dem Niveau des Serienfahrzeugs. Ein Cayenne Turbo genehmigt sich rund einen Liter mehr.
Fazit
von Ben Arnold
Schicke Schale, feuriger Kern: Der von Racechip optimierte Macan Turbo schließt in allen Performance-Belangen zum Porsche Cayenne Turbo auf. Was uns neben dem Fahrvergnügen, das das so kompakte wie kräftige SUV bietet, noch gefällt? Dass es preislich zum großen Bruder ausreichenden Abstand wahrt.