Am 3. Januar 2009 rollen in Buenos Aires die Teilnehmer der 30. Rallye Dakar über die Startrampe. 15 Tagesetappen führen die Dakar-Piloten durch Argentinien und Chile – vom Atlantik zum Pazifik und zurück – und dabei durch Landschaften mit extremen Anforderungen an Mensch und Material. Einen großen Erfahrungsschatz bringen die vier Volkswagen Werksduos mit: Der zweifache Rallye-Weltmeister Carlos Sainz (Spanien) wird vom renommierten Marathon-Rallyebeifahrer Michel Périn (Frankreich) navigiert. Giniel de Villiers (Südafrika), mit vier Gesamtsiegen erfolgreichster Volkswagen-Pilot im Marathon-Rallyesport, vertraut auf die Ansagen seines Co-Piloten Dirk von Zitzewitz (Karlshof). Mark Miller (USA) und "Co" Ralph Pitchford (Südafrika) feierten im Juni gemeinsam mit ihren Teamkollegen de Villiers/von Zitzewitz als Zweite den Doppelsieg bei der Rallye dos Sertões in Brasilien. Ein deutsches Duo bilden Dieter Depping (Wedemark) und Beifahrer Timo Gottschalk (Berlin) – bei ihrem Debüt im Race Touareg feierten sie Platz drei bei der Zentral-Europa-Rallye.
Buenos Aires, Avenida 9 de Julio
Die Rallye Dakar bietet 2009 eine Fülle neuer Herausforderungen: Nicht nur für Piloten und Co-Piloten sind die 9574 Kilometer durch Argentinien und Chile echtes Neuland. Auch Techniker und Ingenieure sind angesichts sich ständig verändernder Landschaften entlang der Rallyeroute in Sachen Fahrzeug-Abstimmung und -Wartung gefragt. Zudem werden den Logistikern des Teams vor und während der "Dakar" Höchstleistungen abverlangt. Zweimal steht während der Rallye die Überquerung der Anden im Kalender. Neben der extremen Höhe von über 4.000 Metern erwartet die Teams ein Mix aus unterschiedlichen Geländearten. Neben harten und steinigen Abschnitten zu Beginn der Rallye, warten auch im kommenden Jahr harte Wüstenkilometer auf Mensch und Material: die Passage durch die extrem trockene Atacama-Wüste im Norden Chiles.

Die Dakar – Das große Abenteuer

Das Dach der Dakar 2009: Die Anden werden in 4600 Meter Höhe überquert.
Die Rallye Dakar ist mehr als ein automobiler Wettbewerb – sie ist für die insgesamt 530 Teilnehmer das größte Abenteuer, das der Motorsport zu bieten hat. Jeden Tag müssen sich die Fahrer auf neue Situationen einstellen und höchste Konzentration wahren. Egal ob es heiß oder kalt ist, ob auf Meereshöhe oder auf 4.600 Meter Höhe in den Anden und ein besonderer Reiz ist dazu die völlig unbekannte Landschaft, durch die die Route führen wird. Für die Austragung der Jubiläums-Ausgabe,  in Südamerika findet die 30. Rallye Dakar statt, ein angemessenes Terrain.

Abwechslung in Argentinien

Von den Tropen bis zum ewigen Eis hat Argentinien die gesamte geografische und klimatische Bandbreite zu bieten – und wird deshalb auch Land der sechs Kontinente genannt. Die Rallye Dakar durchquert auf ihrer Route, die in Buenos Aires beginnt und endet, zunächst die legendäre Pampa mit endlos weiten Sonnenblumenfeldern, Viehweiden, Eukalyptushainen und totaler Abgeschiedenheit. Mit der Hafenstadt Puerto Madryn – gelegen am Golfo Nuevo und Mekka des Tauchsports – erreicht die Rallye Dakar den südlichsten Punkt ihrer Schleife. Entlang von Andenausläufern steht im weiteren Verlauf vor dem Abstecher über fünf Etappen in Chile die Ankunft in Mendoza an. Die Millionen-Stadt darf sich dank 320 Sonnentagen im Jahr Wein-Hauptstadt Argentiniens nennen.

Chile: Lang, schmal und sehr hoch

Auch in Südamerika spielt die Wüste eine Rolle: Die Atacama ist die trockenste Region der Erde.
Nur zwischen 80 und 180 Kilometer breit, jedoch 4.300 Kilometer lang, bietet Chile wie Argentinien unterschiedlichste Landschaftsformen und gilt deshalb als eines der schönsten Länder Südamerikas. Den Teams der Dakar 2009 bietet Chile nach der ersten Andenüberquerung zwischen dem 6.570 Meter hohen Vulkan Tupungato und der mit 6.961 Metern höchsten Erhebung der westlichen Hemisphäre, dem Aconcagua, mit Valparaíso das erste Etappenziel am Pazifik und damit zwei Extreme an einem Tag: Neben der extremen Höhe in den Anden steht die Ankunft in der malerischen Bucht von Valparaíso an – zur Halbzeit der Rallye Service-Ort des Ruhetages. Zwischen Pazifikküste im Westen und den Anden im Osten führt der Weg nach Norden und damit zum Schauplatz der wohl härtesten Prüfung bei der 30. Rallye Dakar: Rund um Copiapó bewältigen die Offroad-Prototypen eine Schleife durch das trockenste Gebiet der Welt. Die Atacama-Wüste bietet 100 Mal weniger Feuchtigkeit als das Death Valley und obendrein die höchsten Dünenfelder der Erde. Auf dem Weg zurück nach Argentinien bleibt es eher unwirtlich: Über extreme Höhen bis 4.600 Meter über Normalnull führt die Route dann über die Anden entlang des Laguna-Brava-Reservats.

Mit autobild.de immer informiert

Am 18. Januar finden sich alle heil und gesund wieder in Buenos Aires ein, zumindestens hoffen dies alle. 9574 strapaziöse Kilometer, davon 5662 Kilometer in Wertungsprüfungen haben die Piloten bis ins Ziel zu absolvieren. autobild.de wird Sie über alle Ereignisse rund um die Dakar 2009 auf dem laufenden  halten. In der Zeit bis zum Start stellen wir Ihnen die Teams und ihre Piloten vor und vom 3. Januar 2009 an gibt es das tägliche Update – zeitnah und mit den schönsten Bildern von der Strecke.

Von

Sven-Jörg Buslau