(dpa/jb) Nach dem kräftezehrenden Marathon-Wochenende bei der diesjährigen Rallye Dakar hatten gleich zwei Deutsche Grund zur Freude. Der Berliner Co-Pilot Timo Gottschalk navigierte seinen Fahrer Yazeed Alrajhi am Sonntag (11. Januar) zum ersten Tagessieg bei der 36. Dakar. Sein Karlshofer Kollege Dirk von Zitzewitz ließ sich unterdessen vom gesamtführenden Nasser Al-Attiyah auch bei der Reise von Iquique nach Uyuni und wieder zurück am Samstag und Sonntag mit seinem Piloten Ginel de Villiers nicht abschütteln. Vor dem Ruhetag an diesem Montag liegen die beiden im Toyota Hilux einholbare 8:27 Minuten hinter Al-Attiyah im Mini.
South African driver Giniel de Villiers of the Toyota team competes in the fifth stage of the Rally Dakar 2015 between Copiapo and Antofagasta in Chile
Auf Platz 2 und in Schlagdistanz: der Toyota mit Dirk von Zitzewitz auf dem Beifahrersitz.
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"Ich denke, dass wir die großen Sieger der beiden Marathon-Tage waren", meinte von Zitzewitz. Am Freitag hatte er nach der sechsten Prüfung mit seinem südafrikanischen Fahrer noch 11:12 Minuten Rückstand auf Al-Attiyah und dessen französischen Co-Piloten Matthieu Baumel gehabt. Und nun? "Statt wie befürchtet Zeit zu verlieren, haben wir insgesamt welche gutgemacht. Super!", stellte der Gewinner der Dakar 2009 (auch damals mit de Villiers) fest. Und hätten sie gegen Ende der achten Etappe nicht so viel Pech gehabt, wären sie noch näher rangekommen. Ein Plattfuß zum Schluss aber bremste Zitzewitz/Villiers, in der Tageswertung waren sie am Sonntag dennoch gerade mal 13 Sekunden langsamer. Boden gutgemacht hatten sie bereits Tags zuvor. Trotz der Freude über den eigenen Auftritt vergaß von Zitzewitz nicht, seine Markenmitstreitern zum Tagessieg im chilenische Iquique zu gratulieren: "Glückwunsch, Kollegen."

Die Marathon-Etappen haben es in sich

Saudi driver Yazeed Alrajhi before the start of the eighth stage of Rally Dakar 2015 between Uyuni, Bolivia and Iquique, Chile, 11 January 2015
Yazeed Alrajhi war vor dem Start guter Dinge – nach dem Etappensieg ist er es sicher noch mehr.
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Damit gemeint waren Yazeed Alrajhi aus Saudi-Arabien und Timo Gottschalk aus Berlin. Sie setzten sich in einem weiteren Toyota mit über einer Minute Vorsprung gegen die argentinische Paarung Orlando Terranova/Bernard Graue im Mini des hessischen X-Raid-Teams durch. Dritte wurden Al-Attiyah und Baumel vor de Villiers und von Zitzewitz. Dabei hatten auch Gottschalk und sein Pilot am Samstag noch unter den schwierigen Bedingungen gelitten. "Schlammige Pisten mit vielen großen Pfützen erschwerten das Vorankommen, dazu noch einige Hagelschauer und die Höhe von 3500 Meter über dem Meeresspiegel, die nicht nur uns höllische Kopfschmerzen bescherte", berichtete Gottschalk. Hinzu kam, dass bei dem Marathon-Wochenende von Chile nach Bolivien und wieder zurück kein Service erlaubt war. Sprich: Was zu machen war, mussten Fahrer und Beifahrer am Samstagabend selbst am Wagen erledigen.

Ruhetag? Glatte Lüge!

Qatari driver Nasser Al-Attiyah and his French co-driver Baumel Matthieu of Mini team during the start of the eighth stage of Rally Dakar 2015 between Uyuni, Bolivia and Iquique, Chile, 11 January 2015
Fanfavoriten: Die Gesamtführenden Al-Attiyah/Baumel beim Start.
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Gründe genug, um erstmal durchzuschnaufen. Viel von dem Ruhetag haben Piloten und Beifahrer allerdings am diesem Montag auch nicht. "Das Wort 'Ruhetag' ist bei der Rallye Dakar eigentlich eine glatte Lüge", meinte von Zitzewitz. Die Mechaniker würden den arbeitsreichsten und stressigsten Tag erleben. Ein Marathon von Medien-Terminen wartet auf die Crews aus der ersten Reihe, ehe es am Dienstag (13. Januar) weitergeht. Fünf Etappen haben Villiers/Zitzewitz insgesamt noch Zeit, die gut acht Minuten aufzuholen, um sich am kommenden Samstag bei der Rückkehr nach Buenos Aires krönen zu lassen. Alrajhi/Gottschalk liegen 18:40 Minuten hinter der Spitze und ebenfalls klar auf Podestkurs. Auf Rang vier haben sie rund 36 Minuten Vorsprung.