Rallye Dakar: Finale

Rallye Dakar: Finale

Peterhansel holt seinen 14. Sieg

Stéphane Peterhansel gewinnt die 43. Rallye Dakar. Die Wüstenrallye wurde durch Reifenschäden entschieden. Motorradfahrer stirbt.
Auch mit 55 Jahren ist Stéphane Peterhansel der Meister der Rallye Dakar. Nach zwölf Etappen, über 7000 Kilometern und mehr als 44 Stunden Fahrzeit hat der Franzose zum 14. Mal die Königin der Wüstenrallyes gewonnen. Vor 30 Jahren (1991) holte er sich seinen ersten Triumph mit dem Motorrad, seither folgten insgesamt sechs Siege auf zwei und acht auf vier Rädern. Zuletzt hatte er 2017 die Rallye Dakar für sich entschieden.
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Peterhansel freut sich über seinen Triumph mit dem Mini-Buggy (über 350 PS) des X-Raid-Teams: „Natürlich hat man mehr Druck, wenn man das Rennen anführt, weil man alles verlieren kann. Wir sind sehr präzise gefahren und haben keine großen Fehler gemacht.“
Interessante Statistik: Peterhansel konnte nur eine Etappe für sich entscheiden, der geschlagene Nasser Al-Attiyah (Toyota-Allrad/über 350 PS) aber gleich sechs der zwölf Etappen! Trotzdem hatte er am Ende fast eine viertel Stunde Rückstand auf Peterhansel.
Buggies mit Reifenvorteil?
Al-Attiyah hat dafür eine Erklärung: „Fehler bei der Navigation und Reifenschäden haben das Rennen entschieden. Unser Team hatte rund 60 Reifenschäden und das Mini-Team nur 14. Diese Zahlen sprechen für sich. Die Buggies haben größere Reifen und können besser über Steine fahren.“
Seit Jahren tobt bei der Rallye Dakar ein Kampf der Konzepte. Allrad gegen Hecktriebler (Buggies). Damit die Buggies überhaupt konkurrenzfähig sind, bekommen sie diverse Vorteile – etwa mehr Federweg und größere Dämpfer. Damit waren die Hecktriebler vor allem in der Endgeschwindigkeit schneller als die Allradler, die ihre Zeit vor allem aus den langsamen Ecken heraus holten. Weil 2021 ein Tempolimit von 180 km/h eingeführt wurde, galten die Allradler eigentlich als Favorit.
Doch die Buggies behielten ihren Reifenvorteil. Nicht nur, dass sie größere Reifen benutzen dürfen, sie dürfen zudem vom Cockpit aus den Reifendruck verstellen – und je nach Gelände anpassen. Das waren wichtige Erfolgsfaktoren für Peterhansel.
70. Todesfall bei der Rallye Dakar

Die Rallye Dakar forderte ihr 70. Todesopfer. Pierre Cherpin ist auf der siebten Etappe mit dem Motorrad gestürzt.

©Rally Dakar/Twitter

2023 soll der Vorteil der Hecktriebler weiter reduziert werden, wie FIA-Cross-Country-Kommissionspräsidentin und Ex-Dakar-Siegerin Jutta Kleinschmidt im exklusiven Interview mit uns verraten hat: „Wir geben den Hecktrieblern nicht mehr so viele Vorteile. Denn die haben sie, um überhaupt konkurrenzfähig zu sein. Sie dürfen wesentlich leichter sein, haben mehr Federweg, teilweise einen größeren Restriktor. Offroad bedeutet für viele Allrad. Deshalb wollen viele Hersteller auch Allrad promoten.“
Tragische Nachrichten gab es am Schlusstag aber doch noch: Die Rallye Dakar forderte ihr 70. Todesopfer. Pierre Cherpin ist auf der siebten Etappe mit dem Motorrad gestürzt, hat sich dabei schwere Kopfverletzungen zugezogen und ist nun seinen Verletzungen erlegen. Er wurde nur 52 Jahre alt.
Ein deutscher Fahrer war 2021 in der Autowertung nicht am Start. Beifahrer Timo Gottschalk erreichte aber mit Jakub Przygonski (Toyota) den vierten Platz. Dirk von Zitzewitz an der Seite von Yazeed Al-Rajhi (Toyota) kam dagegen nicht in die Top-10.
Wie geht es 2022 weiter? Peterhansel ist noch immer nicht Dakar müde. Seit Jahren träumt er davon, die Rallye Dakar mit seiner Frau Andrea Peterhansel als Beifahrerin zu bestreiten. Die Deutsche war schon selbst bei der Rallye Dakar als Fahrerin am Start. Bei verschiedenen Marathon-Rallyes gingen die Peterhansels schon gemeinsam an den Start. Doch die Corona-Pandemie machte für das Rennen 2021 keine gemeinsame Vorbereitung möglich. Daher wurde das Projekt vertagt.
Die Top-10 der Autowertung 2021
1. Stéphane Peterhansel (Mini Buggy) 44:27,11 Stunden
2. Nasser Al-Attiyah (Toyota Allrad) +0:14,51
3. Carlos Sainz (Mini Buggy) +1:07,57
4. Jakub Przygonski (Toyota Allrad) +2:36,03
5. Nani Roma (Prodrive Allrad) +3:22,48
6. Scheich Khalid Al-Qassimi (Peugeot Buggy) +3:29,31
7. Vladimir Vasilyev (Mini Allrad) +3:29,38
8. Giniel de Villiers (Toyota Allrad) +3:48,39
9. Martin Prokop (Ford Allrad) +4:10,21
10. Cyril Depres (Peugeot Buggy) +4:50,09

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Red Bull Content Pool

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