Rallye Finnland: Sieg im Rekordtempo
Meeke bezwingt die Finnen

Kris Meeke schlug als erster Brite die Finnen beim Heimspiel. Nebenbei stellte er mit einem Durchschnitt von 126,6 km/h einen neuen WM-Bestwert auf.
Bild: Picture-Alliance
- Christian Schön
Kris Meeke dachte zunächst an einen Scherz der Zeitnehmer. Nach der legendären Wertungsprüfung Ouninpohja reichten sie dem Citroën-Piloten aus Nordirland eine Fahrtzeit ins Cockpit, die um 13,6 Sekunden unter der von Jari-Matti Latvala (Volkswagen) lag. Auf 33 Kilometern so viel schneller als der Lokalheld auf seiner Heimstrecke? Kann nicht sein...
Konnte doch. Und war symptomatisch für die Überlegenheit, mit der Meeke seinen insgesamt dritten WM-Sieg einfuhr. Abgesehen von der kurzen Wertungsprüfung (WP) im Stadtzentrum von Jyväskylä zum Auftakt am Donnerstagabend gab der 37-Jährige die Führung niemals aus der Hand. „In Finnland zu gewinnen, ist für jeden Rallyefahrer ein Traum. Und die WP Ouninpohja ist der Heilige Gral des Rallyesports. Der gehört jetzt auch mir“, strahlte er.

Jubel bei Citroën und Pilot Meeke nach dem Sieg
„Mit dieser Verantwortung im Hinterkopf bin ich natürlich keine wahnsinnigen Risiken mehr eingegangen“, sagte der Finne. Das Absurde daran: Obwohl Latvala nur Zweiter wurde, kassiert Volkswagen volle 25 WM-Punkte. Citroën ist nicht in die WM eingeschrieben, Meeke wird bei der Punktevergabe in der Hersteller-Wertung praktisch als nicht existent eingestuft.

VW-Pilot Latvala wurde beim Heimspiel Zweiter
„Quatsch, wir fahren genau mit der selben Spezifikation wie bei der Rally Finnland 2015“, widersprach Sieger Kris Meeke. „Der entscheidende Unterschied ist vielmehr, dass ich das Auto inzwischen viel besser beherrsche und entsprechend aggressiv ans Werk gehe.“ Auf die bevorstehende Rallye Deutschland (18. bis 21. August) verzichtet Citroën. Mindestens bis dahin bleibt Ogier auch nach der Nullrunde von Finnland Tabellenführer. „Ich freue mich auf die Deutschland, wo ich seit sechs Monaten endlich mal wieder eine echte Siegchance habe“, blickte der Franzose auf die erste Asphalt-Rallye der Saison voraus. Dann wird die Startposition eins für den Tabellenführer kein Nachteil mehr sein, sondern eher ein Vorteil.
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