Rallye Frankreich: VW gewinnt auf Korsika
Asphalt-König Ogier in eigener Liga

Erfolg beim Heimspiel auf Korsika: Nach seinem viertem Saisonsieg ist VW-Werksfahrer Sébastien Ogier der vierte WM-Titel kaum noch zu nehmen.
Bild: Picture-Alliance
- Christian Schön
Sébastien Ogier (32) bleibt der Asphalt-König der Rallye-WM. Nach den Läufen in Monte Carlo und Deutschland ließ der amtierende Weltmeister auch bei der Rallye Frankreich der Konkurrenz keine Chance. Der Volkswagen-Pilot setzte sich schon auf der ersten Wertungsprüfung an die Spitze und gewann nach 390 Kilometern gegen die Stoppuhr schließlich mit 46,4 Sekunden Vorsprung vor Thierry Neuville (28) im Hyundai. Ogiers Teamkollege Andreas Mikkelsen (27), der mit 1.10 Minuten Rückstand Dritter wurde, brachte es auf den Punkt: „Sébastien ist in einer eigenen Liga gefahren.“
Der Franzose begann mit vier Bestzeiten in Folge und konnte es sich anschließend sogar leisten, Tempo herauszunehmen. „Ich wollte diese Rallye mit einer so großen Historie unbedingt gewinnen“, verriet er nach seinem ersten Sieg auf Korsika. „Wir haben keinen Fehler gemacht, das war wirklich eine perfekte Rallye.“

Sieg für VW: Ogier durfte in Frankreich feiern
Besser machte es Citroëns Nummer zwei, Craig Breen (26). Der vergleichsweise unerfahrene Ire, der schon in Finnland mit Rang drei überrascht hatte, wurde bei seiner ersten Asphalt-Rallye in einem World Rally Car (WRC) starker Fünfter. Rundum zufrieden war auch Thierry Neuville. „Mehr als Rang zwei war definitiv nicht drin“, sagte der Belgier, der sich während der ersten Etappe mit der Fahrwerksabstimmung vertan hatte. „Ich muss mich bei meinem neuen Renningenieur Gerard ZyZik bedanken, zusammen haben wir schnell eine Lösung gefunden. Danach lief mein Auto perfekt.“

Neuville ist die Königsfigur auf dem Fahrermarkt
Andreas Mikkelsen bleib Neuville lange auf den Fersen, verzichtete schließlich aber aus taktischen auf eine Schlussattacke. „Für mich war es wichtiger, weitere Punkte auf dem Weg zur Vizeweltmeisterschaft zu sichern“, begründete der Norweger. Tatsächlich ist Mikkelsen der Einzige, der bei drei noch ausstehenden WM-Läufen Tabellenführer Ogier noch am vierten Titelgewinn hindern könnte. Das allerdings nur theoretisch. Nach dem vierten Saisonsieg und vor der nächsten WM-Rallye in Spanien (14. – 16. Oktober) beträgt Ogiers Vorsprung in der Gesamtwertung auf den Teamkollegen bereits 68 Punkte.

Für Latvala ist das Titelrennen 2016 bereits beendet
Bis Latvala sich zur Mittagspause der zweiten Etappe dazu durchringen konnte, auf die bekannten Beläge zurück zu wechseln, hatte er Rang drei an Teamkollege Andreas Mikkelsen verloren. „Seit der Rallye Spanien 2009 bin ich auf Asphalt nicht mehr so schlecht gefahren“, lautete die frustrierte Zusammenfassung des Finnen.
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