Range Rover Sport: Fahrbericht
Englands coolster Sportler

Mit besonders coolem Design und stärker betonter Onroad-Performance nimmt der neue Range Rover Sport Cayenne & Co ins Visier. Wir sagen Ihnen, wie er sich fährt.
- Thomas Rönnberg
Eigentlich ist Sport ja gesund – und es liegt im Trend, seinen Körper in Ordnung zu halten. Nur ist es halt leider so unbequem, seine Muskeln zu quälen; und auch nicht so richtig cool, verschwitzt und außer Atem aus den feuchten Laufschuhen zu steigen. Ähnlich ist es mit den Sportwagen. Freilich macht es Spaß, andere Leute auszubeschleunigen oder launig über gewundene Bergstraßen zu wetzen. Nur muss man sich in diesen Autos halt so uncool zusammenfalten, nimmt die Landschaft aus der untergeordneten Perspektive eines Dackels wahr und bringt oft noch nicht einmal das nötigste Handgepäck unter. Deshalb erfand man das Golfspiel, das eine gewisse körperliche Betätigung ohne unstandesgemäße Transpiration ermöglicht. Und man erfand fahrleistungsstarke SUVs, die flottes Vorankommen ohne entwürdigende Einsteigeprozeduren erlauben. Land Rover ist schon seit 2005 in diesem Marktsegment vertreten; da erschien der erste Range Rover Sport – die technische Basis teilte er sich damals noch mit dem Land Rover Discovery. Die Nachfolgegeneration, Verkaufsstart 20.
September, sollte nach dem Willen des Herstellers "mehr Sport" und "mehr Range Rover" sein.
September, sollte nach dem Willen des Herstellers "mehr Sport" und "mehr Range Rover" sein.
Cooles Design und volle Offroad-Fähigkeit

Im Range Rover Sport: Das wohltuend schlichte Cockpit spart mit Tasten.
Bild: Werk
Das Abspecken hat dem Handling sehr gut getan
Der neue Range Rover Sport ist kein nervöser Zappelphilipp, legt hohes Tempo, wenn es denn gefordert wird, eher gelassen vor. Aber er folgt der Lenkung ungleich agiler als sein Vorgänger, vermeidet stures Untersteuern, lässt sich im erstaunlich hoch angesiedelten Grenzbereich durchaus mit dem Gaspedal lenken. Das ist auch ein Verdienst der Torque-Vectoring-Funktion an der Hinterachse, verfügbar in der höchsten Ausbaustufe des Allradsystem-Baukastens. Besonders eindrucksvoll erfahren lassen sich die Möglichkeiten des aufwendigen Fahrwerks, das neben der adaptiven Luftfederung auch über eine aktive Dämpfereinstellung und aktive Wankstabilisierung verfügt, mit dem stärksten der vorerst drei lieferbaren Motoren: dem 510 PS starken Kompressor-V8. Mit imposanter Spontanität reagiert der Fünfliter auf Gaspedalbewegungen; das Stakkato des Motorklangs lässt wohlige Schauer den Rücken hinunterlaufen, der in den mit liebevoll gestepptem Leder bezogenen Sessel gedrückt wird.
Das Stakkato des V8 geht richtig unter die Haut

Viele Funktionen wurden sinnigerweise ins Touchscreen-Menüs verlagert.
Bild: Werk
Fazit
Hut ab – mit dem neuen Range Rover Sport hat Land Rover den Mund zwar voll genommen – aber nicht zu voll. Handling und Performance nehmen es respektabel mit den deutschen SUV-Supersportlern auf. Aber der Brite schafft es dabei trotzdem, seine eigene Art von Stil zu bewahren. Nicht nur, weil er geländefähiger ist, sondern auch, weil er geschmackssicher, aber augenzwinkernd kokett pfiffige Designgags zeigt, über die man schmunzelt, aber niemals lacht.
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