Reifen sind mehr als nur schwarze Gummiringe, die das Auto in Bewegung halten. Wer genauer hinschaut, entdeckt zahlreiche Zahlen und Buchstaben an der Reifenflanke – doch was bedeuten sie eigentlich?
Besonders der sogenannte Speed-Index gibt entscheidende Hinweise darauf, welche Höchstgeschwindigkeit ein Reifen aushält. Wer die falschen Pneus aufzieht, riskiert nicht nur ein Bußgeld, sondern auch seine Sicherheit.

Speed-Index: warum die Buchstaben auf Reifen entscheidend sind

Jedes Auto hat eine vom Hersteller vorgegebene Höchstgeschwindigkeit. Damit die Reifen diese Belastung aushalten, müssen sie entsprechend ausgelegt sein. Der Speed-Index – ein Buchstabe an der Reifenflanke – zeigt, bis zu welcher Geschwindigkeit ein Reifen sicher gefahren werden kann.
So wichtig ist der Speed-Index auf Reifen
Der Speed-Index gibt entscheidende Hinweise darauf, welche Höchstgeschwindigkeit ein Reifen aushält.
Bild: AUTO BILD
Wird diese überschritten, besteht das Risiko, dass sich die Lauffläche durch die enorme Hitzeentwicklung von der Karkasse löst. Eine gefährliche Situation, vor allem bei hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn.
Die Zuordnung ist dabei nicht willkürlich. Im Testlabor wird der Speed-Index genau ermittelt, bevor ein Reifen auf den Markt kommt.
Die Buchstaben stehen für unterschiedliche Geschwindigkeitsbereiche:
  • P – maximal 150 km/h
  • Q – maximal 160 km/h
  • R – maximal 170 km/h
  • S – maximal 180 km/h
  • T – maximal 190 km/h
  • H – maximal 210 km/h
  • V – maximal 240 km/h
  • W – maximal 270 km/h
  • Y – maximal 300 km/h
Auch Kombinationen wie ZR oder VR sind möglich, sie kennzeichnen Reifen für besonders hohe Geschwindigkeiten über 240 km/h.

Welche Reifen sind erlaubt?

Ob der gewählte Reifen für das eigene Auto zugelassen ist, steht im Fahrzeugschein in den Zeilen 15.1 und 15.2. Hier ist die Mindestanforderung an den Speed-Index festgelegt. Ein Reifen mit einem niedrigeren Index darf nicht gefahren werden – nur Modelle mit einem höheren Wert sind erlaubt.
Eine Ausnahme gibt es allerdings: Winter- und Ganzjahresreifen mit Alpine-Symbol dürfen auch eine geringere Höchstgeschwindigkeit haben als das Fahrzeug. In diesem Fall muss jedoch ein Hinweis im Sichtfeld des Fahrers angebracht werden, zum Beispiel als Aufkleber oder im Bordcomputer.

Neue Regeln für Winterreifen – Bußgeld droht

Apropos Winterreifen: Seit September 2024 gelten Reifen mit der alten M+S-Kennzeichnung nicht mehr als wintertauglich. Wer 2025 damit noch unter winterlichen Bedingungen unterwegs ist, riskiert ein Bußgeld. Nur Reifen mit dem Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke) sind noch offiziell für winterliche Bedingungen zugelassen.

Wann muss gewechselt werden?

Für Autofahrer ohne Allwetterreifen steht bald der Wechsel auf Sommerreifen an. Doch darf man Winterreifen auch im Sommer fahren? Theoretisch ja, praktisch aber nicht ratsam.
Winterreifen nutzen sich bei warmen Temperaturen schneller ab und verlängern den Bremsweg – das kann im Ernstfall teuer werden. Noch teurer wird es allerdings, wenn die Reifen völlig abgefahren sind. Dann drohen nicht nur Geldstrafen, sondern auch Punkte in Flensburg.

Fazit

Der Speed-Index ist kein unwichtiger Code, sondern eine entscheidende Kennzahl für die Sicherheit auf der Straße. Wer seine Reifen wechselt, sollte immer darauf achten, dass sie zur Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs passen – sonst kann es richtig gefährlich werden.