Sie ist Camperin, Firmengründerin und als Ordnungscoach. Man kennt sie aus Social Media und TV. Hier erzählt Isabella Franke von abenteuerlichen Wohnmobilreisen und gibt Tipps, wie auch Sie Ordnung und Wohlfühl-Ambiente in Ihr rollendes Zuhause bekommen.
AUTO BILD REISEMOBIL: Frau Franke, Ordnung schaffen im Reisemobil – gibt es da so etwas wie eine goldene Regel?
Isabella Franke: Ich sage immer: "Clever gepackt ist halb gereist!" Vor allem sollte man dabei auf Gewicht und Sicherheit achten. Das heißt zum Beispiel: Verwenden Sie keine kiloschweren Boxen, keine Behälter aus Glas, und achten Sie darauf, dass sich alles rutschfest verstauen lässt. "Leicht und sicher" – das ist die oberste Prämisse.
Sie selbst fahren den kleinen Camper Van 540 von Carado. Da ist es vermutlich noch wichtiger, den vorhandenen Stauraum gut ausnutzen …
Sicher, aber das gilt auch für große Reisemobile. Da haben Sie zwar "gefühlt" mehr Platz im Sinne von mehr Wohnraum, aber was die Unterbringung von Kleidung, Geschirr, Essen, Trinken, Equipment und so weiter angeht, ist der Unterschied gar nicht mal so groß.
Haben Sie auch mit solchen Fahrzeugen Erfahrung?
Ja, seitdem meine Familie und ich das Campen vor einigen Jahren für uns entdeckt haben, waren wir in den unterschiedlichsten Reisemobilen unterwegs. Mal haben wir einen Vollintegrierten gemietet, mal einen Teilintegrierten, mal einen Camper. Zum Schluss sind wir dann bei dem kleinen Carado geblieben und haben vergangenes Jahr einen gekauft. Der passt zu uns, weil wir nicht so die typischen Campingplatz-Urlauber sind, die zwei Wochen an einem Ort bleiben.
Ordnung im Reisemobil
Mit Boxen können die verschiedensten Sachen organisiert verstaut werden.
Bild: Hersteller
Wir wollen viel sehen, spontan losfahren, flexibel sein, auch mal eine interessante Stadt erkunden. Klar, das geht auch mit einem großen Fahrzeug, aber ich finde einen Van da einfach praktischer.
Wie sind Sie überhaupt zum Camping gekommen – familiär vorbelastet?
Überhaupt nicht! Meine Eltern hatten mit Camping nichts am Hut. Aber ich bin ja beruflich viel unterwegs und habe daher viel Zeit mit meinen Kindern in Hotels verbracht. Ich finde es einfach wichtig, dass die Kinder lernen: Es ist nicht immer alles "all inclusive", es gibt nicht überall einen Fünf-Sterne-Pool und Room-Service, man muss sich auch mal auf engem Raum mit anderen arrangieren. Meine Tochter ist jetzt zum Beispiel auf Reisen immer für den Abwasch zuständig – mit dem Effekt, dass sie in der Waschküche schon öfter mal Freundschaften mit anderen Kindern geschlossen hat, die auch dazu "verdonnert" wurden. Und natürlich wollte ich ihnen auch den Spaß an der Freiheit vermitteln, die diese Art zu reisen ausmacht.
Nutzen Sie den Camper mehr für den Job oder für die Freizeit?
Beides. Mein Freund und ich spielen zum Beispiel gern Golf, was wir auf unserem gemeinsamen Instagram-Account präsentieren. Viele Golfplätze bieten inzwischen an, dass man dort die Sanitäranlagen benutzen kann, und ein Restaurant gibt es ja meist auch. Stellplatz und Golfplatz, das ist eine prima Kombi.
Ordnung im Reisemobil
Kein Scheppern und Klappern: Filztrenner bringen Ruhe ins Reisemobil.
Bild: Hersteller
Wir haben unterm Bett die Golfausrüstung, am Heck auf dem Fahrradträger unsere zwei Mountainbikes und können das Ganze auch noch mit Fahrradtouren verbinden. Wie gesagt: Clever gepackt ist halb gereist!
Welches Traumziel wollen Sie unbedingt noch ansteuern?
Dazu muss ich etwas ausholen. Zum Jahreswechsel 2023/24 sind wir mit einem kleinen Teilintegrierten von Berlin bis hoch zu den Lofoten gefahren. Bei zeit-weise minus 36 Grad, Schneeverwehungen und Eisglätte, mit sehr kurzen Tagen, aber auch fantastischen Nordlichtern – das war eine verrückte Tour. Die würden wir gern noch einmal im Sommer wiederholen. Am liebsten zur Mittsommerzeit und dann auf einem schönen Platz Mitternachtsgolf spielen. Das ist mein persönlicher Sommernachtstraum.

Diese Tipps gibt Ordnungscoach Isabella Franke

Tipp 1: Grundregel für die Unterbringung von Boxen: Immer den vorhandenen Platz bestmöglich ausnutzen. Dazu sollte man zunächst das Regal genau ausmessen und erst dann nach Boxen schauen, die den Platz ausfüllen. Die einzelnen Kästen kann man mit einem Aufkleber versehen und beschriften, das erspart langes Suchen. Lebensmittel wie Nudeln sollten Sie aus der Packung nehmen und in Zip-Beutel umfüllen, bevor sie in die Box kommen. Dann nehmen sie weniger Platz ein, als wenn sie in der Originalverpackung bleiben.
Tipp 2: Für Schubladen gibt es normalerweise feste Ladeneinsätze, die gleich mitgeliefert werden. Das ist mir zu starr, zu wenig individuell. Ich spiele lieber Schubladen-Tetris, das heißt: Ich kaufe Einsätze in verschiedenen Größen und Formen. Die kann ich so verwenden, dass beispielsweise Besteck in unterschiedlicher Größe genau hineinpasst, Schälmesser und Flaschenöffner oder Haushaltgummis. Auch hier gilt: Vorher Maße nehmen und am besten eine Zeichnung machen.
Ordnung im Reisemobil
Franke: "Ich spiele lieber Schubladen-Tetris, das heißt: Ich kaufe Einsätze in verschiedenen Größen und Formen."
Bild: Hersteller
Tipp 3: Ich liebe Filztrenner! Wenn man sie zwischen einzelne Teller legt, verhindern sie, dass es während der Fahrt unschön klappert. Man kann sie leicht zuschneiden, damit sie nicht überlappen, und auch für Töpfe und Tassen verwenden.
Tipp 4: Gegen den Stauraummangel im Reisemobil hilft eine einfache Taktik: Wo immer es möglich ist, auch vertikale Flächen nutzen, sprich: aus Wänden Stauraum machen. Dazu lassen sich kleine und größere Regale einfach ankleben oder anschrauben. Hier sind es kleine Gewürzdosen, die von einer Klammer gesichert werden. Die kann man online kaufen. Achten Sie nur darauf, dass es lichtundurchlässige Behälter sind. Hübsche Aufkleber drauf – dann wirkt das Ganze auch noch wohnlich und dekorativ. Ein schönes Beispiel für "Decorganizing", wie ich es nenne: zusammengesetzt aus "decorating" und "organizing".
Tipp 5: Drahtkörbe schaffen ebenfalls zusätzlichen Stauraum, etwa für Handtücher, die dann nicht mehr wild durcheinander herumliegen. In einheitlicher Farbe, schön zusammengerollt – spart Platz und sieht gut aus.
Ordnung im Reisemobil
Isabella Franke: "Clever verpackt ist halb gereist."
Bild: Hersteller
Tipp 6: Wieder die Taktik: vertikale Flächen nutzen! Diesmal mit Haken zum Anschrauben oder Kleben, an die Sie kleine Körbchen hängen können. Darin lassen sich wunderbar Spielsachen, Kartenspiele, Stricksachen oder ein Buch mitsamt Lesebrille verstauen. Da im Reisemobil-Inneren normalerweise viel Holz und Folie verarbeitet ist, rate ich zu soften Naturmaterialien für mehr Gemütlichkeit.
Tipp 7: Zahnbürsten und Zahnpasta können in klebbaren Kästchen an der Wand stehen. Achten Sie mal auf das schmale Schränkchen rechts: Der Platz zwischen den hohen Regalböden wird von den dort platzierten Gegenständen nicht komplett ausgefüllt. Den darüberliegenden freien Raum kann man gut nutzen, indem man in der Tür kleine Kästchen anbringen, etwa für Kosmetikartikel
Tipp 8: Kleiner Tipp zum sicheren Verstauen: Boxen können Sie ganz einfach mit Spannstangen oder Gummibändern vor dem Herausfallen schützen.
Tipp 9: Oft mangelt es im Reisemobil an Ablagefläche. Dem Problem rücken Sie zu Leibe, indem Sie die Unterseite der Spülbeckenabdeckung mit Behältern für Schwämme, Tücher und so weiter ausstatten.
Ordnung im Reisemobil
Zahnbürsten und Zahnpasta können in klebbaren Kästchen an der Wand stehen
Bild: Hersteller
Tipp 10: Einheitliche Textilboxen nehmen zusammengefaltete Kleidungsstücke problemlos auf. Mit der entsprechenden Beschriftung ist jedes Stück ganz einfach zu finden. Die Boxen sollten Sie nicht aufeinanderstellen, sondern einen Regalboden einziehen. Dann müssen Sie nicht jedes Mal die obere Box anheben, wenn Sie aus der unteren etwas herausnehmen wollen. Ein tolles Gadget, um Kleidung unterzubringen, sind übrigens samtbezogene Kleiderbügel. Damit können die Sachen nicht verrutschen.
Tipp 11: Wie nutzt man den Platz in der Heckgarage optimal aus? Zum Beispiel, indem Sie an die Innenseite der Tür einen Beutel hängen, in den alle Schuhe kommen, die nicht im Wohn- und Schlafbereich gebraucht werden. Ganz wichtig: Alle Sachen haben ihren festen Platz und sind so untergebracht, dass ich nicht erst fünf Dinge beiseite räumen muss, um an das Gewünschte heranzukommen. Rechts haben wir zum Beispiel Stromkabel, Wasserleitungen, Schläuche und Ähnliches an Haken aufgehängt. So ist alles auf Anhieb gut zu erreichen. Die Fahrräder ganz nach hinten durchschieben, damit dahinter noch Platz bleibt und die Tür mit dem Schuhsack schließen kann. Tische und Stühle am besten vertikal an der Wand anbinden.

Zur Person: Isabella Franke

Isabella Franke wurde 1986 in Frankenthal (Pfalz) geboren. Nach dem Abitur studierte sie in Berlin zunächst Medienmanagement, lebte dann zehn Jahre in Los Angeles. Dort studierte sie Interior Design und machte eine Ausbildung als Professional Organizer. Seit 2019 arbeitet sie in Deutschland als Ordnungscoach, gründete zu diesem Zweck ihre Firma „The Home Habit“. Außerdem ist sie als TV-Host für die Serie "Organize 'n Style – Isabella räumt auf" beim Fernsehsender sixx tätig. Auf Social-Media-Plattformen wie Instagram und YouTube gibt sie Einblicke in ihr privates und berufliches Leben. Isabella Franke wohnt mit ihrem Freund, einer Tochter (11) und einem Sohn (4) in Berlin.