Renault Scénic Energy dCi 130: Fahrbericht
Diesel-Downsizing

Renault will der sparsamste Autobauer werden. Ein neuer Diesel könnte dazu beitragen: Der 1,6-Liter-Motor soll der stärkste seiner Klasse und dabei extrem geizig sein.
- Stephan Bähnisch
Vor den Erfolg hat Gott den Schweiß gesetzt. Das ist auf dieser ersten Testfahrt mit Renaults neuem Superdiesel nicht anders. Der 1,6 Liter goße Selbstzünder steckt in einem Scénic – und in dem drehe ich gerade auf einem ehemaligen Militärflughafen in der Eifel unweit der grünen Hölle meine Runden. Renault stellt das Sparpotenzial des neuen Aggregats in den Vordergrund und gibt mir Instruktionen: Ich soll ohne Gas anfahren, schnell hochdrehen und trotzdem früh schalten. Auf bestimmten Streckenabschnitten soll ich Geschwindigkeiten von 30, 50, 60 und 100 km/h einhalten. Zweimal wird ein 30-sekündiger Ampelstopp simuliert. Bei 34 Grad Außentemperatur bleibt die Klimaautomatik zwar nicht komplett ausgeschaltet, weniger als schweißtreibende 24 Grad lässt Instruktor Michael Ruffen allerdings nicht zu. Am Ende der Fahrt (sieben Kilometer) stehen 6,3 Liter zu Buche. Vorher durfte ich fahren, wie ich es im Alltag tue, da verbrannte der Franzose 8,1 Liter Diesel.
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4,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer sollen reichen im neuen Renault Scénic Energy dCi 130. Dabei ist das Aggregat kräftig und leise.
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Schwungvolles Cockpit mit TFT-Display: Serienmäßig kommt der neue Diesel mit einer Schaltpunktanzeige.
Kritik am neuen Renault-Diesel gibt's aber auch: Eine leichte Anfahrschwäche lässt sich nicht leugnen, bevor der Motor nachdrücklich an der Vorderachse zerrt. Dafür wurde die vorher sehr gefühllose Lenkung überarbeitet, sie agiert jetzt direkter. Und was kostet die Knauserpackung à la francaise? Mindestens 25.500 Euro – und damit 300 Euro mehr als der 1,9-Liter, der vorerst im Programm bleibt. Dafür gibt es aber auch die "Dynamique"-Ausstattung, die unter anderem eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik plus Navi mitbringt.
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