Renault und FCA: Fusionspläne
Fusion von FCA und Renault vom Tisch

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Die geplante Fusion der Auto-Riesen Fiat Chrysler und Renault findet nicht statt. FCA zog das Fusionsangebot überraschend zurück. Alle Details!
(dpa/brü) Die angestrebte Fusion von Fiat Chrysler (FCA) und Renault ist vom Tisch. Überraschend zog FCA sein Angebot in der Nacht zum 6. Juni 2019 "mit sofortiger Wirkung" zurück, nachdem Renault auf Wunsch des französischen Staats gezögert hatte, das Gesprächsangebot überhaupt anzunehmen. Renault äußerte sich zunächst nicht zur FCA-Entscheidung.
FCA zeigt sich enttäuscht
Es sei klar geworden, dass die politischen Voraussetzungen für einen solchen Zusammenschluss in Frankreich derzeit nicht gegeben seien, teilte der italienisch-amerikanische Autobauer am frühen Morgen des 6. Juni in einer Stellungnahme in London mit. FCA sei weiterhin davon überzeugt, dass der Fusionsvorschlag überzeugend gewesen sei und für alle Parteien Vorteile gebracht hätte, hieß es. Renault hatte zuvor mitgeteilt, eine Entscheidung über förmliche Fusionsgespräche erneut zu verschieben. Der Verwaltungsrat hatte über die Fusionsofferte beraten, konnte aber keine Entscheidung treffen, da Regierungsvertreter die Verschiebung beantragten, so Renault.
Französische Regierung bedauert Zeitdruck
Die französische Seite sieht die Schuld bei dem italienisch-amerikanischen Autobauer. Es habe keinen guten Grund gegeben, das Angebot so überstürzt zurückzuziehen, hieß es aus Regierungskreisen. Bereits seit Beginn der Gespräche habe FCA massiven zeitlichen Druck ausgeübt und versucht, die Verhandlungen nach dem Ansatz "take it or leave it" ("nimm es, oder lass es bleiben") zu führen. Die französische Seite habe klargemacht, dass sie sich nicht derart unter Druck setzen lasse, so die Kreise. Die Aktien von Fiat Chrysler verloren in Mailand fast vier Prozent, für Renault ging es in Paris rund sieben Prozent abwärts.
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