Reparaturspritze für E-Auto-Batterien
Eine Lithium-Spritze könnte alternde E-Auto-Akkus beleben

– Wissenschaftler aus China haben ein Verfahren entwickelt, um alternden Akkus neues Leben einzuhauchen: Verbrauchte Elektroauto-Akkus könnten dank einer Lithium-Infusion zehn Mal länger leben!
Bild: Panasonic
Frischzellenkur für Lithium-Ionen-Akkus: Chinesische Wissenschaftler haben ein Verfahren entwickelt, das die Lebensdauer von Akkus für Elektroautos dramatisch verlängern könnte. Dabei wird eine Lithium-haltige Substanz in das Innere der Batteriezelle gespritzt, um die erschöpfte Elektrode aufzufrischen.
"Eine zwei Millimeter große Infusionsöffnung genügt zukünftig, um alte Batterien zu revitalisieren", teilt das Forscherteam mit. Damit würde aufwendiges Recycling von Akkus obsolet. Die Projektleiter Peng Huisheng und Gao Yue von der chinesischen Fudan-Universität bereiten nun die Industrialisierung ihres Verfahrens vor und planen Partnerschaften mit Batterieherstellern.
Inaktives Lithium wird durch neues ersetzt
Die Lebenserwartung von Elektroauto-Akkus beträgt derzeit tausend und mehr Ladezyklen. Mit der Zeit und zunehmender Anzahl an Ladezyklen erschöpft sich ihre Speicherkapazität. Dieses Phänomen, Degradation genannt, glauben die Wissenschaftler aufhalten zu können.
Sie begründen ihr Verfahren auf der Beobachtung, dass mit wachsendem Alter der Batterie immer mehr Lithium-Ionen inaktiv werden und nicht mehr am Ionenaustausch teilnehmen. Um diesen Mangel an aktiven Lithium-Ionen auszugleichen, haben sie "frisches" Lithium hinzugefügt.
Maschinelles Lernen förderte Substanz zutage
Die Wissenschaftler wählten für die Infusion der zusätzlichen Lithium-Elektronen das Ionen-Salz Lithiumtrifluormethansulfinat (LiSO2CF3). Diese Substanz habe optimale elektrochemische Eigenschaften, wollen sie mithilfe maschinellen Lernens herausgefunden haben.
Der Nachweis wurde nicht mit einem kompletten Elektroauto-Akku, sondern mit einzelnen Pouch-Zellen erbracht. So sei eine handelsübliche Lithium-Eisenphosphat-Zelle aufgefrischt worden. "Sie zeigt nach 11.818 Zyklen eine Kapazitätserhaltung von 96,0 Prozent", teilen die Wissenschaftler mit. Ihr Verfahren haben sie kürzlich in der Zeitschrift "Nature" beschrieben.
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