Nachhaltigkeit bedeutet vernünftiger Umgang mit Ressourcen. Wenn es um das Auto geht, wird dieser Gedanke oft auf alternative Antriebe reduziert. Doch auch eine lange Lebens- und Nutzungsdauer spart Rohstoffe und entlastet die Umwelt. Denn rund ein Drittel aller Ressourcen in einem Durchschnitts-Autoleben entfallen auf die Herstellung, bei Elektroautos ist die Gesamtenergiebilanz je nach Batterietyp noch ungünstiger.
Je nach Jahresfahrleistung und Verbrauch ist es nachhaltig, einen sparsamen und emissionsarmen Verbrenner möglichst lang zu nutzen. Neben einer regelmäßigen wie fachgerechten Wartung hilft ein nachträglicher Korrosionsschutz, das Autoleben zu strecken. Zumal auch werksseitiger Schutz wie Verzinkungen und Hohlraumwachse altern und irgendwann zu Rostbildung führen. Meist geschieht das zuerst an äußerlich nicht sichtbaren Stellen wie Unterboden-Blechfalzen und Hohlräumen. Um unerwünschter Korrosion vorzubeugen, empfehlen sich vor allem drei Maßnahmen:

1. Produkte zur Konservierung von Hohlräumen und Unterboden:

Hohlraumschutz und Versiegelung des Chassis gibt es bei modernen Autos bereits ab Werk. Doch nicht alle Fahrzeuge sind gleich gut behandelt, da einige Hersteller beim Rostschutz sparen. Für Modelle, die als rostanfällig bekannt sind, und generell ab einem Fahrzeugalter von zehn Jahren empfiehlt sich deshalb eine nachträgliche Konservierung des Unterbodens und der Hohlräume. Erfahrene Schrauber können das selbst machen, Laien sollten dafür aber eine Werkstatt aufsuchen. Und das möglichst schon, bevor die Korrosion fortgeschritten ist. Denn je mehr Rost vorab entfernt werden muss, desto teurer wird's.
Rost vorbeugen mit Pflegeprodukten
Mike Sanders Korrosionsschutzfett wird zur Bearbeitung erhitzt und dann mit einer speziellen Sonde in Hohlräume wie Schweller, Längs- und Querträger eingesprüht. Es kann aber auch äußerlich aufgetragen werden.
Bild: Werk
So kostet eine Unterbodenreinigung mit Trockeneis 500 bis 1000 Euro, eine nachträgliche Hohlraumkonservierung je nach Fahrzeug und Umfang zwischen 500 und 2000 Euro. Wer ein Auto lang erhalten möchte, der sollte es nachträglich konservieren lassen, bevor Rost entstehen kann. Zum Einsatz kommen Hohlraumschutzprodukte wie "Mike Sanders Korrosionsschutzfett" sowie spezielle Öle und Wachse für Unterboden und Hohlräume. Eine Investition, die sich durch ein langes Auto leben auszahlt.

2. Schmierende und wasserverdrängende Pflegeprodukte:

Gemeint sind hier vor allem Multifunktionsöle, auch kurz Multiöle genannt. Diese chemischen Alleskönner dienen nicht nur der Schmierung, zum Beispiel von schwergängigen Schlössern und Türscharnieren oder zum Lösen von verrosteten Schrauben. Multiöle sind auch wasserverdrängend und deshalb ein geeigneter und praktischer Korrosionsschutz für alle unlackierten Metallteile. Darüber hinaus können Multiöle auch zum Schutz von elektrischen Bauteilen verwendet werden, zum Beispiel als Kontaktspray für Zündanlagen: Sie halten die Kontakte sauber, verdrängen Feuchtigkeit und verhindern Kriechströme.
Rost vorbeugen mit Pflegeprodukten
Multifunktionsöle sind chemischen Alleskönner. Sie eignen sich für Türschlösser genauso gut wie für elektrische Kontakte oder Türdichtungen.
Bild: Werk
Sogar zum Schutz von Gummiteilen (z. B. Türdichtungen) sind Multiöle einsetzbar. Nicht zu empfehlen ist dagegen die Verwendung an Kunststoffteilen: Das Öl kann dem Material die Weichmacher entziehen – sie werden so spröde und brechen dann leichter.
Im AUTO BILD-Test mit neun Multifunktionsölen wurde das SX90 Plus von Sonax klarer Testsieger. Es erzielte die mit Abstand beste Schmierwirkung und punktete auch beim Korrosionsschutz sowie bei der Wasserverdrängung und Materialverträglichkeit.

Sonax SX90 Plus

Sonax

SX90 Plus

1,7 (sehr empfehlenswert)
  • Pro Iconbeste Schmierwirkung
  • Pro IconTopleistung in fast allen Kategorien
  • Contra Iconnur mittelmäßige Kriechfähigkeit
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Einzig für die nur mittelmäßige Kriechfähigkeit gab es Abzüge. Praktisch für die Anwendung: Multiöle sind Sprühöle, die sich mittels Sprühkopf und -rohr sehr einfach auftragen lassen.

3. Produkte zur Lackkonservierung:

Ob als flüssiges Hartwachs oder Sprühwachs – diese Mittel sind das Nonplusultra zur Lackpflege. Sie versiegeln ihn und schützen vor Verwitterung. Moderne Wachse haben eine hydrophobe, das heißt wasserverdrängende Wirkung und machen lackierte Bauteile widerstandsfähiger.
Rost vorbeugen mit Pflegeprodukten
Lackpflege ist vielfältig: Sinnvoll sind vor allem Produkte mit wasserverdrängender Wirkung.
Bild: AUTO BILD/Sveinn Baldvinsson
Gerade für Autos, die draußen geparkt werden und lange Zeiträume der Witterung ausgesetzt sind, ist die regelmäßige Versiegelung (zweimal im Jahr) wichtig. Aber auch dann, wenn das Fahrzeug häufig gewaschen wird, da mit jeder Wäsche ein Teil der Schutzschicht wieder abgetragen wird.
Bestes Produkt unter zehn von AUTO BILD getesteten flüssigen Hartwachsen war das A1 Speed Wax Plus 3 von Dr. Wack. Es war nicht nur bei der Hydrophobie (Wasserabweisung) ganz vorn, sondern auch bei der Farbauffrischung. Selbst nach dem zehnten Waschgang war beim Flüssigwachs von Dr. Wack noch ein deutlicher Abperleffekt mess- und sichtbar.

Flüssig-Hartwachs Dr. Wack A1 Speed Wax Plus 3

Dr. Wack

A1 Speed Wax Plus 3

sehr empfehlenswert
  • Pro Iconhohe Wasserabweisung
  • Pro Iconlang anhaltender Abperleffekt
  • Pro Iconbeste Farbauffrischung
    Amazon Logo

    Auch bei den Sprühwachsen überzeugte Dr. Wack: Im Vergleich mit neun weiteren Produkten holte das A1 High End Spray Wax den Testsieg.

    Produkttest

    Dr. Wack

    A1 High End Spray Wax

    1,4 (sehr gut)
    • Pro Iconeinfache Anwendung
    • Pro Iconlanganhaltender Schutz
    • Pro IconFarbauffrischung und Glanzzsteigerung
      Amazon Logo

      Weitere Tipps für ein langes Autoleben

      • Kleine Kratzer im Lack sofort ausbessern
      • Wagen regelmäßig waschen, um zum Beispiel Streusalzreste zu entfernen
      • Auto trocken und gut gelüftet parken

      Fazit

      von

      AUTO BILD
      Klar, moderne Autos mit geringem Verbrauch oder gar emissionsfreiem E-Antrieb gelten als ökologisch sinnvoll. Doch nichts ist nachhaltiger, als ein bereits produziertes Fahrzeug zu konservieren und möglichst lange zu nutzen. Auch Verschrottung und Recycling verschlingen Energie.