Russischer Tuner Topcar: Vorstellung
Tuninggrüße aus Moskau

Moskau entwickelt sich mehr und mehr zur pulsierenden Tuning-Metropole. Der russische Veredler Topcar hat sich mit seinem Premiumprogramm dort fest etabliert. AUTO BILD SPORTSCARS war zu Besuch.
- Ben Arnold
2004 gründete der ehemals im Immobiliengeschäft tätige Oleg Egorov seine Tuning-Schmiede Topcar in Moskau. Erklärtes Ziel: eine Alternative zu den etablierten Tuningfirmen deutscher Herkunft sein. Die genießen in Moskau einen guten Ruf, gelten aber als teuer. Topcar will günstigere Preise bieten, bei einwandfreier Qualität. Damit wir uns ein Bild machen können, reisen wir nach Moskau. Bei der Ankunft nehmen uns Pressechef Anton Anufriew und Dolmetscherin Olga in Empfang. Wir starten Richtung City. Je näher wir dem Zentrum kommen, desto höher wird der Anteil deutscher Fahrzeuge. Der VW Golf der hiesigen Oberschicht scheint der Mercedes S 500 4Matic zu sein. Wir stellen fest: Je kostspieliger das Auto ab Werk, desto höher die Tuningquote. Topcar fing mit umgebauten Posche Cayenne an. "Damals ein Riesenhype und der Grundstein unseres Erfolgs", erklärt Anton.
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Bild: Lena Barthelmeß
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Bild: Lena Barthelmeß
Doch selbst in Moskau müssen repräsentative Autos inzwischen nicht mehr zwangsläufig groß sein. Weshalb Topcar sich auch des Mini annimmt. Der 200 PS starke "Bully" trägt nicht nur die klassischen Tuningzutaten, sondern auch ein abgefahrenes Dekor zur Schau. Der Moskauer Künstler Denis Simachev zeichnet für dessen Gestaltung verantwortlich. Er mixt gefühlige Folklore-Elemente mit russischer Gegenwart. So geben sich auf der Mini-Haut Rosen, Herzen, Schlagringe und Handfeuerwaffen ein Stelldichein. Zudem demonstriert der Bully, dass auch Kleinwagenpiloten in Moskau auf Automatik bestehen – um den Dauerstau nervlich zu überstehen. Wie bei den anderen Topcar-Fahrzeugen schauen wir auch hier genau hin – und registrieren mit Wohlgefallen die lupenreine Verarbeitung des 53.650-Euro-Zwergs.
Topcar auch in Deutschland
Einen alten Militärlaster möbelt Topcar gerade mit aufgeladenem Ami-V8 und Karosserieteilen aus Karbon auf, M6-Technik wird mit der Karosserie eines 70er-Jahre-BMW verheiratet. Trotz voller Auftragsbücher: Russland genügt Topcar nicht. Schon bald will der Veredler Deutschland erobern – eine Dependance ist im Aufbau, TÜV-Gutachten in Planung. "Ein schwieriges Unterfangen", weiß Anton. "Wenn wir uns im Mutterland des Tunings durchsetzen, verfügen wir über genug Reputation für den Rest der Welt." Nach zwei Tagen fliegen wir zurück – um viele Eindrücke und eine Erkenntnis reicher: Deutsche Straßen sind etwas Feines.
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