Schriebers Stromkasten 171: Akku-Brand im BVD e6
Wer ist schuld am Akku-Brand?

Ende Mai 2012 starben in China drei Personen in einem Elektro-Taxi der Marke BYD. Was war wirklich Ursache für die Katastrophe? Experten warnen vor einer Vorverurteilung von Elektroautos.
Nach einem schweren Verkehrsunfall in Shenzhen (China), bei dem drei Insassen des Elektroautos Build Your Dreams (BYD) e6 ums Leben kamen, warnen Experten vor Hysterie. Am 26. Mai 2012 war nach Polizeiangaben ein Sportwagen mit Tempo 180 ins Heck des Elektro-Taxis gerast. Der BYD wurde gegen einen Baum geschleudert und fing Feuer. Auf Fotos ist eine große Stichflamme im Heck zu sehen. Augenzeugen berichteten von der Explosion des Akkus. "
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"Dieser Unfall ist ein Extrem-Beispiel", ordnet Siegfried Brockmann von der Unfallforschung der Versicherer den Vorfall ein. Auch der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft spricht vom Einzelfall und sieht keinen Anlass, Elektroautos als generell gefährlicher einzustufen. Wichtig sei beim Bau eines sogenannten Hochvolt-Autos, die Akkus an der "unwahrscheinlichsten Deformationsstelle" einzubauen, so Unfallforscher Brockmann. Dadurch soll ein Kurzschluss bei einem Unfall verhindert werden.
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Aus dem Heck des Taxis schießt eine große Stichflamme. Augenzeugen berichteten von einer Explosion des Akkus.
Bild: Privat
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Die von BYD selbst gebauten Lithium-Eisenphosphat-Zellen bezeichnet Leuthold als "eher sicher". Der Aachener Wissenschaftler weist darauf hin, dass in China die Bereitschaft bestehe, Fakten zu schaffen und E-Autos auch in größerer Stückzahl auf heimische Straßen zu bringen. "Das birgt ein gewisses Risiko." An der RWTH Aachen werden derzeit Batteriestrukturen entwickelt, bei denen die einzelnen Zellen auch bei einer Deformation der Batterie durch einen Unfall unversehrt bleiben.
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