Schwacke-Report Audi
Was sind Audi A3, Q5 und Co als Gebrauchtwagen noch wert?

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Je begehrter ein Auto, desto besser ist sein Werterhalt. Welche Modelle Verlust bringen, welche stabil sind, erklären die Experten von Schwacke. Diesmal: Audi!
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Nach einem Kraftakt von mehr als einem Jahrzehnt hatte es Audi zu Beginn der 2000er-Jahre endlich geschafft und wurde Mitglied im deutschen Premiummarken-Club. Das Triumvirat aus BMW, Mercedes und den Ingolstädtern genießt weltweit den guten Ruf des German Engineering und erwirbt sich damit die Möglichkeit zu Preisaufschlägen bei Neu- und Gebrauchtwagen.
Audi hatte sich früh "Vorsprung durch Technik" als Motto erkoren und vor allem mit frischem Exterieur, hochwertiger Innenraumqualität und Innovationen wie dem Allradantrieb quattro Kunden überzeugt.
Wer aber "Premium" im Sinne einer Abgrenzung zu "Volumen" verwendet, liegt falsch. Längst teilen sich die drei süddeutschen Hersteller die Plätze zwei bis vier der Zulassungsstatistik hinter VW, sind also keine raren Luxusgüter auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Das Plus im Wiederverkaufswert generiert sich somit nicht aus der Seltenheit, sondern hauptsächlich aus Qualität und Markenimage.
Audi in Zahlen
Auf der Straße
3,26 Mio. Autos, Marktanteil 6,7 Prozent (Bestand in Deutschland am 1. Januar 2023; Quelle: KBA)
Auf dem Markt
466.752 Besitzumschreibungen in Deutschland, Marktanteil 7,7 Prozent (Jahr 2023; Quelle: KBA)
Neu zugelassen
264.880 Neuzulassungen in Deutschland, Marktanteil 8,7 Prozent (Jahr 2023; Quelle: KBA)
Beim Image zeichnen sich ein paar dunkle Wolken am Audi-Himmel ab. Denn zum guten Ruf zählt eben auch die Modernität des Angebots. Die direkten Wettbewerber haben sich besonders im Bereich der vollelektrischen Antriebe längst breiter und neuer aufgestellt, da wartet man bei Audi vergeblich auf Neuigkeiten. Die heiß ersehnten A6 e-tron und Q6 e-tron sollen nach Softwareproblemen mit zwei Jahren Verzögerung 2024 endlich den Markt erreichen.
Da sind die Vorstände in München und Stuttgart einen Schritt weiter und vertagen mit gut bestücktem Elektro-Portfolio im Rücken das Ende des Verbrenners medienwirksam schon wieder. Die aktuellen Audi-Baureihen sind in der Prognose davon noch recht unbeeinflusst und halten sich auf Augenhöhe. Die klassischen Bauformen performen wiederum schwächer als die SUV.
Sich darauf auszuruhen, sollte aber keine Option sein. Aus der eigenen Historie dürfte in Erinnerung sein, wie schwer und langwierig es ist, ein entsprechendes Markenbild aufzubauen und zu pflegen. Das gilt besonders für den preissensiblen Gebrauchtwagenmarkt.
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