Seat Ateca: Gebrauchtwagen-Test
Seat Ateca gebraucht: Der kommt uns gar nicht spanisch vor!
Gebrauchter Seat Ateca im Test
Sechs Jahre nach Marktstart ist der in Tschechien gebaute Seat Ateca relativ günstig zu haben. Überzeugt er als Gebrauchter?
Nach einer längeren Durststrecke trafen die Spanier mit ihrem ersten SUV-Modell Seat Ateca endlich wieder voll den Nerv der Zeit. Bereits kurz nach der Ateca-Präsentation auf dem Genfer Autosalon im Frühjahr 2016 stapelten sich schnell die Bestellungen für das sportiv gestylte SUV bei den Seat-Händlern. In der Folge mussten Kunden im Frühjahr 2017 mit rund einem Jahr Lieferzeit rechnen.
Heute ist die Verfügbarkeit gebrauchter Exemplare deutlich entspannter. Und es gibt gute Argumente, über das im tschechischen Werk Kvasiny gebaute Kompakt-SUV als Gebraucht-Option nachzudenken. In der getesteten Variante kostete unser Testfahrzeug im September 2017 laut Schwacke-Datenbank neu rund 33.015 Euro.
Seat Ateca gebraucht: Für unseren Testwagen sind nach fünf Jahren rund 17.000 Euro fällig
Neben der mittleren Ausstattungslinie Style gönnte sich der Besteller Voll-LED-Scheinwerfer, eine schwenkbare Anhängerkupplung, schicke Alcantara-Polsterstoffe, Navi-Infotainment mit DAB-Radio, abgedunkelte Fondverglasung und Rückfahrkamera. Nach fünf Jahren und mit 125.927 Kilometern auf dem Zähler ist der Ateca erfreulich kompatibel mit normalsterblichen Familienautobudgets: Beim Autohus im Bockel bei Bremen wären für unser Testfahrzeug noch moderate 17.680 Euro fällig.

Seat Ateca: das Cockpit in VW-Konzern-Manier, hier mit relativ günstigen Kunststoffoberflächen. Ergonomie gut, Lenkrad griffig.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Natürlich sollte man angesichts der gehobenen Laufleistung realistisch kein optisch makelloses Auto erwarten. Mittelgroße Dellen in der Fahrertür und im linken Seitenteil fallen beim Rundumcheck ebenso ins Auge wie ein Steinschlag in der Frontscheibe und bereits deutlich eingelaufene Bremsscheiben. Davon abgesehen sind dem Gebrauchten Alter und Laufleistung kaum anzumerken, klappern gehört nicht zum Handwerk.
Technische Daten
Seat Ateca 1.6 TDI Ecomotive | |
|---|---|
Motor | Vierzylinder/vorn quer |
Ventile/Nockenwellen | vier pro Zylinder/2 |
Hubraum | 1598 cm³ |
Leistung | 85 kW (115 PS) bei 3250/min |
Drehmoment | 250 Nm bei 1500/min |
Höchstgeschw. | 184 km/h |
0-100 km/h | 11,5 s |
Tank/Kraftstoff | 50 l/Diesel |
Getriebe/Antrieb | Sechsgang man./Vorderrad |
L/B/H | 4363/1841/1601 mm |
Kofferraumvolumen | 510-1604 l |
Leergewicht/Zuladung | 1375/535 kg |
Platzmäßig konkurriert der 4,36 Meter kurze Ateca mit Kompaktklassekombis. Die Polster haben den bisherigen Kilometermarathon gut ver kraftet, wirken keinesfalls durchgesessen. Trotz eines dezenten Facelifts im Sommer 2020 wirkt die Linienführung des voll familientauglich dimensionierten Ateca noch immer frisch. Und als vergleichsweise dynamisch abgestimmtes Familien-SUV dürfte der Ateca einen langen zweiten Frühling erfahren.
Im Dauertest erreichte der Seat Ateca die Traumnote 1
Viele Elemente der technischen Basis finden sich auch bei VW T-Roc und Skoda Karoq wieder, die ebenfalls auf der MQB-A1-Plattform aufbauen. Im Ateca wirkt sie vergleichsweise progressiv abgeschmeckt. Unser positiver Fahreindruck deckt sich zu 100 Prozent mit dem AUTO BILD-Dauertest: Dort erreichte ein Ateca nach 100.000 Kilometern die Traumnote 1. In der getesteten 1,6-Liter-TDI-Version ist der Ateca trotz vergleichsweise geringer 115 PS nicht untermotorisiert. Grund ist das früh anliegende Drehmoment von 250 Newtonmetern ab 1500 Umdrehungen, das den mit rund sechs Litern Verbrauch erfreulich sparsamem Common-Rail-Diesel zur Empfehlung macht.
Unser Tipp: Im September 2018 erfolgte die Umstellung auf die strengere Euro-6d-Temp-Abgasnorm. Und mit der einst aufpreispflichtigen schwenkbaren Anhängerkupplung lässt sich notfalls sogar ein Wohnwagen ziehen: Immerhin 1500 Kilogramm (ungebremst 680 kg) zulässige Anhängelast stehen in den Papieren. Sollten häufiger Zugfahrzeug- und leichte Offroadeinsätze geplant sein, ist die Variante 4Drive deutlich empfehlenswerter: Die Haldex-Allradversion ist für die Motorisierungen ab 150 PS verfügbar und kostet gebraucht rund 1500 Euro Aufpreis.
Unterhaltskosten
Testverbrauch | 5,8 l D/100 km |
|---|---|
CO2 | 118 g/km |
Inspektion | 280-500 Euro |
Haftpflicht (13)* | 350 Euro |
Teilkasko (22)* | 469 Euro |
Vollkasko (18)* | 655 Euro |
Kfz-Steuer (Euro 6) | 198 Euro |
Ersatzteilpreise*
Lichtmaschine (AT) | 905 Euro |
|---|---|
Anlasser | 703 Euro |
Wasserpumpe (AT) | 481 Euro |
Zahnriemen | 646 Euro |
Nachschalldämpfer | 657 Euro |
Kotflügel vorn links, lackiert | 779 Euro |
Bremsscheiben und -klötze | 621 Euro |
Infotainmentradio | 1106 Euro |
4 Sommerreifen (215/55 R17 94V) | 496 Euro |
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