Selbstbeteiligung (Kfz-Versicherung): 12 Beispiele

Kfz-Versicherung: Selbstbeteiligung bei der Kasko

Wer selber zahlt, spart

Bei der Kaskoversicherung kann man durch die Selbstbeteiligung einiges an VersicherungsprÀmie sparen. Man sollte aber genau durchrechnen, welche Kombination die Beste ist.
Die Rechnung ist einfach: Wer sich im Falle eines Kasko-Schadens an den Kosten beteiligt, wird von seiner Kfz-Versicherung mit geringeren PrĂ€mien belohnt. Schon durch eine geringe Selbstbeteiligung zahlt man meist schon ein Viertel weniger, als bei einem Tarif ohne Selbstbeteiligung. Denn dadurch sparen die Versicherer ordentlich Geld: Viele KleinschĂ€den wie Kratzer oder Beulen, weil man beim Ausparken mal einen Poller ĂŒbersehen hat, mĂŒssen von den Kunden selbst bezahlt werden und schonen das Budget der Versicherung. Auch bei teureren SchĂ€den, die von der Versicherung ĂŒbernommen werden, muss der Kunde bis zur Höhe seiner vertraglich vereinbarten Selbstbeteiligung einspringen. Das gilt aber nur fĂŒr KaskoschĂ€den, in der Haftpflicht gibt es keine Selbstbeteiligung!

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Welche Selbstbeteiligung kann ich wÀhlen?

Wieviel man bereit ist, selbst zu stemmen, kann man bei Vertragsabschluss festlegen. Über die Höhe der Summe kann man selbst entscheiden. Üblicherweise liegt der Anteil, den man selbst trĂ€gt, bei 150 bis 500 Euro. Bei einer Vollkaskoversicherung ist der Teilkasko-Schutz immer dabei, es kann aber eine eigene Selbstbeteiligung fĂŒr die Teilkasko festgelegt werden. Allerdings darf diese nicht höher sein als fĂŒr die Vollkasko. Eine gĂ€ngige Kombination sind 300 Euro Selbstbeteiligung in der Vollkasko und 150 Euro in der Teilkasko. Manche Versicherer bieten außerdem die Möglichkeit an, die Selbstbeteiligung auf gewisse SchĂ€den einzuschrĂ€nken, zum Beispiel in der Teilkasko auf Glasbruch und UnfĂ€lle. Geht also die Scheibe kaputt, muss der Kunde seinen Anteil leisten, wird der Wagen aber geklaut, nimmt die Versicherung in diesem Fall den Schaden komplett auf ihre Rechnung. Ein paar wenige Gesellschaften bieten sogar einen proportionalen Selbstbehalt an, bei dem der Kunde beispielsweise fĂŒnf Prozent des Schadens ĂŒbernehmen muss. Meist gibt es aber eine Untergrenze, etwa mindestens 300 Euro.

Wie viel Selbstbeteiligung ist sinnvoll?

Welche Höhe man fĂŒr die Selbstbeteiligung wĂ€hlen sollte, hĂ€ngt in erster Linie natĂŒrlich vom eigenen Budget ab. Wer es sich leisten kann, im Schadensfall etwas tiefer in die Tasche zu greifen, kann eine höhere Selbstbeteiligung wĂ€hlen und dafĂŒr bei der PrĂ€mie sparen. Andersrum ist es fĂŒr manche vielleicht ratsamer, monatlich etwas mehr zu bezahlen, um dafĂŒr die Gefahr auszuschließen, bei einem Schaden einen großen Batzen Geld auf einmal bezahlen zu mĂŒssen. Als Faustregel gilt: Bei einer Selbstbeteiligung von 300 und 150 Euro (Vollkasko und Teilkasko) reduziert sich die PrĂ€mie um gut 20-30 Prozent gegenĂŒber einer Vollkasko und Teilkasko ohne Selbstbehalt; es gibt aber auch FĂ€lle, wo sich mit dieser Selbstbeteiligung 40 Prozent oder mehr sparen lassen! Die Bereitschaft, im Schadensfall noch mehr aus eigener Tasche zu zahlen, lohnt sich dagegen oft nicht: HĂ€ufig wird die VersicherungsprĂ€mie nur noch verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig wenig gĂŒnstiger, dafĂŒr aber kommt beim Schaden eine hohe Rechnung ins Haus geflattert. Am besten, man lĂ€sst sich von seinem Versicherungsvertreter verschiedene Varianten durchrechnen oder nutzt einen Vergleichsrechner im Internet, um die fĂŒr sich beste Kombination herauszufinden. Aber Vorsicht: Wer eine zu hohe Selbstbeteiligung wĂ€hlt, bekommt manch' gĂŒnstigen Tarif gar nicht angezeigt, da sie in dieser Kombination oft nicht angeboten werden! Welche Ersparnisse durch Selbstbeteiligung möglich sind, zeigen die Beispiele in der Bildergalerie.

Selbstbeteiligung (Kfz-Versicherung): 12 Beispiele

Kann ich einen Schaden auch komplett selbst bezahlen?

Die Höhe der Vollkasko-PrĂ€mie richtet sich – wie bei der Haftpflicht – auch nach dem Schadenfreiheitsrabatt. Und der reduziert sich mit jedem Schaden, den die Versicherung reguliert. Es kann also unter UmstĂ€nden besser sein, einen Schaden komplett aus eigener Tasche zu begleichen, und sich dadurch einen höheren Rabatt zu bewahren. Auch das muss man allerdings im Einzelfall genau kalkulieren. Üblicherweise kann man sich bei seiner Versicherung ausrechnen lassen, wie hoch die BeitrĂ€ge in den nĂ€chsten fĂŒnf Jahren sind, wenn man einen Schaden regulieren lĂ€sst oder wenn man ihn selbst ĂŒbernimmt. Auf Basis dieser Rechnung fĂ€llt die Entscheidung in der Regel recht einfach.
Als Anhaltspunkt gilt hier: Bis zu einer Schadenshöhe von rund 1.000 Euro lohnt es sich oft, eine komplette KostenĂŒbernahme aus eigener Tasche in Betracht zu ziehen, spĂ€testens ab einer Summe von circa 2.000 Euro fĂ€hrt man aber in der Regel besser, wenn man die Versicherung in Anspruch nimmt. Wer es sich leisten kann, und im Voraus weiß, dass er einen Schaden bis 1.000 Euro immer selbst bezahlen wird, kann natĂŒrlich auch gleich eine höhere Selbstbeteiligung festlegen und noch ein paar zusĂ€tzliche Euros sparen. Allerdings wird die höhere Selbstbeteiligung dann auch bei weitaus teureren SchĂ€den von der ausbezahlten Summe abgezogen.

Autor: Michael Gebhardt

Stichworte:

Vollkasko Teilkasko

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