Serienausstattung bei Dacia: Das bieten Duster, Sandero und Spring
Wie viel Komfort gibt es bei Dacia zum Basispreis?

Dacia lockt mit niedrigen Einstiegspreisen. Doch wie umfangreich ist die Serienausstattung, wenn man wirklich nur die Basis bestellt?
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Inhaltsverzeichnis
Dacia ist als extrem günstige Marke bekannt. Doch was bekommt man an Komfortausstattung, wenn man tatsächlich den groß beworbenen Einstiegspreis zahlt? AUTO BILD hat das exemplarisch bei drei Modellen überprüft.
Starten wir mit dem günstigsten Dacia, dem Kleinwagen Sandero. Ab nur 13.590 Euro steht der aktuell im Konfigurator. Unter der Haube: ein 100 PS starker Benziner. Die damit verbundene Grundausstattung heißt "Essential".
Während in dieser Preisklasse vor einigen Jahren noch manuelle Fensterheber verbaut wurden, gibt es die inzwischen nur noch hinten. Vorn öffnet man die Fenster elektrisch.
LED-Scheinwerfer für Tagfahr- und Abblendlicht sind ebenfalls Serie. Ein- und ausschalten muss man das nicht – selbst der Basis-Sandero hat einen Lichtsensor. Das Halogen-Fernlicht wird allerdings vom Fahrer bedient. Dafür starten auch die Scheibenwischer dank des Regensensors selbstständig bei Regen.

Statt eines Infotainmentdisplays hat der Basis-Sandero eine Halterung fürs eigene Smartphone auf dem Armaturenbrett.
Bild: Renault Group
Handyfach statt Infotainment
Inzwischen eine Seltenheit: Der günstigste Sandero hat analoge Instrumente. Auch ein Infotainmentdisplay sucht man vergebens. Stattdessen gibt es ein Fach auf dem Armaturenbrett, damit das eigene Smartphone diese Aufgabe übernehmen kann. Das wird per USB oder Bluetooth mit dem Auto verbunden und kann dann auch über die Lenkradtasten gesteuert werden.
Was allerdings komplett fehlt: Der Sandero kommt als Basisversion ohne Klimaanlage.
Das Auto, das die meisten mit der rumänischen Marke verbinden, ist der Duster. Die günstigste Variante startet bei 18.990 Euro. Dafür gibt es das SUV in der "Essential"-Ausstattung mit einem 122 PS starken Autogasantrieb.
Auch hier sind LED-Abblend- und Tagfahrlicht sowie ein Lichtsensor ohne Aufpreis an Bord. Allerdings ist der Regensensor beim Duster nicht Teil der Standardausstattung. Dafür sind die Seitenspiegel elektrisch und beheizbar. Auch eine Klimaanlage ist bei diesem Dacia erfreulicherweise serienmäßig an Bord.
Auch er hat ab Werk kein Zentraldisplay
Typisch SUV gehört beim Duster immer eine Dachreling dazu. Eine Berganfahrhilfe lässt Dacia ebenso springen.

Ziemlich schlicht steht der Basis-Duster da. Die Dachreling ist aber Serie.
Bild: Renault Group
Im Innenraum des Duster geht es ähnlich zu wie im Sandero. Analoge Instrumente und kein Zentraldisplay – dessen Rolle nimmt das eigene Smartphone in einer speziellen Halterung auf dem Armaturenbrett ein.
Unsere Stichprobe zur Dacia-Serienausstattung komplettiert der Spring. Das Elektroauto gibt es ausschließlich mit 82 PS starkem Antrieb. Die aktuelle Grundlinie heißt "Expression" – die Basis kostet 17.900 Euro.
Dafür gibt es tatsächlich Voll-LED-Scheinwerfer und sogar LED-Rückleuchten. Um die muss sich der Fahrer dank Lichtautomatik aber gar nicht kümmern.
Etwas irritierend sind die Seitenspiegel. Verstellt werden sie ab Werk elektrisch, zum Anklappen muss man jedoch Hand anlegen.
Vorn öffnen sich die Fenster beim Dacia Spring elektrisch. Hinten hat das Auto Ausstellfenster, für die gibt es keinen Knopf – sie müssen manuell geöffnet werden. Auch das Elektroauto kommt immer mit einer Klimaanlage.
Mit Digitaltacho, aber geringer Ladeleistung
Und anders als bei den anderen beiden vorgestellten Dacia ist auch ein digitales Cockpit an Bord. Das misst sieben Zoll. Wandert der Blick nach rechts, befindet sich jedoch auch hier kein Display, sondern das bei Dacia übliche Fach fürs Smartphone.

Der digitale Tacho ist beim Spring serienmäßig an Bord.
Bild: S.C. Automobile Dacia S.A
Was jedoch für die meisten Spring-Interessenten wichtig ist: Das Auto lädt serienmäßig nur mit 6,6 kW Wechselstrom. So dauert es an der Wallbox stolze acht Stunden und 45 Minuten, um den 27,5 kWh großen Akku zu füllen. Schnellladen ist ohne Aufpreis gar nicht möglich.
Für alle genannten Modelle gilt: Selbst die günstigsten Autos benötigen bestimmte Assistenten, um in der EU eine Zulassung zu bekommen. Die Hersteller nehmen diese gerade bei Basismodellen gern in die Serienausstattungs-Highlights auf. Tatsächlich sind sie aber Pflicht bei neuen Autos.
Dazu gehören:
- Notbremsassistent mit Fahrzeug-, Fußgänger- und Radfahrererkennung
- Notfall-Spurhalteassistent
- intelligenter Geschwindigkeitsassistent
- Müdigkeitserkennung
- blinkendes Notbremslicht ab 50 km/h
- Rückfahrassistent
- Unfalldatenspeicher
Fazit
Dacia bleibt seiner Linie treu: Das Nötige ist drin, Luxus nicht. Selbst die Basismodelle bieten inzwischen überraschend viel Komfort. Doch Klimaanlage, Infotainment oder schnelles Laden sind keineswegs selbstverständlich. Wer wirklich nur den beworbenen Einstiegspreis zahlen will, muss deshalb genau hinschauen, auf welche Extras er verzichten kann.
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