Der Winter bringt Kälte, Schnee und glatte Straßen – eine echte Bewährungsprobe für Autofahrer. Nicht umsonst hören wir in den Nachrichten oft vom Schneechaos auf den Straßen. Ein winterliches Fiasko lässt sich jedoch vermeiden, wenn man sich auf die veränderten Straßenbedingungen richtig vorbereitet. Hier kommen die wichtigsten Tipps für Autofahrer.
1. Wetter im Auge behalten: Steht eine winterliche Fahrt mit dem Auto an, bereits am Vorabend den Wetterbericht verfolgen. Bei Eisglätte oder Schnee früher losfahren, Verzögerungen einplanen oder, wenn möglich, auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen.
Audi A4 unter Schnee in Obertauern
Auf schlechte Straßenverhältnisse kann man sich vorbereiten. Der Blick in die Wetterapp sorgt im Winter dafür, dass man von Eis und Schnee nicht kalt erwischt wird.
Bild: BARBARA GINDL
2. Technik-Check: Wird das Auto selten bewegt oder ist es geliehen, unbedingt prüfen, ob auch Winterreifen montiert sind. (Diese Reifen sind seit Oktober nicht mehr wintertauglich.)
Allrad Winterreifen Test Trockenheit
Keine Kompromisse bei glatten Straßen, hier verbieten sich Sommerreifen. Wer das Auto nicht kennt, auf Reifenflanken das Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke) suchen. Ist keins vorhanden, sind die Reifen bei winterlichen Straßenverhältnissen nicht erlaubt.
Bild: Anuscha Sonntag / AUTO BILD
Besonders wichtig ist außerdem ein komplett befüllter Wischwasserbehälter. Vor allem verschneite Straßen können ein häufiges Reingen der Windschutzscheibe mit Winterscheibenreiniger erfordern.
3. Klare Sicht gewährleisten: Vor Fahrtbeginn alle Scheiben von Schnee und Eis befreien – und zwar gründlich! Lediglich ein kleines Guckloch freizumachen, ist gefährlich und kann auch ein Bußgeld nach sich ziehen. Außerdem darauf achten, dass die komplette Beleuchtung sowie die Kennzeichen von Schnee oder Eis befreit wurden. Auch den Schnee vom Dach fegen, denn der kann bei der ersten Bremsung auf die Windschutzscheibe gleiten und schlagartig die Sicht nach vorn komplett verhindern. Und die Kraft der Scheibenwischer reicht meist nicht aus, um die Schneemassen von der Windschutzscheibe zu wischen.
Eine Frau befreit am 19.02.2013 in Berlin-Köpenick ihr Fahrzeug vom Schnee. Bis zu zehn Zentimeter Neuschnee haben in der Hauptstadt und im Umland für Verkehrsbeeinträchtigungen im Berufsverkehr gesorgt. Nach Angaben der Meteorologen ist in den Vormittagsstunden mit weiteren Schneefällen zu rechnen.
Nicht nur die Scheiben müssen klare Sicht ermöglichen, auch Scheinwerfer, Blinker, Rückleuchten und Kennzeichen müssen frei von Schnee und Eis sein. Wichtig: Den Schnee auf dem Dach nicht vergessen!
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4. Starterbatterie schonen: Standlicht, heizbare Heckscheibe und Klimaanlage beim Starten ausgeschaltet lassen, um die Batterie zu schonen. Dies gilt unabhängig vom Alter des Autos für alle Fahrzeuge und sorgt dafür, dass der Starterakku möglichst lange lebt.
Opel Astra
Alle Verbraucher vor dem Kälte-Start ausschalten. Der Akku besitzt weniger Spannung und muss den Motor im zähflüssigen Öl drehen – extrem herausfordernd für die Batterie.
Bild: Uli Sonntag


5. Wohlbefinden an Bord optimieren: Der Daunenparka sorgt nach spätestens fünf Minuten für schwitziges Unbehagen hinterm Steuer. Doch die volle Aufmerksamkeit gehört gerade jetzt auf die Straße. Also, auch wenn es für ein paar Sekunden unangenehm kalt wird, unbedingt vor dem Losfahren die dicke Jacke ausziehen. Außerdem im Wagen keine überhöhten Temperaturen einstellen: Eine konstante Temperatur von etwa 20 Grad hält die Konzentration aufrecht. Regelmäßig Frischluftzufuhr nicht vergessen.
6. Fahrbahn und Bremsverhalten testen: Direkt nach dem Losfahren vorsichtig eine Bremsprobe durchführen, um die Straßenverhältnisse zu testen. Natürlich nur, wenn es die Verkehrssituation zulässt. Daher zuvor in den Rückspiegel schauen, um nachfolgende Fahrzeuge nicht zu gefährden.
VW Golf - Ganzjahresreifen 2017
Bremsen auf glatter Fahrbahn fühlt sich ganz anders an. Viele kennen das Gefühl nicht, machen Sie sich mit einer Probebremsung mit den neuen Bedingungen vertraut.
Bild: Anuscha Sonntag / AUTO BILD
7. Sicherheitsabstand erhöhen, Geschwindigkeit reduzieren: Der Bremsweg auf durch Schnee oder Eis beeinträchtigte Fahrbahnen kann sich mehr als verdoppeln. Daher mehr Abstand einhalten und die Geschwindigkeit deutlich reduzieren.

8. Routenplanung anpassen: Auf Abkürzungen und Schleichwege durch Gebiete, in denen wahrscheinlich nicht geräumt und gestreut wird, verzichten.
9. Erhöhte Aufmerksamkeit auf Brücken und Landstraßen: Besonders vorsichtig auf Brücken fahren, diese können schneller gefrieren als umliegende Straßen, da der Wind von allen Seiten angreifen kann und die Fahrbahn weiter kühlt. Zudem kann Nebel Glatteis verursachen, das schwer zu erkennen ist.
10. Besondere Gefahr bei Temperaturen um den Gefrierpunkt: Temperaturen um null Grad sind besonders gefährlich, da sich die Fahrbahnbeschaffenheit durch das ständige Tauen und Frieren unvorhersehbar ändern kann. Dazu kommt es teilweise vor, dass die Fahrbahn bei leichten Plusgraden durch einen Wasserfilm glatter ist als bei strengem Frost.